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Geltendorf/Fürstenfeldbruck

18.06.2020

Comeback des Autokinos: Filmerlebnis in Zeiten von Corona

Auch schicke Oldtimer kommen nach Fürstenfeldbruck ins Autokino des Geltendorfers Markus Eisele.
Bild: Markus Eisele

Plus Markus Eisele aus Geltendorf betreibt ein Autokino in Fürstenfeldbruck. Wie stehen die Chancen in Landsberg?

In Zeiten von Corona und Abstandhalten feiert das Autokino deutschlandweit eine Renaissance – auch in Fürstenfeldbruck. Markus Eisele aus Geltendorf, Kinobetreiber in Stegen, Fürstenfeldbruck und München, lädt dazu ein, mit dem Auto auf den Festplatz in Fürstenfeldbruck zu kommen und Filme zu sehen.

An die 5000 Besucher haben laut Markus Eisele in den vergangenen Tagen das Autokino schon besucht, gespielt wird täglich ab 21.30 Uhr – noch bis zum 11. Juli. Während des Lockdowns kam der 47-Jährige auf die Idee des guten, alten Autokinos zurück. Zuerst streckte er die Fühler nach Landsberg aus, nahm Kontakt mit Rudolf Gilk vom Olympiakino auf und steckte diesen mit seiner Begeisterung an.

In Landsberg wurde nichts aus den Plänen

Doch wurde den beiden schnell klar, dass es in Landsberg schwierig werden würde, ein Autokino als feste Einrichtung für sechs Wochen zu installieren. Auf der Waitzinger Wiese sei beispielsweise nur eine begrenzte Anzahl von Veranstaltungen möglich, so Eisele. Und auch die vorhandene technische Ausrüstung des Kino-Open-Airs von Rudolf Gilk habe sich als nicht ausreichend erwiesen. Nur für maximal 80 Autos wäre ein Besuch angesichts der kleinen Leinwand möglich gewesen, schätzt Eisele – zu wenige für einen wirtschaftlichen Betrieb.

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In Fürstenfeldbruck holte sich Eisele Tom Blum, der den dortigen Kinosommer betreibt sowie als Kinotechnik-Dienstleister umfangreiche Technik an der Hand hat, ins Boot. Auch gab er das erforderliche Lärmgutachten in Auftrag und erarbeitete ein Konzept für den Betrieb. Diese gute Vorbereitung sei wohl ausschlaggebend dafür gewesen, dass er den Zuschlag unter mehreren Bewerbern erhalten habe, schätzt Eisele.

Für Lärm sorgen an- und abfahrende Autos, den Kinosound hören Anwohner jedoch nicht – er wird per Ultrakurzwelle aufs Autoradio übertragen.

Der Geltendorfer Markus Eisele betreibt in Stegen, Fürstenfeldbruck und München Kinos und derzeit auch ein Autokino in Fürstenfeldbruck.
Bild: Klaus Gruber | dolphin photography

Eisele rechnet mit 50.000 Euro Grundkosten für das Projekt Autokino – Miete für den Volksfestplatz, Gutachten, Marketing, alles muss im Voraus bezahlt werden. Auf einer eigens eingerichteten Webseite (www.autokino-ffb.de) können Vorstellung und Verpflegung wie Getränke, Popcorn und Nachos gebucht werden. Bezahlt wird pro Auto. Eine Abendkasse samt Snacks gibt es nicht, so Eisele.

Die besten Plätze sind im Autokino übrigens vorne, denn da wirkt die 128 Quadratmeter große Leinwand wirklich riesig. Es lohnt sich also, früh zu kommen – Einlass ist ab 20.30 Uhr. Die Fahrzeuge werden auf die Plätze eingewiesen. „Wir achten darauf, dass der SUV nicht vor dem kleinen Polo steht“, sagt Eisele. Zugelassen sind 250 Autos, die laut Markus Eisele am Feiertag auch erreicht werden. Das Online-Ticket wird durch die geschlossene Autoscheibe gescannt.

Das Wetter spielt kaum eine Rolle

Auch in den kommenden Tagen sollen weitere Filmklassiker wie „Zurück in die Zukunft“, „Dirty Dancing“, oder „La La Land“ gezeigt werden. Am Montag, 22. Juni, werde der Film „Reiss aus“ gezeigt. Einer der Protagonisten dieser Westafrikareise, Ulrich Stirnat, wird laut Eisele an dem Abend anwesend sein. Am 28. Juni sei Preview von „Undine“. „Es ist für jeden etwas dabei“, sagt der Kinomacher, der zudem auch auf ein Live-Konzert hofft: „Es gibt mittlerweile Künstler, die ihre kompletten Touren auf Autokinos verlagert haben.“ Für die Band würde er eigens eine Bühne aufbauen. „Wenn es nicht gerade Katzen hagelt und der Scheibenwischer nicht mehr hinterherkommt, ist das Wetter für das Autokino nicht relevant. Zur Not nimmt man sich eben eine Decke mit.“ Kuschelig darf es im Auto nämlich schon werden, denn dafür steht das Autokino nun mal.

Solange noch nicht alles fix ist, will Bastian Georgi noch nichts über einen möglichen Kulturevent auf dem Schlüsselanger beim Sportzentrum in Landsberg verraten.
Bild: Thorsten Jordan (Archivbild)

Auf dem Schlüsselanger beim Sportzentrum in Landsberg wird es dagegen kein Autokino geben. Wie Bastian Georgi von Rebelz Sound dem Landsberger Tagblatt sagte, sei das anfangs eine vage Idee gewesen, die sich aber als nicht lohnenswert herausgestellt habe. Da für andere Events auf dieser Fläche das Programm und der Umfang noch nicht fix sind, will Georgi darüber im Augenblick noch keine Auskunft geben.

Lesen Sie dazu auch: Landsberg: Bald Filme schauen am Schlüsselanger?

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