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Landkreis Landsberg

18.01.2020

Die Dießener haben am 15. März die größte Auswahl

Am 15. März werden in den Gemeinden die Karten neu gemischt: Rund 95000 Wahlberechtigte im Landkreis können entscheiden, wer an den Ratstischen Platz nimmt und die Geschäfte im Rathaus in den nächsten sechs Jahren führen wird. Unser Bild zeigt den Sitzungssaal in Kaufering.
Foto: Markt Kaufering

Bürgermeister zu sein, ist im Landkreis Landsberg eine gefragte Aufgabe. Am 15. März gibt es deutlich mehr Bewerber als vor sechs Jahren. Das gilt vor allem für die Ammersee-Gemeinden. Einige Bürgermeister können der Wahl hingegen entspannt entgegenblicken

Im Landkreis Landsberg Bürgermeister zu sein, ist eine gefragte Aufgabe: In wenigen Tagen, am 23. Januar, endet die Frist für die Einreichung von Wahlvorschlägen, und schon jetzt zeichnet sich ab, dass am 15. März mehr Bürgermeisterkandidaten zur Wahl stehen werden als vor sechs Jahren. Insgesamt gibt es in den 28 Gemeinden, in denen ein Bürgermeister gewählt wird, derzeit 59 Bewerber. In 14 dieser Gemeinden wird es in jedem Fall einen neuen Bürgermeister geben, da die Amtsinhaber nicht mehr antreten. Dazu kommen noch vier Oberbürgermeisterkandidaten in Landsberg. 2014 waren es 49 Bürgermeisterkandidaten, 2012 in Landsberg fünf OB-Bewerber. Am größten ist das Gedränge um das Bürgermeisteramt in Dießen.

Sieben Bewerber könnte es in Dießen geben, vorausgesetzt, Marianne Scharr (Gemeinsam für Dießen) bringt bis 3. Februar die für einen neuen Wahlvorschlag erforderlichen Unterstützungsunterschriften zusammen. Scharr ist bislang Gemeinderätin der „Dießener Bürger“, der Wählervereinigung von Amtsinhaber Herbert Kirsch, der nach 24 Jahren aufhört. Ebenfalls bei den Dießener Bürgern war Roland Kratzer, der bis 2014 auch im Gemeinderat saß. Jetzt bewirbt er sich für die CSU um das Bürgermeisteramt. Die Dießener Bürger schicken mit Sandra Perzul eine Newcomerin ins Rennen.

Ebenfalls seit vielen Jahren gehören dem politischen Establishment der Marktgemeinde die Bürgermeisterkandidaten Hannelore Baur (SPD) und Volker Bippus (UBV) an. Gabriele Übler (Grüne) ist zwar ebenfalls schon seit Jahrzehnten in Dießen politisch aktiv, im Gemeinderat war sie bislang aber nicht vertreten. Für die Freien Wähler tritt Florian Zarbo an. Er will von seiner bisherigen Position als Geschäftsstellenleiter im Uttinger Rathaus in das Bürgermeisterzimmer nach Dießen wechseln. Der 25-Jährige ist der jüngste Bürgermeisterkandidat im Landkreis. Wer am Ende in Dießen gewinnt, wird sich aber wohl erst am 29. März zeigen. Denn in Dießen wird fest mit einer Stichwahl gerechnet.

In drei weiteren Ammersee-Gemeinden könnte es angesichts von jeweils drei Kandidaten möglicherweise auch auf eine Stichwahl hinauslaufen. In Finning wollen Roland Brenner (Entraching) und Dr. Stefan Hülmeyer („Finntrachinger“) Amtsinhaber Siegfried Weißenbach (Ober- und Unterfinning) seinen Posten streitig machen. Annette Fischer verfolgte ihre Bewerbung nach den Ortsteil-Nominierungsversammlungen nicht mehr weiter.

Ebenfalls drei Kandidaten wird es in Geltendorf geben. In der S-Bahn-Gemeinde bewerben sich Marion Wisura (CSU), Robert Sedlmayr (ÖDP) und Claudius Mastaller (Unabhängige Bürger) um die Nachfolge von Wilhelm Lehmann (Unabhängige Bürger). In Greifenberg treten Hagen Adler (Neugreifenberg), Elisabeth Baus (Aktive Gemeinde) und Patricia Müller (Liebenswertes Dorf) an. In Greifenberg hört Bürgermeister Johann Albrecht auf. Es könnte auch noch einen vierten Kandidaten geben: Die Nominierungsversammlung der Liste Gemeinwohl fand erst am Freitagabend statt.

In Eching kandidiert wieder Bürgermeister Siegfried Luge (CSU). Er ist seit 24 Jahren im Amt und der älteste Bürgermeister im Landkreis. Im Mai wird er 77 Jahre alt. Allerdings: Erstmals bekommt es Luge jedoch mit einem Konkurrenten zu tun: Der Bürgerblock stellte Zweiten Bürgermeister Franz Pentenrieder als Kandidaten auf.

Auch in Eresing gibt es seit Jahrzehnten mal wieder mehr als einen Kandidaten: Michael Klotz (Dorfgemeinschaft Eresing) und Eva Krüger (Umweltfreundliche Bürger) wollen Nachfolger des seit 36 Jahren amtierenden Josef Loy werden.

In Schondorf will Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne) sein 2014 gewonnenes Amt gegen Bettina Hölzle verteidigen, die von der CSU aufgestellt wurde.

In Utting wird die spannende Frage sein, ob Renate Standfest (GAL) das Amt von Josef Lutzenberger übernimmt oder ob es dem konservativen Lager nach zwölf Jahren gelingt, das Rathaus zurückzuerobern. Ländliche Wählergemeinschaft und CSU haben Florian Hoffmann nominiert.

In Windach kandidiert der Vorstand der Gemeindewerke, Sven-Michael Sautter (Grüne/Bilo) gegen Amtsinhaber Richard Michl (Freie Wähler).

Auch in den Lechrain-Gemeinden gibt es mehr Kandidaten als vor sechs Jahren. Hier könnte es in ein paar Gemeinden drei Kandidaten geben. Sicher ist das schon in Penzing mit Peter Hammer (CSU), Dieter Förg (Dorfgemeinschaft Penzing) und Georg Geisenberger (Oberbergen). In Egling sieht sich Bürgermeister Ferdinand Holzer (CSU) zwei Gegenkandidaten gegenüber: Anton Baur (Bayernpartei) und Sebastian Herbig (Dorfgemeinschaft).

In Reichling muss Johannes Leis noch Unterstützungsunterschriften nachweisen, um sich ebenso wie Lars Scharding und Alfons Schelkle um die Nachfolge von Margit Horner-Spindler bewerben zu können.

In Pürgen steht noch die Kandidatur von Tosso Geisenberger unter dem Vorbehalt der nötigen Unterschriften. Ansonsten bewerben sich Wilfried Lechler (Stoffen und Ummendorf) und Hans-Peter Rehm (Lengenfeld) um die Nachfolge von Klaus Flüß, der 18 Jahre Bürgermeister war.

In den meisten Lechrain-Gemeinden läuft es auf zwei Kandidaten hinaus: In Fuchstal versucht Roland Prüll (Neue Liste Fuchstal), das Bürgermeisteramt von Erwin Karg zu übernehmen. Karg wurde von allen drei Ortsteillisten in Asch, Leeder und Seestall aufgestellt. In Igling tritt Dominique Graf von Maldeghem (UBV) gegen Günter Först (Freie Wähler) an, in Scheuring Konrad Maisterl (Freie Wähler) gegen Manfred Menhard (Dorfgemeinschaft) und in Unterdießen Eleonore Mühlberg (Udo) gegen Alexander Enthofer (Dorfgemeinschaft), letztere ebenfalls unter dem Vorbehalt, Unterstützungsunterschriften vorlegen zu müssen.

Diese benötigt auch Alexander Dürr in Schwifting. Er war bei der Nominierung der Bürgergemeinschaft gegen Heike Schappele unterlegen, hat jetzt aber einen eigenen neuen Wahlvorschlag mit der Bezeichnung „Gemeinsam für Schwifting“ eingereicht. In Schwifting gibt Georg Kaindl nach nur sechs Jahren das Bürgermeisteramt ab.

Ebenfalls zwei Kandidaten gibt es in Prittriching um die Nachfolge von Peter Ditsch: Alexander Ditsch (Dorfgemeinschaft und Wählergemeinschaft Winkl) und Ulrich Scherbaum (Unabhängige Wählergemeinschaft).

Dann gibt es am Lechrain noch einige Bürgermeister, die relativ entspannt auf den 15. März blicken können, weil sie keinen Gegenkandidaten fürchten müssen. Das sind Marco Dollinger in Kinsau, Erwin Losert in Obermeitingen, Leonhard Stork in Thaining, Dr. Albert Thurner in Vilgertshofen und Christian Bolz in Weil.

Allerdings: Eine absolute Sicherheit, wiedergewählt zu werden, ist das nicht. Ist nur ein Kandidat aufgestellt, können die Wähler auch einen anderen Namen auf den Stimmzettel schreiben. Auf diese Weise gewann 2014 Alexander Enthofer in Unterdießen die Wahl gegen Amtsinhaber Dietmar Loose. Und dann sieht das Wahlrecht in Gemeinden, in denen bislang nur ein Wahlvorschlag eingegangen ist, auch noch eine weitere spezielle Regelung vor. Für Kurzentschlossene gibt es nach dem eigentlichen Ende der Einreichungsfrist am 23. Januar auch noch eine einwöchige Nachfrist.

Interessant ist auch, dass in vier Gemeinden, in denen das Bürgermeisteramt neu besetzt werden muss, sich nur jeweils eine Person dafür bewirbt: In Apfeldorf dürfte somit Gerhard Schmid (CSU) auf Georg Epple folgen, in Hofstetten Ulrike Högenauer auf Benedikt Berchtold, in Hurlach Andreas Glatz (CSU) auf Wilhelm Böhm und in Rott Fritz Schneider auf Quirin Krötz.

Noch entspannter dürfte der Wahltag nur für zwei Bürgermeister sein: Andreas Braunegger in Denklingen und Thomas Salzberger in Kaufering wurden erst im Laufe der Wahlperiode außerhalb des üblichen Turnus gewählt, nachdem Michael Kießling (inzwischen Bundestagsabgeordneter) und Bärbel Wagener-Bühler zurückgetreten waren. In beiden Gemeinden findet keine Bürgermeisterwahl statt.

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