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Kreis Landsberg

11.11.2014

Mahnwachen für den Ausbau der S4

Am Bahnhof in Geltendorf startet unter anderem die S-Bahn Richtung München. Deren rascher Ausbau wird schon lange von Bürgerinitiativen, Kommunalpolitikern und Verkehrsexperten gefordert. 
Bild: Thorsten Jordan

Unter den Zugpendlern aus dem Raum Landsberg wächst der Unmut, weil weiter der Zeitplan für den Ausbau der S4 fehlt. Derweil erteilt die Bahn schnellen Verbesserungen eine Absage.

Wer aus dem Landkreis mit dem Zug nach München pendelt ist Kummer gewohnt und muss geduldig sein. Die Elektrifizierung der Bahnlinie Geltendorf-Lindau kam lange nicht in die Gänge, jetzt fehlt noch immer ein Zeitplan für den Ausbau der S4 zwischen Geltendorf und Pasing. Der Unmut bei vielen Pendlern wächst. Bei einem Treffen der Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“ in Fürstenfeldbruck wurden sogar Mahnwachen vor dem Innenministerium ins Spiel gebracht.

Seit Ende November 2011 liegt eine Petition der Bürgerinitiative zum sofortigen Ausbau der S4 mit über 8000 Unterschriften dem Landtag vor. Ein halbes Jahr später wurde sie vom Wirtschaftsausschuss des Landtags „gewürdigt“. Seitdem ist erkennbar nichts geschehen, kritisiert die Bürgerinitiative. „Wir fordern deshalb den Landtag und die Staatsregierung nochmals dazu auf, endlich ernsthafte Schritte zur Umsetzung dieser Petition zu unternehmen und diese öffentlich bekannt zu machen.“ Mittlerweile kann die Petition auch online unterschrieben werden.

Nur im Bereich des Geltendorfer Bahnhofs soll sich was ändern

Schnellen Verbesserungen erteilt die Bahn derweil eine Absage. Einzig im Bereich des Geltendorfer Bahnhofs werde sich etwas verändern. Dort soll nach Angaben der DB Netz bis Oktober nächsten Jahres das elektronische Stellwerk so verbessert werden, dass mehrere Züge gleichzeitig in den Bahnhof einfahren können. Bislang mussten die S-Bahnen aus München kurz vor Geltendorf anhalten, weswegen etliche Fahrgäste ihre Anschlusszüge auf der Ammerseebahn nicht erreichten. Weitere Verbesserungen für die S4 werde es aber erst geben, wenn der zweite Tunnel in München gebaut wird, so die Bahn.

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Bürgerinitiative, Kommunalpolitiker und Verkehrsexperten fordern schon jetzt den Ausbau der S4 zwischen Pasing und Buchenau. Zuletzt hatte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Mai angekündigt, dass es in diesem Bereich nur einen dreigleisigen Ausbau geben werde. Ursprünglich waren vier Gleise vorgesehen. Im Mai hatte Herrmann gesagt, er erwarte von der Bahn, dass sie rasch einen Zeitplan für den Streckenausbau vorlegt und die Planungen vorantreibt. „Wieder sind fünf Monate vergangen, und noch immer kann die Bahn weder einen Zeitplan, noch Angaben zu Kosten geschweige denn zur Finanzierung machen“, sagt der Verkehrsexperte Ralf Wiedenmann.

Morgen soll die Bayerische Staatsregierung im Wirtschaftsausschuss des Landtags zu aktuellen Fragen des Schienenverkehrs in Bayern berichten. In einem Schreiben an mehrere Landtagsabgeordnete, darunter den Landsberger Ludwig Hartmann (Grüne), fordert Wiedenmann, den Ausbau der S4 zu thematisieren. Denn ohne die Fertigstellung des Projekts könne auch der volle Nutzen der bis 2020 angestrebten Elektrifizierung nicht ausgenutzt werden. Er bezeichnet den Abschnitt zwischen Geltendorf und Pasing als Nadelöhr. Mit der Verdoppelung des Fernverkehrs zwischen München und Zürich und der Beschleunigung des Regional- und Fernverkehrs im Zuge der Elektrifizierung werde es zu einer noch stärkeren Behinderung des Bahnverkehrs kommen. „Schon jetzt gibt es regulär 22 Zugüberholungen auf der S4. Jede Verspätung eines Regionalzuges wird in das S-Bahnsystem hineingetragen“, sagt Elke Struenza, die Sprecherin der Bürgerinitiative „S4-Ausbau jetzt“.

Staatsregierung hofft auf mehr Flexibilität

Nach Ansicht der Staatsregierung reicht der abschnittsweise Bau eines dritten Gleises aus, um auf der Strecke zwischen Geltendorf und Pasing mehr Flexibilität zu erreichen. Die Fahrpläne zwischen dem Regional- und Fernverkehr sowie der S-Bahn müssten eng abgestimmt werden, hatte Innenminister Joachim Herrmann auf eine Anfrage Ludwig Hartmanns geantwortet.

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