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Landkreis Landsberg

20.08.2017

Sturm fegt über den Landkreis

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3 Bilder
In Eching fällte der Sturm die 190 Jahre alte Bischofslinde. Sie fiel auf einen Schuppen und beschädigte das Vordach einer Villa.
Bild: Helmut Söllner

Auch in der Region entwurzelt der Wind Bäume. In Weßling traf eine Linde einen Vater und seine Tochter. Sie wurden schwer verletzt. Feuerwehren und Wasserwachten hatten einiges zu tun.

Über ganz Bayern ist in der Nacht auf Samstag ein Unwetter hinweggezogen. Den Landkreis Landsberg traf der Sturm gegen 20.30 Uhr, auch hier mussten viele Feuerwehrleute ausrücken, um umgestürzte Bäume aus dem Weg zu räumen. In Weßling stürzte eine Linde auf einen Mann und ein Kind. Auch Bäume, die das Landschaftsbild prägen, wie die Bischofslinde in Eching oder Birken an der Straße von Dießen nach Fischen, wurden entwurzelt. Straßen mussten gesperrt werden, S-Bahnen und Züge fuhren nicht mehr und am Ammersee schleuderte es Boote an Land.

Der Landsberger Kreisbrandrat Johann Koller sagte im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt, dass es am Freitagabend im Landkreis um die 70 Einsätze waren. Die Kreiseinsatzzentrale sei von der Rettungsleitstelle um 20 Uhr einberufen und bis ein Uhr nachts aufrechterhalten worden. Nicht der Regen sei das Problem gewesen, so Koller, sondern der starke Wind. „Der Deutsche Wetterdienst hatte vor Böen bis zu 120 Stundenkilometern gewarnt“, so Koller. Noch um 4 Uhr morgens habe die Feuerwehr Schwabhausen ausrücken müssen, um einen Baum von der Bahnlinie zu entfernen.

Da Bäume auf Telefon- und Stromleitungen fielen, kam es auch zu Stromausfällen und Beeinträchtigungen in diesem Bereich.

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Die Polizei Weilheim berichtet von 46 Einsätze, wobei auch noch im Dienstbereich der Schongauer Inspektion Einsätze zu vermelden waren. Viel los war auch im Landkreis Starnberg: Weit mehr als 150 Einsätze waren hier laut Pressemeldung zu verzeichnen. Auch hier wurden mehrere Straßen gesperrt. Außerdem waren Feuerwehrleute und Wasserwachten auch am Samstag noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt.

Unfälle Der schlimmste Vorfall in der Region ereignete sich in Weßling: Wie die Herrschinger Polizei mitteilt, waren ein 28-jähriger Mann und seine fünfjährige Stieftochter am Kiosk des Weßlinger Sees, als dort gegen 21 Uhr das Unwetter aufzog. Sie beschlossen, schnellstmöglich mit ihren Fahrrädern nach Hause zu fahren. Sie waren auf der Straße „Am Kreuzberg“ in Weßling unterwegs, als unerwartet eine etwa 20 Meter hohe und 50 Zentimeter dicke Linde durch das Unwetter entwurzelt wurde und auf die Straße fiel. Der Mann und das Mädchen wurden unter der Last des Baumes begraben. Ersthelfer eilten umgehend herbei. Die Schwerverletzten konnten befreit und ins Klinikum Schwabing gebracht werden. Wie der Starnberger Kreisbrandrat Markus Reichart mitteilt, begleitet ein Löschfahrzeug der Feuerwehr diesen Transport, um etwaige Hindernisse sofort beseitigen zu können.

Bis auf den Unfall in Weßling gingen die anderen Vorfälle glimpflich aus. Einen auf der Straße liegenden Baum übersah ein 57-Jähriger aus Reichling zwischen Pürgen und Hofstetten. Er fuhr dagegen und setzte mit seinem Fahrzeug auf. In Höhe Unterdießen war eine 54-jährige Frau Richtung Schongau unterwegs, als ein Baum auf die Fahrzeugfront ihres Autos fiel. Dabei entstand ein erheblicher Schaden an dem Pkw. Zwischen Igling und Erpfting fiel ein fünf Meter langer Ast auf den Wagen einer 42-jährigen Autofahrerin, die einen Schock erlitt. Leicht verletzt wurde eine 78-jährige Autofahrerin, die auf der Hauptstraße in Huglfing in einen Baum fuhr. Der Schaden beläuft sich auf 5000 Euro.

S-Bahn/Bahn: Der S-Bahn-Verkehr wurde in München für etwa 40 Minuten völlig eingestellt. Der Bahnverkehr unter anderem im Allgäu und Werdenfelser Land war über mehrere Stunden betroffen. Um 21.20 Uhr fuhr zwischen Hugl-fling und Uffing ein Zug in einen Baum, der Lokführer verletzte sich leicht an der gesplitterten Frontscheibe. Zwischen Grafrath und Geltendorf fiel ein Baum auf die Gleise, sodass die S4 länger ausfiel, auch am Samstag gab es noch Beeinträchtigungen. Gesperrt war am Samstagmorgen auch noch die Bahnstrecke Geltendorf-Kaufering.

Landschaftsbild Die Echinger Bischofslinde gibt es nicht mehr. Der 1827 zu Ehren des Besuchs des Augsburger Bischofs Ignaz Albert von Riegg gepflanzte Linde an der Straße Am Thalberg riss einen Schuppen nieder und beschädigte das Vordach einer Villa, wie Helmut Söllner aus Eching mitteilt. Auch an der Birkenallee von Dießen nach Fischen wurden Bäume entwurzelt.

Hinweise: Die Polizei bittet Zeugen des Weßlinger Unfalls, sich bei der Inspektion Herrsching unter der Telefonnummer 08152/9302-0 zu melden.

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