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Klassik

10.11.2018

Wenn die Oper ins Kino kommt

Viele Zuschauer wollen nicht mehr nur Kino im Kino: Die Liste mit Opern und Ballettaufführungen wie hier „Die Walküre“ aus dem Royal Opera House nimmt weiter zu.
Bild: Julian Leitenstorfer

Opernaufführungen von der Met oder aus London, Ballett aus Moskau mit einem tollen Klangerlebnis

Oper im Kino? Das ist in Landsberg gerade ein Garant für ein besonderes Erlebnis. Die Kinos in der Region bieten Oper oder Ballett aus der Met, dem Royal Opera House in London oder vom russischen Bolshoi Theater. Ein besonderes Erlebnis, denn man ist bei den Premieren „live“ mit dabei und bekommt auch noch viele Hintergrundinformationen. Zudem ist der Preis im Vergleich zu einer Reise zu den Opernhäusern durchaus öfters finanzierbar. Penzing und Kaufering haben die Met (Metropolitan Opera in New York) im Angebot und das Familienkino von Rudolf Gilk in Landsberg bietet derzeit neben dem Londoner Opernhaus die Ballett- Inszenierungen aus Moskau an.

Wagners „Walküre“ konnte im Olympia Filmtheater live miterlebt werden, mit einer fantastischen Brünnhilde (Nina Stemme) und einem gewaltigen Wotan (John Lundgren). Näher kann man an einem Ereignis gar nicht teilnehmen und in den Pausen auch noch von Schauspieler Stephen Fry über wichtige Details informiert werden. Die nächste Inszenierung ist am Sonntag 11. November, 16 Uhr live aus dem Bolshoi in Moskau im Olympia Filmtheater: „La Sylphide“ zu sehen und zu hören. Rudolf Gilk: „Das ist ein schönes Erlebnis, und die Ballettaufführungen sind bei den Zuschauern gerade vor Weihnachten sehr beliebt.“ Die Bolshoi-Saison bietet zum Auftakt romantisches Ballett. „La Sylphide“ ist eines der ältesten Ballette der Welt und ein Meisterwerk des dänischen Bournonville-Stils. Die Entwicklung des heutigen Spitzentanzes ist durch „La Sylphide“ entstanden. Die Tänzerin Marie Taglioni war in der Uraufführung 1832 mit ihrem schwerelosen Tanz auf Zehenspitzen zu erleben. Von Johann Kobborg neu inszeniert, entpuppt es sich als romantisches Meisterwerk. Sylphide ist eine geflügelte Waldfee, die als perfekte, aber unerreichbare Frau für James aus dem Nichts erscheint. Am Tag seiner Hochzeit wird der junge Schotte James von dieser übernatürlichen, geflügelten Kreatur, einer Sylphe, wachgeküsst. Von ihrer Schönheit verzaubert, riskiert James alles, um eine Liebe auszuleben, die unerfüllbar ist.

Gefilmt mit über zehn Kameras in HD und 5.1 Sound bieten die Bolshoi-Live-Übertragungen dem Publikum die Möglichkeit, den Tänzern so nah wie nie zuvor zu sein. Interviews mit Tänzern und Choreografen sowie eine Backstageführung erlauben in den Pausen einen Blick hinter die Kulissen der renommiertesten Ballettkompanie der Welt. Die Saison 2018/19 des Bol-shois wird in über 1000 Kinos auf der ganzen Welt live übertragen.

Auch im Cineplex in Penzing ist Ballettzeit mit dem Royal Opera House: unter anderem am Dienstag, 13. November, mit „La Bayadere“. In ihrer Interpretation dieses klassischen Balletts aus dem 19. Jahrhundert lässt Natalia Makarova eine exotische Welt der Tempeltänzerinnen und edlen Krieger wiederauferstehen. Marius Petipas Fantasie spielt in einem märchenhaften Indien. Es geht darin um eine Tempeltänzerin und den Prinzen, der sie liebt und doch eine andere zur Frau nimmt. Der berühmte „weiße Akt“ ist ein Höhepunkt für das Corps de ballet: Im Mondlicht des Königreichs der Schatten wird der Prinz von verschiedenen Verkörperungen seiner verflossenen Liebe heimgesucht. Die Choreografie ermöglicht zwei Ballerinen einen brillanten Wettstreit, und in einem Solo erwacht eine Bronzestatue zum Leben. Melodisch und atmosphärisch entspricht Minkus’ Musik genau dem Fluss und der Präzision der klassischen Choreografie und der dramatischen Erzählkunst. Dauer: drei Stunden, inklusive zwei Pausen. Kauferinger Filmpalast ist die Met aus New York zu Gast. Mit seiner packendenden Sicht auf Winston Grahams Novelle „Marnie“ präsentiert Komponist Nico Muhly seine zweite Auftragsarbeit für die Metropolitan Opera. Angesiedelt in den 1950er-Jahren geht es um eine schöne und geheimnisvolle junge Frau, die verschiedene Persönlichkeiten annimmt. Librettist Nicholas Wright schafft eine cineastische Welt um diese berauschende Geschichte, die auch Alfred Hitchcock zu seinem Film inspirierte. Zu sehen am Samstag, 10. November, ab 19 Uhr. Die Opernprogramme der Kinos finden Sie im jeweiligen Onlineauftritt. (lua)

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