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Elektrifizierung

29.11.2018

Zwei Bahnunternehmen geraten aneinander

Weil sich die Baustelle der Bahn zwischen Buchloe und Kaufering länger hinzieht, wird es auf der Strecke vom Allgäu nach München, aber auch auf den Abschnitten, die die Allgäu-Bahn kreuzen, länger zu Verspätungen kommen.
Bild: Thorsten Jordan

Die Baumaßnahmen zwischen Buchloe und Kaufering dauern länger. Doch das wurde erst kurzfristig von der Bahn mitgeteilt. Fahrgäste müssen den ganzen Winter über mit Verspätungen leben

Ziemlich gekracht haben muss es zwischen der Deutschen Bahn (DB) und der Bayerischen Regiobahn ( BRB). Anlass ist, dass sich die Baumaßnahmen zur Elektrifizierung zwischen Kaufering und Buchloe in die Länge ziehen. Davon ist ab dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember auch die BRB betroffen. Denn die BRB verkehrt dann von Augsburg über Kaufering nach Landsberg und über Buchloe ins Allgäu. Ihre Züge kreuzen dann die Ausbaustrecke und könnten auch davon betroffen sein, dass die Strecke zum Fahrplanwechsel weiter nur eingleisig befahrbar sein wird. Davon unterrichtet worden sei man erst Mitte November.

Ja, der Fehler liege eindeutig bei der DB, räumt der für die Großprojekte der DB zuständige Sprecher ein. „Wir bedauern, dass die BRB offiziell erst Mitte November alle detaillierten Informationen erhalten hat, das hätte nicht sein dürfen.“ Dass der ursprünglich geplante Bauablauf nicht zu halten sein werde, sei aber bereits im Sommer angesprochen worden.

Zunächst sei geplant gewesen, die aktuell laufenden Bauarbeiten zwischen Buchloe und Kaufering (Oberleitungsmasten setzen, Oberleitung installieren, Schallschutzwände errichten) vom 8. Oktober bis 8. Dezember auszuführen. Nach einer vierwöchigen Pause hätte es dann vom 7. Januar bis 2. März weitergehen sollen. Nun ist keine Unterbrechung mehr vorgesehen. Der Grund liegt laut DB darin, dass es im Abschnitt Buchloe-Memmingen zu Verzögerungen gekommen sei und sich die Arbeiten um vier Wochen bis 15. Oktober verlängerten. Dies hätte bedeutet, dass sich beide Bauabschnitte überlagern, und deshalb habe die DB bereits im Sommer entschieden, zwischen Buchloe und Kaufering zwei Wochen später zu beginnen und ununterbrochen bis März durchzuarbeiten.

„Wir haben zwar Verständnis dafür, dass diese Bauarbeiten für die DB Netz AG von hoher Wichtigkeit sind, nicht aber dafür, dass unsere Fahrgäste und wir dafür die Leidtragenden sein sollen und uns somit ein reibungsloser Betriebsstart unnötig erschwert wird“, kritisiert Fabian Amini, Geschäftsführer der BRB. „Streng geregelte Prozesse schreiben eine Information mit 24 Wochen Vorlauf vor, damit wir entsprechend umplanen und einen stabilen Betrieb sicherstellen können. Dass die Information erst dreieinhalb Wochen vor unserer Betriebsaufnahme erfolgte, zeugt leider erneut von misslungenem Baustellenmanagement und verspäteter Kommunikation seitens der DB Netz AG.“ Die BRB behalte sich diesbezüglich rechtliche Schritte vor. BRB-Sprecher Christopher Raabe ergänzt: Sein Unternehmen müsse jetzt kurzfristig umdisponieren, denn es sei an den Kreuzungsbahnhöfen in Buchloe und Kaufering von der Eingleisigkeit betroffen.

Aber in welchem Maße wird der Verkehr beeinträchtigt? Konkret sei das schwer zu sagen, heißt es vonseiten der Deutschen Bahn. Wenn zwischen Buchloe und Kaufering nur ein Gleis befahrbar sei, könne es zu längeren Wartezeiten in den Bahnhöfen kommen, erklärt deren Sprecher. Das betreffe die München-Pendler, die in Buchloe oder Kaufering einsteigen, vor allem morgens. Die Verzögerungen könnten sich mal auf fünf, mal auch auf 15 Minuten belaufen. Bei der Rückfahrt sieht der Sprecher keine größeren Beeinträchtigungen für die Bahnkunden. Dieser Zustand habe aber auch schon in den vergangenen Wochen geherrscht. (ger)

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