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Landsberg

10.03.2020

Eishockey: Drohen dem HC Landsberg Geisterspiele oder sogar eine Absage?

In den Play-offs kann man in Landsberg mit einem „vollen Haus“ rechnen – doch dazu wird es nach dem Veranstaltungsverbot diesmal sicher nicht kommen. Aber nicht nur in welcher Form die K.-o.-Runde stattfindet, ist derzeit offen.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Plus Die Play-offs in der Eishockey-Bayernliga könnten wegen des Coronavirus ohne Zuschauer stattfinden. Das hat finanzielle Auswirkungen auf die Vereine. Vielleicht endet die Saison aber auch vorzeitig.

Jetzt ist es fix: In Bayern sind bis Ende der Osterferien Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern verboten. Damit nicht genug: Bei Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Personen empfiehlt die Staatsregierung eine Absage in Rücksprache mit den Behörden. Was bedeutet das für die Play-off-Spiele des HC Landsberg? Das Landsberger Tagblatt hat beim HCL und in Höchstadt nachgefragt.

Joachim Simon, Pressesprecher des HC Landsberg, findet die Situation momentan schwierig: „Bis jetzt haben wir nichts Schriftliches, wenn eine Anordnung kommt, müssen wird uns natürlich danach richten.“ Wie gestern berichtet, hatte man sich vorstellen können, die Zuschauerzahl auf unter 1000 zu deckeln – doch das würde jetzt nicht mehr reichen. Schon ab 500 Besuchern wird eine Absage empfohlen.

Auch in Höchstadt wartet man ab

„Wir müssen jetzt einfach abwarten, welche Anordnungen wir erhalten“, sagt Simon. Ähnlich sieht man es auch beim Höchstadter EC. „Derzeit warten wir, wie auch die anderen Vereine ab, wie am Wochenende die offiziellen Vorgaben sein werden und nach diesen werden wir uns dann natürlich richten“, teilte Pressesprecherin Caroline Hanke mit. Sobald man genaue Informationen habe, so die Pressesprecherin weiter, „werden wir unsere Vorgehensweise veröffentlichen und natürlich auch mit dem HC Landsberg zusammen nach einer bestmöglichen Lösung suchen.“

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Die Möglichkeit, dass die Play-offs als „Geisterspiele“, also ohne Zuschauer, durchgeführt werden müssen, steht im Raum. „Das wäre natürlich sehr ärgerlich, aber für uns nicht existenzgefährdend“, sagt Simon. Was ein „Geisterspiel“ für andere Vereine bedeute, könne er nicht sagen. „Es könnte natürlich sein, dass es dann bei anderen Vereinen dick reingeht.“

Der Dachverband hat sich noch nicht entschieden

Es könnte aber auch sein, dass die Play-offs ganz abgesagt werden. Eishockey-Obmann Frank Butz konnte dazu gestern noch keine Auskunft geben. „Ich warte die Entscheidungen des Dachverbands ab“, sagte er und fügte an: „Es ist alles offen.“

In der Deutschen Eishockeyliga (DEL) gebe es bereits Überlegungen, die Play-offs abzusagen, wusste Simon. „Aber diese Vereine haben natürlich ganz andere Ausgaben als wir.“ Der HCL-Pressesprecher rechnet damit, dass spätestens am Mittwochabend verbindliche Vorgaben auch vonseiten des Verbands vorliegen. „Das Zeitfenster schließt sich demnächst.“ Abwarten heißt es auch für die Fans des HCL. Norbert Rosensprung hat einen Bus nach Höchstadt am Freitag organisiert: „Ich sitze jetzt auch auf Kohlen.“

Kein Reisacher Cup in diesem Jahr

Betroffen vom Coronavirus ist auch der Reisacher Cup, der am Wochenende in Landsberg ausgetragen werden sollte. Das Turnier zählt inzwischen zu den größten in Deutschland für die kleinsten Eishockeyspieler. Muss aber in dieser Saison abgesagt werden, wie Joachim Simon mitteilte. In den vergangenen Tagen waren bei Thomas Blaschta, Nachwuchspräsident beim HC Landsberg, bereits vier Absagen eingegangen: Die erste Absage war vom EV Füssen gekommen: Im Umfeld eines U9-Spielers sei ein Corona-Fall bekannt geworden, sagt Blaschta. Dann zogen Red Bull Salzburg, Meran und Winterthur (Schweiz) nach.

Da nun auch vonseiten des Verbands keine Freundschaftsspiele der Altersklassen U7, U9 und U11 mehr genehmigt werden, habe man sich entschlossen, das Turnier abzusagen, so Simon. "Ob die jetzt getroffenen Maßnahmen richtig oder falsch sind, wird man erst daran sehen, ob man die Ausbreitung des Coronavirus verhindern kann", sagt Simon. Man wolle nicht "im Panikrad mitdrehen", und es sei natürlich schade, da sehr viel ehrenamtliche Arbeit in der Vorbereitung des Turniers stecke, aber "die Gesundheit geht auf jeden Fall vor".

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