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Unterallgäu/Ostallgäu

15.02.2021

Das Kandidatenfeld für die Bundestagswahl steht weitgehend fest

Blick in den Plenarsaal des Bundestags im Reichstagsgebäude in Berlin.
Bild: Kay Nietfeld/dpa

Plus Stephan Stracke (CSU) und Susanne Ferschl (Linke) wollen auch weiterhin die Region in Berlin vertreten. Wen die übrigen im Parlament vertretenen Parteien diesmal in Rennen schicken.

Durch den Lockdown gelten in diesem Jahr besondere Anforderungen bei der Nominierung der Kandidaten zur Bundestagswahl. Im Wahlkreis 257, dem neben dem Ostallgäu mit Kaufbeuren auch Teile des Unterallgäus mit Memmingen angehören, kristallisiert sich inzwischen das Kandidatenfeld heraus. Wir stellen die Politiker vor.

Als sicher gilt, dass Stephan Stracke, der das Direktmandat innehat, erneut bei der CSU antritt – auch wenn die Nominierung noch aussteht. Als Kandidatin bereits nominiert ist hingegen Susanne Ferschl (Linke) aus Kaufbeuren, die vor vier Jahren über die Liste ins Parlament eingezogen ist. Fest steht bereits der Wahltermin: Am Sonntag, 26. September, sind die Bürger in Deutschland aufgerufen, neu über die Zusammensetzung des Parlaments zu entscheiden.

Für die CSU drängt die Zeit

Im vergangenen Sommer hatte die CSU auf Anraten der Parteiführung die Nominierung noch verschoben. Hintergrund war, dass man nach Abklingen der Corona-Welle eine Präsenz-Nominierung abhalten wollte. Doch dies zerschlug sich. Nun allerdings drängt allmählich die Zeit. Denn zunächst müssen die CSU-Ortsverbände im Ost- und im Unterallgäu Delegierte bestimmen, die dann beim gemeinsamen Nominierungsparteitag den Kandidaten wählen. Für Aufsehen hatte unlängst die Buchloer CSU gesorgt, die die Delegierten bei einer Präsenzveranstaltung mit 34 Teilnehmern wählte.

Stephan Stracke (CSU)

Inzwischen hat der Bundestag den Weg frei gemacht, damit auch dieses Verfahren auf digitalem Wege oder per Briefwahl möglich wird. Da es allerdings viele ältere Mitglieder in der Partei gibt, möchte Stephan Stracke beispielsweise als Vorsitzender im Kaufbeurer Ortsverband bei einem kurzen Treffen unter freiem Himmel allen Anwesenden die Möglichkeit geben, über die Delegiertenliste abzustimmen.

Wann die eigentliche Nominierungsversammlung stattfinden wird, ist noch offen. Fest steht allerdings, dass sich Stracke erneut um das Mandat bewerben will. Der 46-jährige Jurist ist verheiratet, Vater von drei Kindern und vertritt den Wahlkreis seit 2009 in Berlin.

Ein Polizist aus Bad Wörishofen tritt für die Grünen an

Daniel Pflügl heißt der Direktkandidat der Grünen. Pflügl ist 45 Jahre alt, wohnt in Bad Wörishofen, engagiert sich im Unterallgäu in der Kommunalpolitik und arbeitet als Kommissar bei der Kriminalpolizei. Bei der Nominierung mit 51 stimmberechtigten Parteigängern setzt er sich mit 35 Stimmen klar gegen zwei Mitbewerber durch. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht der dreifache Familienvater in der inneren Sicherheit. Pflügl ist auch Bezirkssprecher der Grünen in Schwaben. Entscheidend für die Wahlchancen Pflügls dürfte sein Platz auf der Landesliste sein. Darüber entscheiden die Grünen voraussichtlich Mitte April.

Daniel Pflügl

Regina Leenders ist inzwischen als Kandidatin der SPD im Wahlkreis gesetzt. Die 30-Jährige arbeitet als Schauspielerin am Landestheater Schwaben und lebt in Memmingen. Schwerpunkte sieht die Vorsitzende der Jusos Memmingen-Unterallgäu in einem gerechteren Bildungssystem sowie in der Kulturpolitik. Regina Renner aus dem Ostallgäu, die zunächst ebenfalls ihren Hut für eine Kandidatur in den Ring geworfen hatte, zog ihre Bewerbung vor der Nominierung aus persönlichen Gründen zurück.

Regine Leenders (SPD)

Erneut in den Bundestag einziehen will neben Stracke auch Susanne Ferschl. Die 47-Jährige ist ausgebildete Chemielaborantin und war einige Zeit Betriebsratsvorsitzende bei der Firma Nestlé in Biessenhofen, ehe sie vor vier Jahren über die Landesliste der Linken erstmals ins Parlament gewählt wurde. Im Bundestag ist sie Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales. Zudem ist sie stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihrer Partei. Ausschlaggebend für ihre Wiederwahl dürfte erneut die Platzierung auf der Landesliste der Linken sein. Über die Reihenfolge entscheiden die Delegierten voraussichtlich am 27. April.

Susanne Ferschl (Die Linke)

Die AfD hat bisher niemanden nominiert

Bei der AfD hat bisher noch keine Nominierung für die Bundestagswahl im Wahlkreis 257 stattgefunden, heißt es von der Landesgeschäftsstelle der Partei. Aktuell sucht die Partei Räume, um im März die Aufstellungsversammlung durchzuführen. Gegenüber unserer Zeitung erklärte Kreisvorsitzender Karl Keller, dass er voraussichtlich selbst die Kandidatur übernehmen wird. Der 66-jährige Landwirt, der früher in Jengen wohnte, ist wieder an seinen Geburtsort Altensteig im Unterallgäu gezogen. Als Bauer und Handwerker möchte er die Sorgen der Bürger im Bundestag vertreten. Zudem bekenne er sich zur traditionellen Familie als Leitbild für die Jugend, erklärt Keller.

Karl Keller (AfD)

Auf Jungwähler setzt die FDP im Wahlkreis bei der Bundestagswahl. Bereits im Oktober kürten die Liberalen bei einer Versammlung in Buchloe den 18-jährigen Kai Fackler zu ihrem Kandidaten. Fackler kommt aus Memmingen und startete im vergangenen Jahr nach dem Abitur ein Jurastudium. Bei seiner Nominierung ging er vor allem auf die Themen Digitalisierung und Bildung ein.

Kai Fackler (FDP)

Die ÖDP ist zwar nicht im Bundestag vertreten, dennoch ist sie seit Jahrzehnten vor allem mit Volksbegehren aktiv und sitzt auch im Kreistag. Im Wahlkreis 257 versucht die ÖDP diesmal, mit dem 49-jährigen Alexander Abt Stimmen zu erhalten. Der Polizeibeamte aus Memmingen vertritt seine Partei auch im Bezirkstag Schwaben. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen im Bereich Soziales und Nachhaltigkeit.

Alexander Abt

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