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Kommunalpolitik

07.06.2018

Grenzübergreifende Lösungen fürs Wertachtal

Sie alle diskutierten in Wiedergeltingen über „Leben und Wirtschaften im Grenzbereich“: (von links) Salamander-Chef Götz Schmiedeknecht, Wiedergeltingens Bürgermeister Norbert Führer, Buchloes Bürgermeister Josef Schweinberger, CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, Max Huber jun. (Kunststofftechnik), CSU-Vorsitzender für Wiedergeltingen und Amberg, Franz Makeschin, Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer, Ambergs Bürgermeister Peter Kneipp, Türkheims Bürgermeister Christian Kähler und  Andreas Epp (Agrardienste Türkheim).
Bild: Gutmann

Bürger und Politiker diskutieren in Wiedergeltingen über „Leben und Wirtschaft im Grenzbereich“.

Die Bürgermeister aus Wiedergeltingen, Amberg, Türkheim und Buchloe und vier Vertreter mittelständischer Betriebe hatten sich Gedanken gemacht zu Problemen, die nur gemeinsam gelöst werden können. „Leben und Wirtschaften im Grenzbereich der Landkreise Unterallgäu und Ostallgäu“ lautete das Thema der Veranstaltung. Alles drehte sich um die Frage: Wie ist die Situation jetzt und was kann in Zukunft gemeinsam in Angriff genommen werden? Zum politischen Dialog hatte Professor Franz Makeschin, Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes Amberg-Wiedergeltingen, in die Schule in Wiedergeltingen geladen.

Es ging zum Beispiel um die angespannte Wohnraumsituation. Immer mehr Menschen zieht es in das Gebiet westlich von München. Es ging um die strukturelle Veränderung der Dörfer: immer weniger landwirtschaftliche Betriebe, aber immer noch große Höfe in den Orten, Leerstände im Ortskern und zu viel Flächenverbrauch im Randbereich.

Ortsansässige Firmen suchen dringend gute Arbeitskräfte und Facharbeiter, doch in den Städten locken deutlich höhere Gehälter. Josef Schweinberger, Bürgermeister von Buchloe, kritisierte als weiteres Problem die Situation um den Bahnhof der Stadt. Immer mehr Pendler bräuchten immer mehr Parkplätze, die die Stadt zur Verfügung stellen müsse. Dazu würden die Zubringerstrecken immer stärker frequentiert. Und das werde sicher nicht besser.

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Nach der Elektrifizierung der Bahn wird man noch schneller nach München reisen können, was auch Angelika Schorer, CSU-Landtagsabgeordnete aus Kaufbeuren betonte. Auch Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer war zu der Diskussionsrunde gekommen und begrüßte die Zusammenarbeit über die Landkreisgrenzen hinaus. „Buchloe hat eine gute Infrastruktur. Bei den Dörfern drumherum ist das schon schwieriger. Die Metropolregion München wächst weiter, es gibt viel zu wenig Wohnraum, was Auswirkungen bis in das Unterallgäu hat“, beschrieb er die Situation. Was nicht gewünscht sei, seien „Schlaf-Gemeinden“, in denen Pendler nur übernachten. Pschierer erklärte: „Ich habe jetzt keine Antworten. Aber formulieren Sie, was Sie von der Politik erwarten!“

Bei der weiteren Diskussion kristallisierten sich bestimmte Aufgabenbereiche heraus, dass etwa Anreize geschaffen werden müssen, damit Grundstücke und Häuser in der Ortsmitte der Dörfer verkauft werden. Es müssten aber auch Konzepte vorgeschlagen werden, Rahmenpläne, wie die Ortsgestaltung einmal aussehen soll.

Mehr Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr auf dem Land auch und gerade über die Landkreisgrenzen hinaus, besonders auch für immer mehr ältere Menschen, seien notwendig.

Götz Schmiedeknecht, CEO von Salamander Industrie-Produkte in Türkheim, schlug vor, in Zukunft gemeinsam aufzutreten und als Wirtschaftsregion Allgäu um Fachkräfte zu werben. „Wir brauchen gute Arbeitskräfte und für diese bezahlbaren Wohnraum“, sagte er. Allen war zuletzt klar, dass die Probleme nur in einer gemeinsamen Runde gelöst werden können.

Professor Franz Makeschin resümierte: „Zu den Fragen der Wirtschaftlichkeit, der Ökologie und Nachhaltigkeit, zur Dorfentwicklung und der Verkehrssituation müssen wir Kontakt zu Fachleuten aufnehmen und Vorschläge ausarbeiten.“ Ein guter Ansatz, der hoffentlich weitergeführt wird und für die Region gute Lösungen für die Zukunft bringen möge.

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