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Pfaffenhausen

27.03.2019

Wie Pfaffenhausen sein Gesicht verändert

In Pfaffenhausen tut sich was: An der B 16 entstehen womöglich bald ein neuer Supermarkt, ein neues Feuerwehrhaus und zehn Bauplätze. Doch auch innerorts sind Pläne vorhanden, etwa für den Kirchplatz.
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In Pfaffenhausen tut sich was: An der B 16 entstehen womöglich bald ein neuer Supermarkt, ein neues Feuerwehrhaus und zehn Bauplätze. Doch auch innerorts sind Pläne vorhanden, etwa für den Kirchplatz.
Bild: Wagner

Bürgermeister Franz Renftle gibt Einblick in die Planungen zum Gebiet zwischen der Weilbacher Straße und der B 16. Auch zur Dorferneuerung gibt es Neuigkeiten.

Neue Nachrichten zur Entwicklung an der Weilbacher Straße hat Pfaffenhausens Bürgermeister Franz Renftle bei der Bürgerversammlung in der Aula verkündet. Auf Nachfrage einiger Bürger im Diskussionsteil sagte er: „Es hat sich ergeben, dass man dort ein Paket schnüren kann.“ Zwischen der B 16 nach Krumbach und der Weilbacher Straße sollen nicht nur wie berichtet ein Edeka-Supermarkt entstehen, sondern auch ein neues Feuerwehrhaus sowie zehn Bauplätze. Der Edeka werde über die B16 erschlossen, das Feuerwehrhaus über die Weilbacher Straße.

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Ende Februar, so Renftle, habe die Gemeinde den Notarvertrag unterschrieben, nun müsse Baurecht für den Supermarkt geschaffen werden – vorher seien der Gemeinde für weitere Schritte die Hände gebunden. Seit 2015 führe Pfaffenhausen eine Liste über Bauinteressenten: Momentan gebe es zwischen 20 und 25 eingetragene Personen – darunter aber bestimmt ein paar Karteileichen, wie Renftle vermutete.

Das Bahnhofsareal soll als Wohnfläche vermarktet werden

Der Wunsch nach einem neuen Feuerwehrhaus hat den Bürgermeister seit Beginn seiner Amtszeit beschäftigt. Er habe erst drei Alternativen erarbeitet, die alle nichts geworden seien: Sie waren zu teuer oder man sei mit den Grundstücksverhandlungen nicht weitergekommen. Auch eine vierte Variante habe sich zerschlagen.

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Noch vor Renftles Zeit als Rathauschef hatte die Gemeinde nach dem Ende der Firma Wanner das Bahnhofsareal gekauft. Es habe sich aber herausgestellt, dass dies nicht der geeignete Platz für ein neues Feuerwehrhaus sei. Nun soll die Fläche am Bahnhof komplett als Wohnfläche vermarktet werden: Im Gemeinderat werde demnächst entschieden, wie dort gebaut werden soll, erklärte Renftle. Auch mit der Zukunft des ehemaligen Kindergartens werde man sich in diesem Jahr beschäftigen.

Neben den Bauprojekten des Marktes beschäftigte die Bürger auch die Kläranlage und ihre Auslastung, besonders jetzt, da Egelhofen wie berichtet angeschlossen wird. Wie Bürgermeister Franz Renftle im Nachgang der Sitzung berichtigte, sei die Kläranlage für 4350 Einwohner ausgelegt, momentan hingen 3500 Personen dran. Sollten neue Häuser, etwa in einem Baugebiet, dazukommen, würden diese über die Satzung abgerechnet, erklärte Renftle. Anders als beim aktuellen Fall Egelhofen habe das ebenfalls angesprochene Schöneberg aber eine eigene Abwassersatzung – hier sei der Fall also anders gelagert, sollte der Ort sein Abwasser einmal nach Pfaffenhausen leiten wollen.

Dorferneuerung: Der Ingenieur stellt bald sein Konzept vor

Renftle bestätigte auf Nachfrage, dass die Firmen im interkommunalen Gewerbepark ihr Wasser aus Salgen bekommen und ihr Abwasser nach Pfaffenhausen leiten. Die finanzielle Schieflage, die dadurch entstanden sei, habe Salgen bislang mit einer sechsstelligen Summe ausgeglichen. „Salgen ist da ein fairer Partner“, freute sich Renftle. Grundsätzlich werde der Gewerbepark gut angenommen, momentan steht man beim zweiten Bauabschnitt. Die Verträge seien teils schon beim Notar. Für den dritten Bauabschnitt laufen bereits die Planungen.

Ebenfalls mit dem Abwasser zusammen hängt die Entwicklung bei der Dorferneuerung in Pfaffenhausen. „Es hat jetzt fast mehr als ein halbes Jahr gedauert, bis der Ingenieur das durchgerechnet hat“, sagte Renftle. Denn erst wenn Pfaffenhausen ein Konzept zur Versickerung von Regenwasser vorlegt, kann die Dorferneuerung weitergehen. „Die erwarten von uns einen Generalplan“, sagte Renftle. Die gute Nachricht: Eine zeitliche Frist für die Förderung gibt es nicht. In den nächsten Wochen soll der Ingenieur sein Konzept im Marktrat präsentieren. Erst wenn die Behörden überzeugt seien, dass es ein gangbarer Weg sei, „werden sie uns das Okay für den Bauabschnitt eins bei der Markgrafstraße und dem Kirchplatz geben“, sagte Renftle.

Pfaffenhausen wächst moderat - und wird immer älter

Vor der Diskussion hatte Bürgermeister Franz Renftle gemeinsam mit den knapp 100 Zuhörern auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Pfaffenhausen wachse moderat und werde durchschnittlich immer älter, sagte er und stellte die Zahlen vor.

Die Steuerkraft des Marktes sei gut, was aber Auswirkungen auf die Kreisumlage habe, die sich dann mit Verzögerung erhöhe. Die Pro-Kopf-Verschuldung in Pfaffenhausen liegt bei 1721 Euro. Rechnet man die Investitionen ins Altenheim und die Photovoltaik-Anlage raus, die sich refinanzieren, komme man auf eine Summe von rund 950 Euro, rechnete Renftle vor. „Das ist ein Wert, mit dem man leben kann, wenn man sieht, was man in Pfaffenhausen alles gemacht hat“, sagte der Bürgermeister.

Bürgermeister Renftle wirbt um Nachwuchs für die Kommunalwahl 2020

Er erwähnte verschiedene Neuerungen wie zwei Fahrzeuge (Kombi und kleiner Traktor) und ein Salzsilo für den Bauhof sowie neue Mitarbeiter in der Gemeinde und Verwaltungsgemeinschaft (VG). Der Umbau des VG-Gebäudes sei 2018 beendet worden und hätte mit 840000 Euro rund 10000 Euro weniger gekostet als geplant, verriet er stolz. Gespart hat die Gemeinde auch beim Radweg in den Gewerbepark, der dank eines Bundesförderungsprogramms der Gemeinde nichts gekostet hat außer die Beleuchtung (15000 Euro). Die Straßenbeleuchtung im Markt und den Ortsteilen werde stückweise erneuert. Das Riedhaus habe Pfaffenhausen an ein Ehepaar verkauft, das es ausbaut und dort Wohnraum für sich und andere schafft. Der Markt habe den Gasthof Kreuz gekauft, dessen Gelände mit zum Dorferneuerungsgebiet gehört. Renftle ging auch auf zahlreiche Veranstaltungen ein, etwa die Sommermesse der Handels- und Gewerbevereinigung oder den wiederbelebten Nikolauseinzug. Seit 1. Oktober fährt der Flexibus auch nach Pfaffenhausen.

Am Ende seines Vortrags warb Renftle für die Kommunalwahl 2020. Einige Markträte werden aufhören, „wir brauchen Nachwuchs“, so Renftle. „Das beschränkt sich nicht nur auf Im-Keller-Sitzen, man kommt auch an die frische Luft“, sagte er schmunzelnd und verwies auf den Ausflug des Marktrats in einen Leuchtenpark.

Lesen Sie über das geplante Supermarkt-Projekt auch:

Pläne für neuen Supermarkt in Pfaffenhausen

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