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Eishockey

21.06.2020

Rückt der ESV Türkheim nach oben?

Franz Döring
Bild: Prestele

Plus Weil sich der TSV Farchant aus der Landesliga zurückzieht, bringt ein Verein den ESV Türkheim ins Spiel.

Wird im Sieben-Schwaben-Eisstadion in Türkheim bald Landesliga-Eishockey gezeigt? Wenn es nach Lorenz Barfüßer geht, dann vielleicht schon.

In einem Bericht des Münchner Merkur kann sich der Präsident des Eishockey-Landesligisten SC Forst den ESV Türkheim in der kommenden Saison als Gegner in der Landesliga vorstellen. Hintergrund ist der freiwillige Rückzug des TSV Farchant aus der Landesliga und dessen Antreten in der neuen Bezirksligasaison. „Warum sollten die nicht nachrücken?“, fragt Barfüßer mit Blick auf den ERC Lechbruck und den ESV Türkheim. Schließlich kümmerten sich beide Vereine vorbildlich um den Nachwuchs – was beim Bayerischen Eissportverband (BEV) immer gern gesehen wird.

Doch wäre der ESV Türkheim für die Landesliga überhaupt gerüstet? „Ich habe den Bericht auch gelesen und natürlich fühlen wir uns geehrt, wenn andere Vereine unsere Arbeit schätzen und uns bei dieser Sache ins Spiel bringen“, sagt Franz Döring. Der Sportliche Leiter des ESV Türkheim gibt aber zu, dass man im Verein noch keinen Gedanken an dieses mögliche Szenario verschwendet hat. Sportlich, davon geht Döring aus, habe man das Zeug dazu, in der Landesliga bestehen zu können. In der abgelaufenen Bezirksligasaison wurden die Türkheimer in ihrer Gruppe hinter dem ERC Lechbruck Vizemeister. In den anschließenden Play-offs musste sich die Mannschaft von Trainer Michael Fischer dann der Übermannschaft der Bezirksligasaison, den Wanderers Germering, jedoch deutlich in zwei Spielen geschlagen geben. Die Germeringer standen am Ende auch im Bezirksligafinale – doch der Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie verhinderte die Finalserie gegen die SG Miesbach/Schliersee.

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Noch ist unklar, ob sich der ESV Türkheim den Aufstieg leisten kann und will

„Wir wissen alle ja noch gar nicht, wohin die Reise gehen wird“, sagt Döring. Kann die Saison im Herbst starten? Dürfen dann Zuschauer ins Stadion? Wie sieht es mit der Nutzung von Umkleidekabinen aus? Kann man bei Auswärtsspielen Fahrgemeinschaften bilden? Erst wenn diese Fragen alle geklärt sind, könne man sich über die Spielzeit Gedanken machen, so Döring. Und darüber, in welcher Liga man gegebenenfalls antritt. Denn: „Eine solche Sache müssen alle im Verein gemeinsam entscheiden. Wir müssen die Spieler und die Trainer fragen, ob sie das wollen. Und es muss geklärt sein, ob wir uns das auch finanziell leisten können“, sagt Döring. Denn wie viele Vereine muss auch der ESV Türkheim aufgrund der Corona-Pandemie mit hohen Einbußen rechnen. Es gab bislang keinen Flohmarkt im Stadion, auch das Walstraßenfest und das Herzogsfest fallen als Einnahmequellen weg. Ein finanzielles Wagnis wird der Verein jedenfalls nicht eingehen, soviel steht fest.

„Wenn der BEV auf uns zukommt, werden wir uns damit befassen. Aber wir gehen den Schritt dann nur, wenn auch wirklich alle wollen“, sagt Franz Döring. Sportlich sei die Landesliga reizvoll, nachdem die drei Schwergewichte – VfR Ulm/Neu-Ulm, ESV Buchloe und ESC Kempten – den Aufstieg in die Bayernliga wahrnehmen. „Die Liga konsolidiert sich gerade“, sagt Döring. Umso schwerer tut er sich, die Entscheidung des TSV Farchant nachzuvollziehen. „Aus Kostengründen wollen sie in der Bezirksliga antreten – und das, obwohl die Landesliga in der neuen Saison finanziell wohl so ausgeglichen ist, wie lange nicht mehr.“

Sollten die Türkheimer in der Bezirksliga bleiben, wird die Saison nicht weniger attraktiv. Denn mit dem ERC Sonthofen, der aus finanziellen Gründen die Bayernliga verlassen haben, kommt ein echtes Schwergewicht in die Liga. „Das wird eine Hammergruppe“, schwärmt Döring. Sonthofen sei eine „brachiale Mannschaft“ für die Bezirksliga. Anfang Juli werden die neuen Gruppen vom BEV eingeteilt. Dann steht zumindest auf dem Papier fest, wer wann gegen wen spielt. Wann der erste Puck fällt, liegt allerdings in der Hand der Politik.

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