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Weißenhorn

16.11.2017

Bezahlbarer Wohnraum verzweifelt gesucht

Auch in Weißenhorn suchen viele Menschen nach einer bezahlbaren Wohnung.
Bild: Archivfoto Alexander Kaya

Immer mehr Menschen wollen nach Weißenhorn ziehen. Die Stadt will den Bedarf decken und neue Häuser errichten. Dafür sollen drei Bauträger Konzepte vorstellen.

Die Nähe zu Ulm, ein Bahnanschluss, Kinderkrippen, Schulen und ein Krankenhaus – all das sind Gründe dafür, warum Weißenhorn als Wohnstandort immer beliebter wird. Was einerseits für die Fuggerstadt erfreulich ist, hat andererseits auch negative Folgen: Unabhängig von der persönlichen Einkommenssituation finden auch in Weißenhorn viele Menschen inzwischen keine Wohnung mehr.

Die Stadtverwaltung geht inzwischen so weit zu sagen: Um den sozialen Frieden in unserem Land zu erhalten, sei es erforderlich, den Wohnbedarf zu decken. „Die Leute erwarten von uns, dass es uns gelingt, Wohnraum auch für Normalsterbliche zu schaffen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Fendt diese Woche im Stadtrat. Und er betonte ausdrücklich, dass es dabei nicht um Unterkünfte für Obdachlose oder Asylbewerber geht.

Schon jetzt macht sich die Stadt daran, selbst Häuser mit Wohnungen zu bauen, die zu bezahlbaren Preisen an Bürger vermietet werden. Für solche Vorhaben erhalten Kommunen derzeit auch Zuschüsse vom Freistaat. Fendt sprach in der Sitzung von 30 Prozent auf die zuwendungsfähigen Gesamtkosten. Diesen Zuschuss müsse die Kommune nicht zurückzahlen. „Wir könnten bei dieser Gelegenheit auch langfristig Sachwerte schaffen“, ergänzte der Rathauschef. Und Angebote gebe es genug: „Immer wieder kommen Büros auf uns zu, die reizvolle Konzepte vorstellen.“

Um die Sache voranzubringen, hat die Verwaltung dem Stadtrat nun folgendes Vorgehen vorgeschlagen: Drei Büros oder Bauträger werden dazu aufgefordert, sich im Stadtrat zu präsentieren. Mit einem dieser Büros könnte dann innerhalb der nächsten beiden Jahre zusätzlicher, dringend benötigter Wohnraum geschaffen werden. „Sie treffen letztlich die Entscheidung“, sagte Fendt zu den Stadträten.

Herbert Richter ( SPD) zeigte sich mit diesem Vorgehen einverstanden. Er erinnerte aber an einen Beschluss, den der Rat vor drei Jahren getroffen hatte. Der sah bereits vor, dass die Verwaltung Konzepte für bezahlbaren Wohnraum ausarbeiten soll. Zustimmung signalisierte auch Werner Weiss (WÜW): „Wir müssen einen ersten Schritt machen, damit wir mal weiterkommen.“

Franz Josef Niebling ( CSU) hob positiv hervor, dass es der Stadt gelungen sei, Bauland zu gewinnen. Aus Sicht seiner Fraktion sollte die Stadt den Bauträgern oder der Weißenhorner Wohnungsgesellschaft allerdings nicht die Aufgaben wegnehmen. Fendt zufolge werde die Ausführung der gewählten Konzepte den Bauträgern oder der Wohnungsgesellschaft überlassen.

Bezahlbarer Wohnraum könnte zum Beispiel in einem neuen Baugebiet nördlich des Spitalwegs entstehen, für das der Bauausschuss im Dezember einen Bebauungsplan beschließen soll. Thomas Schulz (SPD) regte an, sich Gedanken über die städtebauliche Entwicklung des gesamten nördlichen Bereichs zu machen. Es sei wichtig, dass nicht einfach nur ein Fleckchen Erde für Bebauung hergegeben werde.

Johannes Amann (WÜW) prangerte den Flächenverbrauch für Neubaugebiete an. „Bevor wir immer noch weiter in die Peripherie drängen, sollten wir die Dorfzentren wieder beleben“, sagte er. Kornelia Raschke (CSU) fragte, ob es schon Bewerber oder Ausschreibungen für angedachte Projekte gebe. Die werde es sicherlich bald kommen, sagte Fendt. Einstimmig sprachen sich die Räte schließlich dafür aus, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen.

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