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Kommentar

29.11.2019

Der Verkehr auf der B10 wird weiter zunehmen

Die B10 zwischen dem Neu-Ulmer Stadtrand und der Anschlussstelle Nersingen wird vierspurig ausgebaut.
Bild: Alexander Kaya

Der vierspurige Ausbau der B10 ist dringend notwendig. Doch klar ist auch, dass der Autoverkehr dort weiter zunehmen wird.

Egal, ob in Ulm am Hauptbahnhof, in Neu-Ulm auf der Europastraße oder auf der B10 von und zur A7: Autofahrer haben’s zurzeit wirklich nicht leicht. Die Straßen sind chronisch verstopft. Baustellen führen zu Engpässen, diese zu Staus. Das kostet Zeit und strapaziert die Nerven. Und Besserung ist erst allmählich in Sicht. Der Umbau auf der Europastraße soll in einem dreiviertel Jahr abgeschlossen sein. Dann müssen sich nicht mehr Tausende Auto- und Lastwagenfahrer durch ein Nadelöhr zwängen. Und der Verkehr wird dank eines Kreisverkehrs und einer großen Brücke darüber hoffentlich besser fließen als zuvor. Auf der B10 zwischen der Neu-Ulmer Stadtgrenze und der Anschlussstelle Nersingen beginnen die eigentlichen Arbeiten hingegen erst. Bis sie fertig sind, werden mindestens zwei Jahre vergehen. Pendler brauchen also weiterhin viel Geduld.

Das Millionen-Projekt ist überdimensioniert

Dass der Ausbau notwendig ist, steht außer Frage. Schon aus Gründen der Sicherheit. Doch eines ist auch klar: Die Vierspurigkeit wird zwar für eine Entlastung sorgen, doch der Verkehr wird an dieser Stelle nicht weniger, sondern mehr werden. Es war eine falsche Entscheidung, die Bundesstraße autobahnähnlich mit dem größtmöglichen Querschnitt auszubauen. Eine Nummer kleiner hätte es auch getan. Das wäre das richtige Signal gewesen.

Lesen Sie dazu: Jetzt geht der B10-Ausbau bei Neu-Ulm richtig los

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So bleibt die Erkenntnis, dass es noch ein weiter Weg zu einer Verkehrspolitik ist, in der nicht mehr das Primat des Autos gilt. Und so lange der öffentliche Nahverkehr nicht massiv ausgebaut wird, bleibt vielen Bewohnern auf dem Land gar nichts anderes übrig, als das eigene Fahrzeug zu nutzen. In der Stadt tut man sich wesentlich leichter, auf Bus und Bahn, Carsharing oder E-Bike umzusteigen. Der kostenlose Nahverkehr an Samstagen in Ulm und Neu-Ulm ist ein schönes Trostpflaster für alle, die von Staus genug haben. Doch um den Nahverkehr in der Fläche zu stärken – und damit die Zahl der Autos auf den Straßen zu verringern – braucht es deutlich mehr.

Um ein anderes Verkehrsthema geht es hier: Eine Seilbahn für Ulm und Neu-Ulm: Warum nicht?

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03.12.2019

Leider muss man davon ausgehen, dass eine S-Bahn für die DING Region nicht in den nächsten 20 Jahren umgesetzt werden wird. Leider!

Der Bedarf wäre extrem hoch, gerade für die Bewohner rund um Ulm und Neu-Ulm. Hie rkann man nur hoffen, dass mit der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Stuttgart auf der alten Strecke neue Haltepunkte gebaut werden. Potential wäre da.

Haltepunkte wie z.B. im Bereich Stuttgarter Straße (Hochschule und Frauenklinik), Örlinger Ta Weg ( Industriegebiet Jungingen und Wohngebiet um den Eichberg), Jungingen und Dornstadt würden den Bereich extrem aufwerten.

Auch im Zuge einer Neubaustrecke nach Augsburg (Beginn bei Pfuhl direkt über Bibertal zur A8), würde Platz für Haltestellen bei Pfuhl, Burlafingen, (Nersingen), Fahlheim ermöglichen. Bei einer vernünftigen Taktung. Wäre eine Fahrt von Burlafingen in die Innenstadt unter 9 Minuten möglich.

Bei einem Ausbau der Strecke nach Senden, wäre das Zentrum in ca. 10 Minuten erreichbar.

Die Weichen für solche Projekte müssen jetzt gestellt werden. Eine realistische Inbetriebnahme ist aber erst ab 2040 wahrscheinlich. Solange kann man die bestehende B10 nicht so belassen, wie jetzt gebaut wird.

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