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Ulm/Neu-Ulm

22.11.2018

Fahren zwischen Ulm und Neu-Ulm bald Elektrobusse?

Ulm und Neu-Ulm wollen einen gemeinsamen Nahverkehrsplan auf die Beine stellen. Dieses Ziel geben die Oberbürgermeister Gunter Czisch und Gerold Noerenberg in einer jetzt veröffentlichten Erklärung vor. Geplant ist unter anderem eine Teststrecke für Elektrobusse in der Doppelstadt.
Bild: Alexander Kaya

Ulm und Neu-Ulm wollen ein gemeinsames Nahverkehrskonzept auf den Weg bringen. Geplant ist eine Teststrecke für E-Fahrzeuge – und möglicherweise eine Seilbahn.

Die Städte Ulm und Neu-Ulm wollen gemeinsam am Nahverkehr der Zukunft arbeiten. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet dabei die Elektromobilität. Aber auch der Ausbau der Datenautobahn für schnelles Internet soll grenzüberschreitend angepackt werden. Das fordern die Oberbürgermeister Gunter Czisch ( CDU) und Gerold Noerenberg ( CSU), die dazu eine Erklärung abgegeben haben. Darin skizzieren sie die Eckpfeiler des Programms.

Ein Fahrverbot soll unbedingt verhindert werden

Nahverkehrskonzept: „Die Städte Ulm und Neu-Ulm werden alles Nötige unternehmen, um Fahrverbote in beiden Städten zu verhindern“, heißt es in der Erklärung. Dazu solle eine städteübergreifende Arbeitsgruppe installiert werden. Ziel sei es, einen gemeinsamen Nahverkehrsplan auf den Weg zu bringen. „Dies setzt voraus, dass beide Städte Aufgabenträger und selbstständige Partner auf Augenhöhe sind“, steht in der Verlautbarung. Mit anderen Worten: Voraussetzung für den gemeinsamen Nahverkehrsplan ist der Nuxit. Dies bestätigte die Stadt Neu-Ulm auf Nachfrage unserer Redaktion.

Elektrobusse: Ulm und Neu-Ulm wollen in Kooperation mit Evobus eine Busreferenzstrecke mit Elektrobussen zwischen dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Ulm und dem Zentralen Umsteigepunkt (ZUP) in Neu-Ulm in Betrieb nehmen. Auf der Strecke sollen Busse zur Erprobung eingesetzt werden. Erste Gespräche mit Evobus liefen bereits. Sowohl durch Hybrid- als auch durch E-Busse sollen die Emissionen in Ulm und Neu-Ulm verringert werden. In diesem Zusammenhang ist der Einsatz eines Pendelbusses zwischen den Bahnhöfen vorgesehen.

Fehlt das Geld für eine Tram in Neu-Ulm?

Straßenbahn: Die neue Linie 2 bezeichnen die Oberbürgermeister als das E-Mobilitätsprojekt für die Doppelstadt. Dem Wunsch nach mehr seien jedoch durch die Finanzierung und die Förderung durch Bund und Land Grenzen gesetzt. „Lösungen müssen zur Situation vor Ort passen und umsetzbar sein“, erklärte Gerold Noerenberg auf Nachfrage. „Im konkreten Fall einer Straßenbahn wäre zunächst eine Studie/neue Berechnung nötig.“ Die Fördermittel seien schon jetzt über viele Jahre überzeichnet.

Auch eine Seilbahn für Ulm und Neu-Ulm wäre denkbar

Seilbahn: „Kurz- und mittelfristig soll es aber mit der Verbesserung des Nahverkehrs weitere Alternativen geben, die auch mit einer Verbesserung der Lebensqualität einhergehen“, schreiben Czisch und Noerenberg. „Hierbei legen die Städte Ulm und Neu-Ulm den Schwerpunkt auf innovative Lösungen.“ Für Gerold Noerenberg käme auch eine Seilbahn in Betracht, bestätigte Pressesprecherin Sandra Lützel. Natürlich müsste die Machbarkeit zunächst geprüft werden.

Alternativen: Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) sollen im Auftrag der Städte den Aufbau eines Fahrradverleihsystems sowie eines Carsharing- Angebots prüfen und bei Eignung umsetzen. Noch vor dem Jahr 2030 soll ein möglichst emissionsarmer Nahverkehr mit „grünem Strom“ angeboten werden.

Internet: Die Städte vereinbaren, gemeinsam den Breitbandausbau mit einer Zielgröße von 200/400 Mbit voranzubringen. Dazu sei ein gemeinsames Projekt beider Städte mit den SWU vereinbart worden.

Czisch und Noerenberg stellten das Papier in der gemeinsamen Sitzung des Ulmer Gemeinderats und des Neu-Ulmer Stadtrats im Edwin-Scharff-Haus vor. Sie wollten die Erklärung als Auftakt für ein Programm verstanden wissen, das nun mit Leben erfüllt werden müsse. „Es ist ein Zeichen an die Bürgerschaft in Ulm und Neu-Ulm, dass wir die Probleme der Zukunft in unserer Doppelstadt gemeinsam angehen“, sagte Noerenberg. Eine Arbeitsgruppe soll sich ab nächstem Jahr regelmäßig mit den Themen „Nachhaltige Stadtentwicklung“ und „Mobilität und Nahverkehr“ beschäftigen. Geplant ist außerdem, dass sich Stadt- und Gemeinderat bis zu drei Mal im Jahr zu gemeinsamen Sitzungen treffen. Sie müssen schließlich auch die Entscheidungen treffen. „Für unsere Bürger gibt es im Alltag keine Stadtgrenze auf der Mitte der Donau“, erklärte Gunter Czisch. „Viele Ulmer und Neu-Ulmer Bürger pendeln täglich mehrfach hin und her. Egal, ob nun aus Jobgründen oder zur Freizeitgestaltung.“ Da sei es einfach selbstverständlich, Themen wie Mobilität und Stadtentwicklung gemeinsam anzugehen, mit Blick auf neue Technologien und Möglichkeiten. „Die Stärke unserer beider Städte liegt in der Zusammenarbeit“, ergänzte Gerold Noerenberg. „Diese wollen wir mit Blick auf die Themen der kommenden Jahre weiter ausbauen.“

Mehr über das große Straßenbahn-Projekt in Ulm lesen Sie hier: Straßenbahn in Ulm: Die Linie 2 ist vollendet

Und hier ist ein Kommentar unseres Wirtschaftsexperten Oliver Helmstädter dazu: Linie 2: Gut investiertes Geld

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