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Neu-Ulm/Nersingen

13.01.2017

Gewerbegebiet an der A7: Wer baut hier bald?

Zwischen A7 (oben im Bild) und B10 (links) hat Nersingen ein großes Baugebiet (bebauter Bereich) geschaffen. Neu-Ulm will die Wiese am Eck bebauen.
Bild: Alexander Kaya (Archiv)

Etliche Firmen wollen sich auf dem Gewerbegebiet an A7 und B10 zwischen Nersingen und Neu-Ulm ansiedeln – auch ein Fast-Food-Riese.

In diesem Jahr werden wohl einige Kräne an A7 und B10 zwischen Neu-Ulm und Nersingen in den Himmel ragen: Denn am dortigen Gewerbegebiet tut sich einiges – zumindest was den Nersinger Teil angeht. Wie dessen Investor Bernhard Golsner vom gleichnamigen Planungsbüro in Eppishausen (Landkreis Unterallgäu) mitteilt, seien die Vertragsverhandlungen mit einigen Unternehmen so gut wie abgeschlossen.

Wie Golsner auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, wird sich voraussichtlich die amerikanische Schnellrestaurantkette Burger King auf der Nersinger Fläche niederlassen. Bereits vor einigen Monaten kursierten Gerüchte, dass auch die Münchener Burgerkette „Hans im Glück“ Interesse am Gewerbegebiet hatte. Doch diese haben sich nun wohl zerschlagen: Das Unternehmen, dass sich zwar offenbar gerne im Ulmer Raum niederlassen will, suche vorerst eher nach innenstadtnahen Gebieten, teilte das Unternehmen dem Investor mit. Golsner trat daher mit Burger King in Verhandlung und will nun prüfen, was der Bau einer Filiale auf 3000 Quadratmetern kosten wird. Nächste Woche soll eine Entscheidung fallen. Der Fast-Food-Riese wird dann etwa 100 Meter hinter der vor einem Jahr eröffneten Tankstelle Burger verkaufen. Zwischen diesen beiden Gebäuden entwickelt derzeit ein Planungsbüro laut Golsner ein Konzept für zehn bis 15 Lastwagenparkplätze.

Am Gewerbegebiet soll nicht nur getankt und gegessen werden, sondern auch geschlafen. Ein Hotelier aus dem Illertisser Raum plant bereits auf 6000 Quadratmetern eine Unterkunft mit bis zu 50 Zimmern. Um wen es dabei genau geht, will Golsner noch nicht sagen. Ebenso hält sich der Investor bedeckt, was den Käufer des benachbarten gleichgroßen Areals angeht: Auf 6000 Quadratmetern wird sich eine Firma niederlassen, die holzverarbeitende Maschinen herstellt.

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Bereits angesiedelt hat sich im Nersinger Gewerbegebiet die Firma Fronius – mit KFZ-Prüfhalle, einem Sachverständigenbüro und einer Waschanlage. Demnächst berät der Gemeinderat Nersingen noch über den Antrag der KFZ-Werkstatt Bidmon aus Pfaffenhofen. 2018 baut voraussichtlich das Logistikunternehmen Amenda auf 4000 Quadratmetern.

Seit vielen Jahren diskutiert Nersingen über dieses Gewerbegebiet auf dem verkehrsgünstigen Filetstück zwischen A 7 und B 10, vier Jahre dauerten allein die Planungen, ehe im April 2015 die Bagger am sechs Hektar großen Areal anrollten. Erst wurde der Kreisverkehr gebaut, unmittelbar danach die Tankstelle.

Als Nersingen bereits voll in den Planungen steckte, entschied sich die Stadt Neu-Ulm, dass sie es der Nachbarkommune gleichtun und auch von der guten Lage profitieren möchte: 36 000 Quadratmeter gehören der Donaustadt und waren bis vor Kurzem noch landwirtschaftliche Nutzfläche. Weil die aber – eingekesselt von zwei Schnellstraßen und dem Nersinger Gewerbegebiet – unpraktisch geworden wäre, habe sich Neu-Ulm entschlossen, Gewerbe am Gebiet „Riffelbank“ ansiedeln zu lassen, sagt Peter Stamm. Er ist der Geschäftsleiter des Stadtentwicklungsverbands Ulm/Neu-Ulm, der unter Abwägung einiger Gesichtspunkte beschließt, wer sich auf der Gewerbefläche niederlässt, für die sich offenbar viele Firmen interessieren, teilt Stamm mit. Ein Vergabeschlüssel sehe beispielsweise vor, dass pro 300 Quadratmeter ein Arbeitsplatz entstehen sollte. Das wären bei einem Gebiet von 36000 Quadratmetern 120 Stellen. Firmen, die das erfüllen, rutschen auf der Liste weiter nach oben. Stamm schließt nicht aus, dass aus einer großen Fläche auch drei oder vier kleinere werden können. „Die Grenzen sind variabel“, sagt Stamm. „Das muss sich dann ergeben, wenn die Gespräche konkreter werden.“

Die Verhandlungen mit einem bekannten Logistikunternehmen haben sich bereits erledigt: Denn der Paket- und Briefdienst DHL, der bereits für das Gebiet gehandelt wurde, fand eine andere Lösung. Das Tochterunternehmen der Deutschen Post zieht nun mit ihrem vollautomatischen Paketzentrum ans nördliche Ende der Otto-Hahn-Straße in Neu-Ulm.

Derzeit handeln die beiden Kommunen Nersingen und Neu-Ulm einen Vertrag aus, der festlegen soll, wie sich die Donaustadt an der bereits von Nersingen bezahlten Erschließung beteiligen muss. „Da gibt es keine Probleme, die man nicht lösen könnte“, sagt Stamm. Seiner Auskunft nach wird derzeit der Bebauungsplan „Riffelbank“ erstellt. Hierfür fehlen noch Gutachten – beispielsweise in Sachen Naturschutz. Sollte im Frühjahr darüber im Ausschuss debattiert und der Bebauungsplan im Herbst beschlossen werden, könnten theoretisch im Jahr 2018 die Bagger anrollen.

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