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12.02.2015

Mit gestohlenen Euro-Paletten 1,7 Millionen Euro ergaunert

Tatort Industriegebiet: Rund 1,7 Millionen Euro haben zwei Neu-Ulmer Geschäftsmänner mit Mehrwegpaletten umgesetzt.
Bild: Horst Hörger

Eine Neu-Ulmer Firma war beliebtes Ziel von Lastwagenfahrern aus ganz Europa. Die versilberten dort Holzgestelle, die sie wohl ihren Arbeitgebern geklaut hatten.

Als im Sommer des vergangenen Jahres eine Firma aus dem Kreis Günzburg bei der Polizei in Krumbach Anzeige erstattete, weil der Verdacht bestand, dass einer ihrer Fahrer gebrauchte Euro-Paletten unterschlagen haben könnte, ahnte keiner die Dimension des Falls.

Die Nachforschungen der Ermittler führten recht schnell zu einer Firma im Neu-Ulmer Industriegebiet, die zu dem Zeitpunkt bereits seit mehr als einem Jahr im An- und Verkauf von Paletten und Gitterboxen tätig war.

Die Polizisten stellten einen regen Lastwagen-Verkehr bei der Firma fest. Im Verlauf der kommenden Monate fand die Neu-Ulmer Kriminalpolizei, die zwischenzeitlich das Ermittlungsverfahren hatte, heraus, dass der Betriebsleiter und der Geschäftsführer bewusst gebrauchte Paletten und Gitterboxen ankauften, welche , die zuvor von den anliefernden Fahrern unterschlagen worden waren. Die Lastwagenfahrer erhielten dabei rund die Hälfte des Wertes, den eine entsprechende Palette normalerweise im Ankauf erbringt – bar auf die Hand. Aufgrund des Verdachts der gewerbsmäßigen Hehlerei erließ das Amtsgericht Memmingen jetzt auf Antrag der Staatsanwaltschaft Memmingen einen Durchsuchungsbeschluss für das Firmengebäude in der Max-Eyth-Straße und die Wohnungen der beiden Tatverdächtigen. Bei der Razzia am vergangenen Dienstag wurden die zwei 34- und 38-Jahre alten Männer festgenommen und im Anschluss dem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an.

Dem Geschäftsführer war es nach den Erkenntnissen der Ermittler gelungen, mit dem An- und Verkauf der unterschlagenen Paletten ein monatliches Einkommen von rund 10000 Euro zu erzielen. Weil der Gesamtumsatz von rund 1,7 Millionen Euro in acht Monaten auch noch unzureichend versteuert wurde, sind auch die Finanzbehörden eingeschaltet.

Zahlreiche Speditionen bekommen Post von der Polizei

Die Kriminalbeamten registrierten seit Spätherbst 2014 fast 140 derartiger Anlieferungen durch Fahrer zahlreicher Speditionen aus ganz Europa. Weil dabei auch die Kennzeichen der Lastwagen aufgezeichnet wurden, folgen weitere Ermittlungsverfahren der Kripo Neu-Ulm gegen die jeweiligen Fahrer, die offenbar zum Nachteil ihrer Speditionen die Paletten unterschlagen haben. Die betroffenen Transportfirmen werden jetzt Post von der Neu-Ulmer Kriminalpolizei bekommen.

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