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Weißenhorn

07.02.2015

Musikschule gibt den Takt vor

Der Trommelkurs der Musikschule Weißenhorn ist gerade bei Erwachsenen gefragt, 49 nehmen aktuell daran teil. Darunter auch die älteste Schülerin mit 74 Jahren.
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Der Trommelkurs der Musikschule Weißenhorn ist gerade bei Erwachsenen gefragt, 49 nehmen aktuell daran teil. Darunter auch die älteste Schülerin mit 74 Jahren.
Bild: Alexander Kaya

Lehrer sollen künftig wieder in den Weißenhorner Ortsteilen unterrichten – ohne den Vereinen Konkurrenz zu machen. Auch eine gemeinsame Jugendkapelle ist geplant

Oboen in Oberhausen, Blockflöten in Biberachzell oder E-Gitarren in Emershofen: Die Musikschule will künftig in den Weißenhorner Ortteilen unterrichten. Das hat der Vorstand kürzlich beschlossen. Davon berichtete Musikschulleiter Sepp Meixner unlängst im Stadtrat – und legte zugleich eine Bilanz vor. Zwar muss die Stadt Weißenhorn in diesem Jahr mehr Geld zuschießen, als noch 2014. Doch Weißenhorn und Pfaffenhofen bekommen auch einen stattlichen Teil zurücküberwiesen. „Wir haben gut gewirtschaftet“, so Meixner, der in diesem Jahr viel vor hat. Demnächst soll mit den Vereinen der Ortsteile eine gemeinsame Jugendkapelle gegründet werden.

Hier ein Ausblick.

Unterricht: In den 1990er Jahren hatte die Musikschule Kurse außerhalb der Kernstadt aus Kostengründen eingestellt. „Man wollte sparen, was geht“, erklärt Meixner. Aus Sicht der Kassenprüfer seien damals die Fahrtkosten zu hoch gewesen, weshalb auf Unterricht in der Weißenhorner Umgebung fortan verzichtet wurde. Jetzt sollen die Musiklehrer wieder über Land reisen – „insofern Bedarf besteht“, sagt Meixner. Und macht deutlich: „Für zwei Schüler können wir nicht nach Biberachzell fahren.“ Als Konkurrenz zu den Musikvereinen sei das Angebot nicht gedacht. „Wir drängen uns nicht auf.“ Die meisten jungen Musiker gingen ohnehin in Weißenhorn zur Schule.

Jugendkapelle: Gemeinsam mit den Vereinen will die Musikschule eine überörtliche Jugendkapelle gründen. Meixner hat dazu bereits die Vorsitzendenden der Kapellen gefragt. Die Resonanz sei positiv. Zwar erhelt der Musikschul-Chef noch nicht von allen eine Rückmeldung – doch es gebe durchaus Zustimmung, etwa von Franz-Josef Niebling, dem Leiter der Wallenhauser Schützenkapelle. Und so stehe der Gründung einer Jugendkapelle „unter dem Schirm der Musikschule“ wohl nichts im Wege.

Hier Musikschule, dort Kapelle – das ist für Meixner kein Widerspruch. Im Gegenteil. Er selbst spielt in der Stadtkapelle, deren Dirigent Sebastian Just wiedrum als Lehrer an der Musikschule unterrichtet. „Da gibt es keine Probleme“, so Meixner.

Bilanz: Viele Gruppenkurse, wenig Einzelunterricht – das spart Personalkosten, weiß Meixner. Diese bilden den größten Posten auf der Ausgabenseite: 2014 gab die Musikschule dafür 553000 Euro aus, insgesamt gab es Aufwendungen in Höhe von 619000 Euro. Laut Meixner steigen die laufenden Kosten stetig, deshalb würden regelmäßig die Gebühren für die Unterrichtsstunden erhöht. Zuschussbedarf gibt es trotzdem, für 2014/15 müssen Weißenhorn 193600 Euro und Pfaffenhofen 68400 Euro bezahlen. Für 2015 sind 587000 Euro an Personalkosten vorgesehen, die Fuggerstadt soll dann 220000 Euro zuschießen, der Markt Pfaffenhofen zirka 73000.

Neue Verträge für die Lehrer

Ein Grund dafür sind neue Verträge für die Lehrer, es stehen Wechsel vom Verband kommunaler Arbeitgeber (VKA) in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD) bevor – und dadurch zum Teil höhere Vergütungen, so Meixner. Je nachdem, ob die Dozenten eine Hochschule oder ein Konservatorium absolviert haben.

Werden die Zuschüsse der Kommunen nicht in voller Höhe benötigt, erhalten Stadt und Markt Geld zurück – insgesamt 20000 Euro waren es im vergangenen Jahr. „Ich weiß nicht, wo ich noch sparen soll“, sagt Meixner mit Blick auf anderen Musikschulen, die pro Schüler weitaus höhere Ausgaben hätten.

Lehrer: Die Musikschule hat zwei Vollzeit-Lehrkräfte: Neben Leiter Meixner gehört Akira Sagawa dazu. Insgesamt unterrichten 20 Lehrkräfte die 52 Fächer von „A“ wie Akkordeon bis „V“ wie Violine.

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