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Landkreis

24.09.2019

Thomas-Cook-Pleite hinterlässt wütende Urlauber

Der britische Reiseanbieter Thomas Cook ist pleite.
Bild: Ralf Lienert

Die Insolvenz des britischen Reiseanbieters Thomas Cook bleibt auch im Landkreis Neu-Ulm nicht ohne Folgen. Wie Reisebüros und Betroffene auf die Pleite reagieren.

Enttäuschung, Ärger, Frust – die Ernüchterung bei Andreas Schrimpf aus Weißenhorn ist groß, als er Anfang dieser Woche eine E-Mail von seinem Reisebüro bekommt. Thomas Cook ist pleite, heißt es in dieser. Eigentlich hätte der 29-Jährige im Oktober eine Woche auf der griechischen Insel Kreta am Strand entspannen wollen. Doch daraus wird nun nichts, so viel ist sicher, berichtet er unserer Redaktion. Weil Schrimpf seinen Urlaub über ein Tochterunternehmen des britischen Reiseanbieters gebucht hat, bedeutet die Thomas-Cook-Pleite für ihn: Sein Urlaub fällt ins Wasser. Was bleibt ist die Frage, ob er zumindest das Geld erstattet bekommt. Denn auch das ist noch gar nicht so sicher. Sein Reisebüro sei zwar versichert, aber es müssten noch Details geklärt werden, heißt es in der Mail weiter. Im Klartext bedeutet das für Schrimpf: Unter Umständen ist auch sein Geld futsch. So ähnlich geht es derzeit vielen Menschen im Landkreis.

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Das Reisebüro Honold in Neu-Ulm hat nur wenige Buchungen über Thomas Cook, berichtet Wolfgang Brauchle. „Trotzdem tut uns das natürlich weh“, sagt der Geschäftsleiter. Honold würde traditionell mehr Tui-Angebote verkaufen, deshalb sei das Reisebüro nicht allzu sehr betroffen. Mit den wenigen Thomas-Cook-Kunden die sie haben, stünden sie in Kontakt. „Für die versuchen wir einen finanziellen Schaden zu vermeiden“, sagt Brauchle. Für die Branche sei die Insolvenz des britischen Touristikkonzerns jedoch ein Schock.

Wütende Urlauber beschweren sich im Landkreis Neu-Ulm über die Insolvenz von Thomas Cook

Von einem solchen berichtet auch Ramona Huber von Tui Travelstar Reisewelt Illertissen. Sie beschreibt die Situation gar als dramatisch: „So etwas haben wir bisher noch nie erlebt. Wir sind hier teils ratlos“, sagt sie. Viele Kunden würden ihren Ärger bei ihnen im Reisebüro auslassen, berichtet Huber: „Es ist ein Drama, die Kunden sind oft stinksauer.“ Besonders ärgerlich sei die Situation für Urlauber, die sich bereits auf den Weg gemacht hatten und ihre Reise unvermittelt abbrechen mussten. Für Huber und ihre Kollegen sei die Lage trotzdem schwierig: „Wir können ja nichts für die Pleite und mehr Infos als unsere Kunden haben wir auch nicht.“ Trotzdem versuchen sie stets, die Wogen zu glätten – das gelinge jedoch nicht immer. „Wir kämpfen genauso wie die Urlauber“, sagt sie. Schließlich seien auch die Provisionen des Reisebüros fraglich. Huber: „Von nichts können wir nicht leben.“ Sie und ihre Kollegen hoffen deshalb, dass zumindest Thomas Cook Deutschland vor der Pleite gerettet werden kann. Kunden der deutschen Tochter des insolventen britischen Touristikkonzerns können ihre Reisen noch mindestens bis Donnerstag nicht antreten. Condor, die Fluglinie des britischen Reiseanbieters, hebt derzeit nur für Rückflüge ab.

Thomas-Cook-Pleite hinterlässt wütende Urlauber

Der Weißenhorner Schrimpf jedenfalls will nicht gänzlich auf seinen Urlaub verzichten. Er plant deshalb eine andere mehrtägige Reise – auf die finanzielle Lage des Anbieters wird er diesmal aber noch vor der Buchung ein Auge werfen.

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