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Kommunalwahl

15.11.2019

Wöhner tritt als OB-Kandidat in Neu-Ulm an

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Der 59-Jährige unternimmt einen dritten Anlauf auf den Chefsessel im Rathaus. Diesmal mit Unterstützung der Linken

Karl-Martin Wöhner will es noch mal wissen: Der langjährige SPD-Stadtrat tritt nächstes Jahr als OB-Kandidat der Bürgerliste Neu-Ulm und der Partei Die Linke an. Das gab der 59-Jährige am Donnerstag gemeinsam mit dem Linken-Kreisvorsitzenden Stefan Balkheimer bekannt.

„Da wir noch nicht so groß sind, haben wir uns gefragt: Wer passt zu uns?“, berichtete Wöhner, der jetzt Sprecher der Bürgerliste ist. „Da sind wir auf die Linken gestoßen. Die Übereinstimmungen sind sehr groß.“ Als Partner der Linken müsse die Bürgerliste nicht mehrere Hundert Unterstützerunterschriften sammeln, um zur Wahl antreten zu dürfen. Die Linken haben diese Hürde bereits genommen, weil sie bei der jüngsten Bundestagswahl in Bayern über fünf Prozent gekommen sind. Die neuen Partner treten in Neu-Ulm mit einer gemeinsamen Stadtratsliste an. Was letztlich auf dem Stimmzettel stehen wird – ob nur „Die Linke“ oder der Name beider Gruppierungen – steht noch nicht fest.

Laut Wöhner gab es bereits seit geraumer Zeit Gespräche mit der Linken. „Mit Xaver Merk stehe ich seit Monaten in Kontakt“, sagte der 59-Jährige. Mit der SPD, der er 17 Jahre lang angehörte, hat sich der Kommunalpolitiker heillos zerstritten. Aus der Fraktion wurde er ausgeschlossen, auch der Ortsverein Neu-Ulm will ihn nach einem Zerwürfnis mit dem Vorsitzenden Erich Krnavek rauswerfen (wir berichteten). Wie der Stadtverbandsvorsitzende Patrick Steiner-Hirth am Donnerstag mitteilte, hat die SPD die notwendigen Prozesse für einen formellen Parteiausschluss eingeleitet. „Rechtliche Schritte gegen die öffentliche Beleidigung und den Vorwurf der Käuflichkeit behalten sich Herr Krnavek und die SPD Neu-Ulm vor“, so Steiner-Hirth.

Wöhner hat mit dem Kapitel SPD bereits abgeschlossen: „Mir war seit Langem bewusst, dass ich nicht in der SPD bleiben kann“, sagte er. „Das ist nicht mehr meine Heimat.“ Sein Parteibuch werde er demnächst zurückgeben, „wenn ich es finde“.

Jetzt will Wöhner nach vorne schauen. Die ökologische Wende müsse auch in Neu-Ulm vorangetrieben werden, sagte er über die Ziele der Bürgerliste und der Linken. Er sei für eine Straßenbahn und einen Ausbau der Radwege in der Stadt. Der Flächenverbrauch müsse minimiert werden, was bedeute, mehr in die Höhe zu bauen. „Kinderbetreuung steht ganz oben auf meiner Agenda“, sagte Wöhner. Eventuell könnten Betreuungseinrichtungen künftig komplett frei für die Bürger werden. Beim Bau des Lessinggymnasiums müsse die Stadt wieder mit dem Landkreis zusammenkommen. Der soziale Wohnungsbau müsse gestärkt werden.

In der Vergangenheit hatte Wöhner bereits zweimal versucht, den Chefposten im Neu-Ulmer Rathaus zu erringen. 2002 war er als Kandidat von Pro Neu-Ulm gegen Beate Merk (CSU) chancenlos. 2008 forderte er Gerold Noerenberg (CSU) als SPD-Kandidat heraus. Damals bekam er 26,5 Prozent der Stimmen. „Wenn die OB-Wahl eine Persönlichkeitswahl ist, strebe ich ein solches Ergebnis wieder an“, sagte Wöhner am Donnerstag. „Und dann schauen wir mal, wer in die Stichwahl kommt.“ Als Kandidaten für die OB-Wahl 2020 sind bislang im Rennen: Katrin Albsteiger (CSU), Walter Zerb (Grüne, mit Unterstützung der SPD) und Roland Prießnitz (parteilos, Kandidat der Freien Wähler).

Wann Wöhner offiziell nominiert wird und wann die Bürgerliste und Die Linke ihre Liste für die Stadtratswahl beschließen, steht noch nicht fest. Als Ziel für 2020 haben sie sich den Fraktionsstatus im Neu-Ulmer Stadtrat gesetzt, also „drei plus x“ Sitze. Stefan Balkheimer kündigte an: „Wir wollen auf jeden Fall auch eine Kreistagsliste aufstellen.“ Die Linke werde zudem in Senden und voraussichtlich in Illertissen antreten, ebenso in Leipheim, dort aber gemeinsam mit der Piratenpartei. Manche ehemaligen SPD-Mitglieder und Grüne sind ihre Mitstreiter, doch Balkheimer betont: „Wir sind nicht das Sammelbecken für Enttäuschte, sondern bieten eine Grundlage für Aufrechte.“

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