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Regionalliga Südwest

11.10.2019

Der SSV Ulm 1846 Fußball muss wieder auf Steffen Kienle verzichten

Steffen Kienle vom SSV Ulm 1846 Fußball am Ball im Spiel gegen die TSG Balingen. Er war dabei, sich von einem Kreuzbandriss zu erholen, verletzte sich diese Woche allerdings erneut.
Bild: Horst Hörger

Der Ulmer Stürmer Steffen Kienle hat sich im WFV-Pokal verletzt und fällt ein paar Wochen lang aus. Das wirft ihn auf dem Weg zu alter Stärke zurück.

Aus Sicht des SSV Ulm 1846 Fußball und seines Trainers Holger Bachthaler gab es beim knappen 9:8-Sieg nach Elfmeterschießen im WFV-Pokal gegen Bissingen zwei erfreuliche Dinge. Erstens: Das Spiel wurde gewonnen und ebnete den Weg ins Viertelfinale des Pokalwettbewerbs. Zweitens: Zumindest die Reaktion der Spatzen auf den zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand passte und es spricht für sie, dass sie den Willen aufbrachten, den starken Oberligisten noch zu besiegen bei widrigen Verhältnissen. Bachthaler hat hinterher gegenüber der Mannschaft diese gute Reaktion in den Vordergrund gestellt, verriet er auf einer Pressekonferenz am Freitag. „Wir stecken gerade in einer Situation, in der jeder nur darauf schaut, was schlecht läuft.“ Deshalb wollte er das Positive betonen, wobei er auch sagt, dass ihm die Leistungen der vergangenen Spiele durchaus gefallen haben. Verschweigen, dass die Partie gegen Bissingen kein Glanzstück war, möchte er aber auch nicht. „Da ist jeder Spieler selbstkritisch genug.“

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Kommentar: Der SSV Ulm 1846 Fußball braucht Zeit

Zu den unerfreulichen Dingen des Pokalspiels gehörte vor allem die Defensive, die Bachthaler gar nicht gefallen hat: „Nahezu jede Situation der Bissinger im Sechzehnmeterraum führte zur Torchance.“ Dazu habe er bei ein paar Spielern auf dem Platz gesehen, dass sie noch Arbeit vor sich haben. Bachthaler nutzt den Pokal ganz gerne, um auch mal die Fußballer zum Zug kommen zu lassen, die in der Liga wegen des breiten Kaders und ihrer Leistungen kaum spielen und dementsprechend unzufrieden sind. Die Rotation aufgrund der vielen personellen Möglichkeiten ist einer der Punkte, die Bachthaler von außen immer wieder vorgeworfen werden. Er sagt: „Es ist ja immer ein schmaler Grat.“ Wenn sein Team gewinne, werden von Beobachtern keine Diskussionen darüber geführt, wer spielt und wenn es nicht läuft, stehe der Kader in Frage. „Wir waren überzeugt, dass das Team Bissingen schlagen kann.“ Das ist ja auch gelungen. In der aktuellen Phase sei so ein „dreckiger Sieg“ eben auch mal nötig, erklärt der Ulmer Trainer. Schließlich sind es die Ergebnisse, die zählen.

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Regionalliga Südwest: SSV Ulm 1846 Fußball trifft auf den FC Gießen

Das Ergebnis vom Mittwoch hat aber einen weiteren bitteren Nachgeschmack: Stürmer Steffen Kienle zog sich einen Muskelfaserriss an den Adduktoren zu und muss voraussichtlich zwei bis vier Wochen pausieren. Das ist zwar nichts im Vergleich zu seinem langwierigen Kreuzbandriss, der ihn zehn Monate lang vom Fußballplatz weg hielt, doch er kommt zu einer ungünstigen Zeit. Für Kienle ist es wichtig, wieder Spielpraxis zu sammeln, um zu alter Stärke zu finden und wieder der wichtige Faktor im Ulmer Spiel zu werden, der er vor dem Kreuzbandriss war. Noch ist der 24-Jährige torlos in der aktuellen Saison der Regionalliga Südwest, in seinen bislang sieben Einsätzen in der Liga präsentierte er zwar in manchen Situationen seine Stärken, bei voller Leistungsfähigkeit ist er allerdings noch nicht. Sein Ausfall ist auch insofern bitter, da die Spatzen am Sonntag (15 Uhr) im Ligaspiel beim Aufsteiger FC Gießen offensiv etwas ausgedünnt sein könnten. Burak Coban wird nach seiner Gelb-roten Karte vom Pokalspiel gesperrt fehlen, Ardian Morina hat Probleme mit dem Knie.

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Für die Spatzen ist das Spiel in Hessen die Möglichkeit, die Leistung im Pokal vergessen zu machen: „Die Zielsetzung muss sein, etwas mitzunehmen“, sagt Holger Bachthaler. Er hofft, dass seine Mannschaft gestärkt durch den Arbeitssieg in Bissingen nach Gießen fährt. Eine „positive Stimmung durch positive Ergebnisse“ wünscht er sich. Eine solche Stimmung herrscht in Gießen schon vor. In einem Benefizspiel besiegte der Regionalligist die Erstliga-Fußballer von Eintracht Frankfurt mit 3:1. Die liefen zwar nicht in Bestbesetzung auf, aber welche Euphorie ein Sieg gegen die Bundesligisten auslöst, weiß Ulm ganz genau.

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