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Basketball

18.02.2021

Deutsche Spieler stehen auch bei Ratiopharm Ulm hoch im Kurs

Andreas Obst genießt das Vertrauen seines Trainers Jaka Lakovic. Der deutsche Nationalspieler und Dreierspezialist bekommt pro Spiel im Schnitt fast 23 Minuten Einsatzzeit.
Bild: Horst Hörger

Plus Die einheimischen Profis bekommen generell viel Einsatzzeit. Die Basketball-Bundesliga nennt in ihrer Halbzeitbilanz auch Zahlen zu Corona und sieht sich auf einem guten Weg

Ratiopharm Ulm spielt derzeit in der Basketball-Bundesliga mit vier statt der erlaubten sechs Ausländer, aber es liegt sicher nicht nur daran, dass die deutschen Profis üppige Einsatzzeiten bekommen. Fast 25 Minuten im Schnitt sind es beim eingebürgerten Dylan Osetkowski, jeweils beinahe 23 bei Andreas Obst und Thomas Klepeisz, der 33-jährige Kapitän Per Günther bekommt gute 14 Minuten, der mehr als zehn Jahre jüngere Christoph Philipps kaum weniger. Die Basketball-Bundesliga (BBL) erkennt darin einen Trend und untermauert diesen mit Zahlen: Ziemlich genau 40 Prozent der Gesamteinsatzzeit hatten bisher in dieser Saison Spieler mit einem deutschen Pass. Dies ist der beste Wert seit dem Wegfall der Ausländerbeschränkung zur Saison 2005/06 und der in der Folge eingeführten und ausgebauten Quote für einheimische Spieler. Corona und die aufgrund der fehlenden Zuschauereinnahmen geschrumpften Etats dürften bei dieser Entwicklung ebenfalls eine Rolle spielen. Ratiopharm Ulm etwa hat 30 bis 40 Prozent weniger Geld zur Verfügung als vor der Pandemie.

An anderen Standorten wird sogar noch stärker auf deutsche Spieler gesetzt. Die BBL erwähnt lobend die Braunschweiger Löwen. Der Verein von NBA-Profi Dennis Schröder hat sich die Nachwuchsförderung auf die Fahnen geschrieben und nur drei ausländische Akteure im Kader. In den ersten 15 Partien wurden in Braunschweig gut zwei Drittel der Minuten an einheimische Spieler vergeben. Mit diesem Konzept hat es unter anderem zu einem überraschenden Sieg gegen Ulm gereicht. Der Doublegewinner Alba Berlin vergab bisher mehr als die Hälfte der Minuten in der Bundesliga an einheimische Spieler, sogar in der Königsklasse Euroleague hatten die Albatrosse zeitweise fünf einheimische Profis gleichzeitig auf dem Parkett, teilweise sogar fünf gebürtige Berliner. Das ist nach Einschätzung der BBL im europäischen Basketball und generell im professionellen Mannschaftssport auf Spitzenniveau absolut außergewöhnlich, eventuell sogar einzigartig.

Ansonsten wird die Saison von Corona geprägt und von dem Bemühen, trotz der Pandemie den Spielbetrieb durchzuziehen. Die sogenannte Halbzeitbilanz der BBL verdient deswegen diesen Namen nur eingeschränkt, die Tabelle ist schief und krumm. Bamberg etwa hat bereits 20 Partien absolviert anstelle der 17, die rechnerisch in der ersten Hälfte der Hauptrunde auf dem Programm stehen, Braunschweig eben erst 15. Stefan Holz, der Geschäftsführer der BBL, sagt dazu: „Jedes gespielte Spiel ist ein kleiner Sieg.“

19 Spieler in der Basketball-Bundesliga wurden positiv auf Corona getestet

Seit Trainingsbeginn im Sommer wurden 19 Spieler positiv auf Corona-Erreger getestet, das entspricht einer Quote von etwa sieben Prozent. Einen Spieler von Ratiopharm Ulm hat es trotz der vielen Eurocup-Reisen im Herbst bisher nicht erwischt. In absoluten Zahlen wurden bei den BBL-Vereinen rund 15.000 Tests durchgeführt, dazu 1000 bei den Schiedsrichtern. Zwölf Partien wurden wegen Corona abgesetzt, sechs davon inzwischen bereits nachgeholt. Jens Staudenmayer, der die Hygienemaßnahmen der Liga koordiniert, stellt dazu fest: „Wir können in Anspruch nehmen, dass unsere Konzepte greifen und wir dadurch den Trainings- und Spielbetrieb in Pandemiezeiten maximal absichern können.“

Sportlich spannend ist es oben wie unten. Tabellenführer in der Bundesliga ist Ludwigsburg und nicht eine der Euroleague-Mannschaften. Bayern München und Alba Berlin sorgen dafür international für Furore. Die Bayern könnten sogar als erste deutsche Mannschaft in die Play-offs des stärksten europäischen Vereinswettbewerbs einziehen. Alba holte trotz der großen Verletzungsprobleme Siege unter anderem beim amtierenden Champion ZSKA Moskau und gegen Fenerbahce Istanbul. Zudem sammelte Berlin viele Sympathiepunkte. Laut einer Umfrage unter den Managern der 18 Bundesliga-Vereine nach der Hinrunde wurde keinem Team lieber zugeschaut als den Albatrossen.

An diesem Wochenende legt die BBL eine Länderspielpause ein.

Lesen Sie auch: Ein Ulmer Quartett bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft

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