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DFB-Pokal

10.08.2019

Ulmer Spatzen scheiden gegen FC Heidenheim im DFB-Pokal aus

Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer (rechts) im Zweikampf mit Ulms Albano Gashi. Schnatterer entschied mit einem Elfmeter zum 2:0 das Spiel.
Bild: Daniel Maurer, dpa

Obwohl der SSV Ulm 1846 Fußball eine starke Leistung gegen den Zweitligisten FC Heidenheim zeigt, verliert er. Ein Elfmeter entscheidet das Spiel.

Letztlich blieb das Fußballwunder aus. Dort, wo der SSV Ulm 1846 Fußball im vergangenen Jahr Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal geschlagen hatte, im Ulmer Donaustadion, verlor er am Samstagabend das Erstrundenspiel gegen den Zweitligisten FC Heidenheim mit 0:2 (0:1). Es war ein unterhaltsames Fußballspiel und einen Klassenunterschied zwischen dem Regionalligisten Ulm und seinem Gast bemerkte man kaum. Weil die Ulmer Fans vor dem Spiel Rauchbomben und Böller gezündet hatten, hatte sich der Anpfiff um drei Minuten verspätet.

Wie gut Trainer Holger Bachthalter seine Mannschaft aufgestellt hatte, zeigte sich beispielsweise in der 43. Minute. Johannes Reichert erkämpfte sich auf halb rechter Position in der Heidenheimer Hälfte den Ball, zog in Richtung Tor und passte dann blind auf die rechte Seite - er wusste, dass dort Nico Gutjahr stand. Die anschließende Flanke brachte zwar nichts ein, aber die Szene offenbarte: Jeder Ulmer wusste, wo der andere steht. Bachthaler bot eine stabile Fünferabwehrkette auf, aus der die Außenverteidiger Marcel Schmidts und Lennart Stoll immer wieder ausbrachen, um sich in den Angriff mit einzuschalten. Das sorgte für gefährliche Situationen im Heidenheimer Strafraum und der Zweitligist dürfte froh gewesen sein, früh das 1:0 erzielt zu haben.

Auch interessant: Vor dem Spiel zeigte sich Holger Bachthaler optimistisch.

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Die Anfangsphase gehörte nämlich klar den Gästen von der Ostalb. Ulm musste sich erst noch finden, Heidenheim war aber gleich da. Sehr ballsicher war das Team, das sein Trainer Frank Schmidt im Vergleich zum 2:2 gegen den VfB Stuttgart auf nur drei Positionen verändert hatte - der FCH nahm das Spiel durchaus ernst. Aus der anfänglichen Dominanz resultierte das 1:0 in der 7. Minute. Nach einem Angriff war Stoll auf der rechten Ulmer Defensivseite weit aufgerückt, was Jonas Föhrenbach ausnutzte. Er bekam den Ball, machte ein paar Meter Raum und flankte in den Strafraum zu Robert Leipertz, der das Zuspiel per Kopf verwertete. Kurz darauf erzielte Heidenheims Kapitän Marc Schnatterer ein Abseitstor (9.). So wirklich schien das die Ulmer aber nicht zu kümmern, sie spielten weiter munter nach vorne. Von einigeln in der Abwehr ob des favorisierten Gegners konnte keine Rede sein. Die beste Chance der Gastgeber hatte Marcel Schmidts in der 29. Minute. Er kam über links in den Strafraum und schloss ab. Den ersten Schuss parierte FCH-Torwart Kevin Müller, Schmidts Nachschuss ging vorbei. Was die Spatzen zeigten, konnte sich durchaus sehen lassen, zumal bei Heidenheim nicht alles rund lief. Anstatt es spielerisch zu lösen, setzten sie viel auf lange Bälle auf ihre weit aufgerückten Stürmer.

DFB-Pokal SSV Ulm 1846 Fußball verliert gegen den FC Heidenheim

Zu Beginn der zweiten Hälfte änderten sie das. Sie standen tiefer in der Ulmer Hälfte und machten Druck. David Otto (26.) und Marc Schnatterer (58.) kamen so zu großen Chancen, doch beide blieben ungenutzt. Es war ähnlich wie in der ersten Halbzeit: Heidenheim kam besser aus der Kabine, aber Ulm berappelte sich schnell. Nach etwas über 60 Minuten folgte so ihre stärkste Phase. Ardian Morina hatte eine Doppelchance, bei der ersten (63.) war er zu eigensinnig, der eingewechselte Burak Coban wäre besser positioniert gewesen. Die zweite (64.) entstand aus einer schönen Kooperation mit Coban, doch Morina scheiterte an Torwart Kevin Müller. Nur zwei Minuten später hatte David Otto eine riesige Gelegenheit, aber Christian Ortag - der ein starkes Spiel machte - hielt. Ausgerechnet er war es, der das 0:2 verschuldete. In der 71. Spielminute brachte er Otto im Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Florian Badstübner, der das Spiel sehr großzügig pfiff, entschied auf Strafstoß. Marc Schnatterer verwandelte sicher (72.).

Bachthaler reagierte darauf, indem er Felix Higl für Michael Schindele in Spiel brachte - einen Offensivmann für einen Verteidiger. Eine logische Entscheidung, denn allerspätestens jetzt hatten die Spatzen nichts mehr zu verlieren. Wenig später kam auch noch Steffen Kienle, der viele Monate wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen war und im DFB-Pokal sein Comeback feiern durfte. Doch auch wenn sich er und seine Teamkollegen nicht aufgaben: so richtig schien niemand mehr daran geglaubt zu haben, dass hier nochmal etwas möglich war. Die Luft war raus. Kienle hatte noch eine kleinere Chance (86.) , doch sonst passierte nichts mehr.

Trotzdem gab es nichts, das man den Ulmern an diesem Samstagabend vorwerfen konnte. Sie hatten dem Zweitligisten gut Paroli geboten und eine starke Leistung gezeigt

SSV Ulm 1846 Fußball: Ortag - Stoll, Krebs, Reichert, Schindele (76. Higl), Schmidts - Gutjahr, Geyer, Gashi, Abruscia (60. Coban) - Morina.

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