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Neuburg-Schrobenhausen

20.09.2019

18-Jähriger stirbt nach Messerangriff in Karlskron

Die Spurensicherung untersuchte den Tatort, der sich gegenüber der Kirche in Karlskron befindet.
Bild: News5 / Schmelzer

In Karlskron im Kreis Neuburg-Schrobenhausen wurde ein Mann mit schweren Verletzungen gefunden. Er starb wenig später. Die Polizei findet ein Küchenmesser.

Es sind Szenen, die nicht ins Bild einer idyllischen Gemeinde wie Karlskron passen wollen: Ein Polizeihubschrauber kreist über der Kommune, zahlreiche Rettungskräfte halten sich in der sonst eher ruhigen Hauptstraße auf. Die Reflektoren ihrer Einsatzkleidung blitzen im Licht der Straßenlaternen. Sie sperren die Straße, machen Fotos, sichern Spuren. Schnell wird klar: Hier ist etwas Schlimmes passiert.

20.45 Uhr ist es am Donnerstagabend, als ein Anwohner jemanden auf dem Weg neben der Hauptstraße liegen sieht. Sofort alarmiert er den Rettungsdienst, einige leisten Erste Hilfe. Denn die Person – ein 18-Jähriger – ist lebensbedrohlich verletzt. Aus einer Wunde im Bauchraum blutet er stark. Den Rettern gelingt es zunächst, den jungen Mann zu reanimieren und ihn ins Krankenhaus nach Ingolstadt zu bringen, um ihn intensiv-medizinisch zu behandeln. Ohne Erfolg: Gegen Mitternacht stirbt er an seinen schweren Verletzungen.

Messerangriff in Karlskron: Bürgermeister bekommt viele Nachrichten

Schnell hat die Polizei den Verdacht, dass der 18-Jährige Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Die Kriminalpolizei Ingolstadt leitet sofort eine Großfahndung ein, setzt einen Polizeihund ein und schickt einen Hubschrauber in die Luft, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Doch der oder die Täter bleiben zunächst auf der Flucht.

Die Polizei hat den Tatort abgeriegelt.
Bild: News5 / Schmelzer

Der Aufruhr geht an den Bürgern Karlskrons und dessen Bürgermeister Stefan Kumpf nicht unbemerkt vorbei. Auch er hört den Hubschrauber und erhält zahlreiche Nachrichten über WhatsApp und per Mail. „Viele Bürger haben mir geschrieben, dass sie Angst haben. Sie wollten natürlich wissen, was passiert ist, ob am Freitag überhaupt Schule ist“, fasst er die Situation zusammen.

Nur schwer kann er seine Gemeindebürger beruhigen, denn am späten Donnerstagabend ist noch alles unklar. Fest steht nur: Ein solch schweres Gewaltverbrechen, das es nach derzeitigem Ermittlungsstand ist, hat Kumpf in seiner Amtszeit noch nicht erlebt: „Ich stelle in jeder Bürgerversammlung die Kriminalitätsstatistik vor. Eine Gewalttat dieser Kategorie ist bestimmt 20 oder 30 Jahre her.“

Messerangriff in Karlskron: Polizei findet Küchenmesser

Die Polizei kann indes noch am Donnerstagabend einen ersten Erfolg verbuchen: Beamte finden auf einem Grünstreifen in der Nähe des Unglücksortes ein Küchenmesser und damit wohl die Tatwaffe. Völlig unklar bleibt auch am Freitag, warum der 18-Jährige angegriffen worden ist. Damit ist auch offen, ob der Schüler ein Zufallsopfer ist oder ob dem Tötungsdelikt eine Auseinandersetzung vorausgegangen ist. Da die Ermittlungen zum Tathergang derzeit kein klares Bild ergeben, versuchen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei mithilfe von Zeugenaussagen, das Geschehen vor der Tat zu rekonstruieren – das teilen die Beamten am Freitagnachmittag mit. Bei dem 18-jährigen Opfer soll es sich außerdem um einen Obdachlosen handeln, der seit einigen Monaten in einem Container der Obdachlosenunterkunft in Karlskron wohnte. Weiteren Aufschluss zum Tathergang könnte eventuell die Obduktion des Opfers geben. Diese dauert im Institut für Rechtsmedizin in München derzeit noch an.

Bürgermeister Stefan Kumpf zeigt sich nach wie vor betroffen von dem mutmaßlichen Gewaltverbrechen: „Karlskron ist eigentlich ein lebenswerter Ort vor der Großstadt. Doch die scheint mittlerweile zu uns auszustrahlen.“

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