Newsticker
Kassenärzte erwarten Aufhebung der Impf-Priorisierungen im Mai
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Horst Seehofer macht Wahlkampf in Neuburg

Neuburg

17.01.2020

Horst Seehofer macht Wahlkampf in Neuburg

Horst Seehofer (Zweiter von rechts) beim Wahlkampfauftakt der CSU Neuburg im Kolpinghaus mit Oberbürgermeister Bernhard Gmehling (zweiter von links).
Foto: Manfred Rinke

Plus Horst Seehofer genießt den Wahlkampfauftakt der CSU in Neuburg. Was der Bundesinnenminister im Kolpinghaus zu sagen hatte – und wozu er lieber schwieg.

Schon als er Donnerstagabend das Kolpinghaus in Neuburg betritt, lebt Horst Seehofer das vor, was seiner Aussage nach den Geist einer Volkspartei ausmacht. Nämlich nah am Volk sein, mit den Menschen leben und mit ihnen reden. Er spricht auf dem Weg in den mit gut 300 Gästen gefüllten Saal mit Polizeibeamten genauso wie mit alten Bekannten. Das handhabt er auch während und am Ende der gut zweistündigen Wahlkampfveranstaltung der Neuburger CSU so und genießt es. „Sie wissen nicht, was das für ein Gefühl ist, wenn man nach einer Woche Berlin ins gelobte Land zurückkehrt“, sagt Seehofer – und man nimmt es ihm ab.

Bei seiner Begrüßung beschreibt CSU-Ortsvorsitzender Matthias Enghuber Seehofer „als wesentlichen Wegbereiter“ für große Projekte in Neuburg und dem Landkreis, „als Förderer und Freund“. 50 Jahre macht der 70-jährige Ingolstädter schon Politik. 32 Jahre davon im Bundestag und etliche Jahre in München. Viele Regierungen hat er erlebt, zwei als Ministerpräsident Bayerns selbst geführt.

Horst Seehofer schweigt zu den Plänen von Markus Söder

Zu den Überlegungen seines Nachfolgers Markus Söder, Seehofer und Verkehrsminister Andreas Scheuer austauschen zu wollen, sagt er am Donnerstag nichts Konkretes. Zur Sprache bringt der Bundesinnenminister das Thema durchaus mit Humor. „Manchmal weiß ich gar nicht, ob ich noch im Amt bin, wenn ich in der Früh aufwache.“ An der Diskussion beteiligen wolle er sich aber nicht. Mit dem Ministerpräsidenten habe er vereinbart, nichts dazu zu sagen.

Bevor Benjamin Machel, stellvertretender CSU-Ortsvorsitzender, in einer Talkrunde mit Horst Seehofer, Landtagsabgeordneten Matthias Enghuber und Oberbürgermeister Bernhard Gmehling Fragen zu den Schwerpunktthemen im Wahlprogramm (die NR stellte diese bereits vor) stellt, dreht der Bundesinnenminister in seiner Ansprache die Zeit ein wenig zurück. Mit Neuburg und dem Landkreis ist Seehofer schon seit der Landkreisreform Anfang der 70er Jahre verbunden. Damals steckte Audi in einer schweren Krise, die die gesamte Region erschütterte. Doch nachdem diese mit vereinten Kräften überwunden worden war, sei es steil bergauf gegangen mit der Region. Mit dem Aufstieg Ingolstadts zur Boomtown blühten auch die angrenzenden Landkreise auf, nicht zuletzt Neuburg-Schrobenhausen.

Alte Freunde: Horst Seehofer im Gespräch mit Klaus Benz (links). Sie kennen und schätzen sich schon seit vielen Jahren.
Foto: Manfred Rinke

Wesentliche Beiträge dazu leistete Seehofer selbst. Den Ausbau der B16, unter anderem mit den Umgehungen bei Weichering und Oberhausen, sowie die Geriatrie für Neuburg setzte er mit Landrat Richard Keßler an der Seite um. Noch als Ministerpräsident wirkte er darauf ein, dass das Gelände der ehemaligen Lassigny-Kaserne einer anderen Nutzung zugeführt werden kann. Dort entsteht nun ein Campus der Technischen Hochschule Ingolstadt.

Horst Seehofer ist Befürworter der zweiten Donaubrücke

Mit Oberbürgermeister Bernhard Gmehling trieb Seehofer die Osttangente mit zweiter Donaubrücke voran. Dieses auch für ihn wichtige Großprojekt für Neuburg sieht Seehofer im Übrigen auf einem guten Weg. Auch wenn nicht immer alles gelingen könne, manche Fehler gemacht und manches auch sehr lange dauern würde: Letztlich könne man stolz darauf sein, wie sich die Region entwickelt habe. Der Landkreis und die Stadt würden sich jedenfalls als „dynamisch, fortschrittlich und modern“ präsentieren.

In der folgenden Talkrunde betonte Seehofer beim Punkt Wirtschaft die Bedeutung der Automobilindustrie auch für die Region. „In die Pflicht nehmen, ja – aber es wäre ein riesen Schaden, sie zu verteufeln.“ Und beim Thema Umwelt dankte Seehofer den Schülern, dass sie für ihre Sache auf die Straße gehen.

„Vieles geschehe in der Politik nur auf Druck der Bevölkerung“, sagte er und hatte in diesem Zusammenhang eigentlich mit einer Demonstration der Bauern vor dem Kolpinghaus gerechnet. Der Bauernstand brauche nämlich Unterstützung. Vor lauter Bürokratie und immer mehr Reglementierungen kämen die Landwirte nämlich immer weniger dazu, ihre eigentliche Arbeit zu machen. Und das sei die Produktion bester Lebensmittel und die Pflege unserer Kulturlandschaft.

Horst Seehofer in Neuburg: Dankbar im Wahlkampf

Im Rahmen der Gesprächsrunde hatten auch die Stadtrats- und Kreistagskandidaten der CSU noch einmal Gelegenheit, sich den Besuchern vorzustellen. „Ich bin dankbar für jeden, der kandidiert, das ist nicht mehr überall so selbstverständlich, wie hier in Neuburg, verdeutlichte Seehofer. Dabei seien die Kommunalwahlen die wichtigsten im staatlichen Gefüge.

Auch eine Zeichnung mit seinem Konterfei signierte der 70-jährige Ingolstädter im Kolpinghaus.
Foto: Manfred Rinke

Hier würden Menschen gewählt, die den Lebensalltag der Bürger direkt mitbestimmen, Entscheidungen zu Krankenhäusern, Kindergärten, Schulen und zur gesamten Infrastruktur treffen. Nah am Volk sein, mit den Menschen leben und reden – so wie es Seehofer eingangs beschrieben als Vertreter einer Volkspartei vorlebt. „Also gehen sie zur Wahl und mit ihrem Oberbürgermeister haben sie jemanden, der ihr Vertrauen verdient hat.“ Ganz ohne Schleichwerbung ging’s halt doch nicht.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren