Kreisliga-Relegation

04.06.2019

Wenn der Gegner jubelt

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Jubel beim SV Thierhaupten, Trauer beim SV Klingsmoos: Alexander Müller (links) verlor mit seiner Mannschaft das Relegationsspiel mit 1:2.
Bild: Dirk Sing

Der SV Klingsmoos verliert nach einem Gegentor in der 90. Minute mit 1:2 gegen Thierhaupten. Josef Fischer hadert mit der Leistung. Noch aber bleibt eine Chance

Sowohl die Spieler als auch die 870 Zuschauer hatten sich am Dienstagabend in Gundelsdorf bereits auf eine Verlängerung eingestellt. 1:1 stand es in der Kreisliga-Relegation zwischen dem SV Klingsmoos und dem SV Thierhaupten, gespielt waren 90 Minuten. Noch einmal flog eine Flanke in den Strafraum der Mösler, wo Reinhold Armbrust zu viel Platz hatte und den Ball zum 2:1-Siegtreffer für Thierhaupten ins Netz köpfte.

Ausgerechnet Armbrust, möchte man beinahe sagen. Der 34-jährige Spielertrainer ist in der Neuburger Fußballregion kein Unbekannter, spielte er doch in den vergangenen drei Jahren für den FC Illdorf. Das Gegentor fiel für Klingsmoos zum wohl ungünstigsten Zeitpunkt, eine Reaktion war nicht mehr möglich. Wenig später pfiff Schiedsrichter Patrick Krettek ab. Die SVT-Spieler sprangen sich in die Arme, bildeten eine Jubeltraube und feierten ihren Aufstieg. Ein komplett gegensätzliches Bild gaben die SVK-Spieler ab. Sie lagen enttäuscht auf dem Boden, die Blicke gingen ins Leere. Sie wussten, dass sie mit einem schwachen Auftritt nach dem Seitenwechsel eine große Chance vertan hatten. Denn zur Pause hatte Klingsmoos noch mit 1:0 geführt.

Über die gesamte Spielzeit betrachtet war der Thierhauptener Sieg hoch verdient, was SVK-Spielertrainer Josef Fischer ehrlich einräumte. „Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, defensiv zu agieren und auf Konter zu lauern. Doch dann haben wir taktisch sehr unklug gespielt, sind selbst in Konter gelaufen und haben unnötige Fouls begangen.“

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Mit der Leistung seiner Mannschaft vor der Pause war er indes zufrieden: „Wir hatten mehr vom Spiel, Thierhaupten hat nur lange Bälle gespielt.“ Bis auf einen Kopfball von Patrick Krammer, der knapp vorbeiging (15.), und einen Schuss von Christoph Meitinger, den Keeper Julian Grohall über die Latte lenkte (30.), kam Klingsmoos zu keinen Gelegenheiten. Thierhaupten merkte man das Fehlen des ehemaligen Bundesligaprofis Dominik Reinhardt, der wegen Leistenproblemen zum Zuschauen verdammt war, an. Insgesamt sahen die Zuschauer ein wenig ansehnliches Spiel, in dem beide Teams auf Sicherheit bedacht waren. Dementsprechend war die Klingsmooser Führung eher ein Zufallsprodukt und entsprang einem groben Torwartfehler. Einen zu weit geratenen langen Ball klatschte Grohall, der von Simon Forster leicht behindert wurde, unnötig nach vorne ab. Matthias Weber brauchte nur noch ins leere Tor abzustauben (42.).

Wer nun glaubte, der Treffer würde bei Klingsmoos die Handbremse lösen, sah sich getäuscht. Thierhaupten dominierte nach dem Wechsel nach Belieben, war fußballerisch stärker, gewann mehr Zweikämpfe und brachte die SVK-Abwehr ein ums andere Mal ins Schwimmen. Der Ausgleich war lediglich eine Frage der Zeit. In der 72. Minute war es so weit, als Daniel Huber einen Freistoß aus 25 Metern verwandelte (72.). Schließlich riss Armbrust mit seinem Kopfballtor in der 90. Minute den SV Klingsmoos vorerst aus allen Träumen.

Noch haben die Mösler die Möglichkeit, selbst über den Kreisligaaufstieg zu jubeln. Am kommenden Freitag (18.30 Uhr) geht es auf dem Sportgelände des TSV Firnhaberau im entscheidenden Spiel gegen die SpVgg Lagerlechfeld, die ebenfalls am Dienstagabend mit 2:4 gegen den SC Mühried unterlag. Fischer: „Das ist unsere letzte Chance. Wir müssen eine bessere Leistung zeigen, als gegen Thierhaupten in der zweiten Halbzeit.“

SV Klingsmoos Kreitmeier – Kramer, Baudisch, Daferner, Heilgemeir – Fischer, Krammer, Meitinger – Müller, Weber, Fleury (Elezi, F. Lenz).

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