Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
Deutsches Rotes Kreuz startet Winterhilfe in der Ukraine
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Interview: Müller über Afghanistan: "Es wird bereits jetzt verfolgt und gemordet"

Interview
24.08.2021

Müller über Afghanistan: "Es wird bereits jetzt verfolgt und gemordet"

Entwicklungsminister Gerd Müller hat im Interview mit unserer Redaktion verteidigt, dass Entwicklungshelfern Prämien gezahlt werden, wenn sie in Afghanistan bleiben.
Foto: Wolfgang Kumm, dpa

Exklusiv Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) verteidigt Prämien an afghanische Mitarbeiter, die ihr Land nicht verlassen wollen. Von den USA fordert er eine Verlängerung der Luftbrücke.

Herr Müller, Sie werden scharf dafür kritisiert, die Ausreise afghanischer Ortskräfte verzögert oder blockiert zu haben. Was ist dran an den Vorwürfen?

Gerd Müller: Ich nehme die Kritik sehr ernst. Die Lage vor Ort ist aber kompliziert und ändert sich stündlich. Wir treffen unsere Entscheidungen in enger Abstimmung mit unseren Organisationen und den derzeit noch vor Ort tätigen kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Entwicklungsorganisationen. Einige Organisationen haben trotz der dramatischen Lage erklärt, weiter vor Ort zu bleiben und ihre Arbeit soweit wie möglich fortzuführen. Dabei hat die Sicherheit aller für die Entwicklungsarbeit tätigen afghanischen Mitarbeiter absolute Priorität. Parallel haben alle gefährdeten afghanischen Ortskräfte das Angebot auf Evakuierung erhalten. Bisher konnten aber leider nur sehr wenige ausgeflogen werden, obwohl die Bundeswehr einen großartigen Einsatz durchführt.

Was muss jetzt geschehen, um diesen Menschen zu helfen?

Müller: Die Taliban haben jetzt angekündigt, die Evakuierung am Flughafen nicht über den 31. August hinaus zu tolerieren. Ich unterstütze den Vorstoß des britischen Premierministers Boris Johnson zusammen mit den Amerikanern alles zu tun, um eine Verlängerung zu erreichen und dennoch dürfen wir diejenigen, die derzeit keine Chance haben evakuiert zu werden, nicht alleine zurück lassen. Diese Menschen haben in den vergangenen Jahren wichtige Projekte umgesetzt und vieles geleistet.

Einheimische Mitarbeiter der GIZ, der staatlichen deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, erhalten aber sogar eine finanzielle Unterstützung, wenn sie das Land nicht verlassen. Warum?

Lesen Sie dazu auch

Müller: Ja, wir haben zugesichert, diese afghanischen Familien jetzt finanziell vor Ort nicht hängen zu lassen, sondern weiter zu unterstützen, eine Überlebenshilfe vor Ort zu ermöglichen. Es gibt afghanische Mitarbeiter, die auch in der aktuellen Lage bleiben wollen, zum Beispiel zur Pflege Familienangehöriger, oder weil sie in einer vergleichsweisen stabilen Provinz leben. Diese Unterstützung wird von den Mitarbeitern als große Hilfe empfunden, sich durch die schwierige Zeit zu kämpfen, und ausdrücklich begrüßt.

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um die Datawrapper-Grafik anzuzeigen

Hier kann mit Ihrer Einwilligung ein externer Inhalt angezeigt werden, der den redaktionellen Text ergänzt. Indem Sie den Inhalt über „Akzeptieren und anzeigen“ aktivieren, kann die Datawrapper GmbH Informationen auf Ihrem Gerät speichern oder abrufen und Ihre personenbezogenen Daten erheben und verarbeiten. Die Einwilligung kann jederzeit von Ihnen über den Schieberegler wieder entzogen werden. Datenschutzerklärung

Welche Gefahren drohen den einheimischen Kräften der Entwicklungshilfe unter einer Taliban-Regierung und wie kann ihnen, gerade auch Frauen, jetzt geholfen werden?

Müller: Die Sorge um die afghanischen Mitarbeiter der GIZ und NGOs ist groß. Ich traue den Zusicherungen der Taliban nicht. Es wird bereits jetzt verfolgt und gemordet. Unsere afghanischen Mitarbeiter brauchen deshalb unsere Unterstützung und wir arbeiten auf vielen Ebenen und auch an weiteren Möglichkeiten, das Land verlassen zu können jenseits der Luftevakuierung.

Vor was für einer Zukunft steht Afghanistan jetzt? Unter welchen Umständen wäre es denkbar, dass auch in einem von den Taliban kontrollierten Afghanistan Entwicklungshilfeprojekte mit deutscher Unterstützung weitergehen?

Müller: Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit ist vorerst ausgesetzt. Mit den Taliban ist derzeit keine Zusammenarbeit möglich. Wir planen den Mitteleinsatz zur Verstärkung der humanitären Unterstützung des Flüchtlingselends. Die Bundesregierung wird die Unterstützung für die UN-Hilfsorganisationen Unicef, das Welternährungsprogramm und das UN-Flüchtlingsprogramm UNHCR in der gesamten Region erheblich verstärken, um auch die Flüchtlinge im Land und die Zielländer afghanischer Flüchtlinge, wie Pakistan, Tadschikistan, Usbekistan, Iran zu unterstützen. An dieser Hilfe muss sich auch die internationale Staatengemeinschaft jetzt konkret beteiligen, um Not und Elend der Flüchtlinge zu bewältigen. Hier ist schnelles und gemeinsames Handeln der Staatengemeinschaft notwendig, das nicht an fehlenden Mitteln für die UN-Hilfsorganisationen scheitern darf.

Wie lautet ihr vorläufiges Fazit des Afghanistan-Debakels?

Müller: Meine größte Anerkennung haben unsere Entwicklungspartner und Organisationen vor Ort, die sich diesen Aufgaben trotz größter Schwierigkeiten und Gefahren in Afghanistan und in den Anrainer-Staaten stellen.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um die Umfrage von Civey anzuzeigen

Hier kann mit Ihrer Einwilligung ein externer Inhalt angezeigt werden, der den redaktionellen Text ergänzt. Indem Sie den Inhalt über „Akzeptieren und anzeigen“ aktivieren, kann die Civey GmbH Informationen auf Ihrem Gerät speichern oder abrufen und Ihre personenbezogenen Daten erheben und verarbeiten. Die Einwilligung kann jederzeit von Ihnen über den Schieberegler wieder entzogen werden. Datenschutzerklärung

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

24.08.2021

Ich fürchte, es wird über kurz oder lang nicht mehr nur um Ortskräfte, sondern um "Ortskräfte" gehen, und zwar um ganz viele. Dieser Unterschied bleibt in der deutschen Presse bisher geflissentlich unerwähnt. Er könnte aber - gerade für Deutschland - von allergrößter Bedeutung sein.