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Kanzlerfrage
14.04.2021

Union im Auge des Sturms: Erste Forderungen nach Rückzug Laschets

Die Union ist zunehmend gespalten.
Foto: Michael Kappeler, dpa

Die K-Frage entzweit die Schwesterparteien CDU und CSU. Ein Bundestagsabgeordneter der CDU hat Armin Laschet nun offen zum Rückzug aufgefordert.

Söder oder Laschet? Die Frage, wer als ihr Kanzlerkandidat antreten soll, stürzt die Union in einen tiefen Graben, entzweit nicht nur CSU und CDU.

Nachdem das Sturmtief Markus die beiden Schwesterparteien erfasst hat, befinden sie sich im Auge des Sturms. Dort ist es für eine kurze Zeit trügerisch still, bis der zweite Wirbel kommt.

Für Markus Söder als Kanzlerkandidat spricht seine deutlich höhere Akzeptanz in der Bevölkerung

Die Risse im Gebälk der Union gehen aber schon vor dem Finale tief. So fordert am Mittwoch der Heilbronner CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Throm seinen Parteichef Armin Laschet offen zum Verzicht auf die Bewerbung um das Kanzleramt auf.

Mit Blick auf die turbulente Unions-Fraktionssitzung tags zuvor, bei der sich auch zahlreiche CDU-Abgeordnete für CSU-Chef Markus Söder ausgesprochen hatten, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich hoffe, dass Armin Laschet dieses eindeutige Stimmungsbild auf sich wirken lässt und daraus die richtigen Schlüsse zieht.

Für Markus Söder als Kanzlerkandidat spricht seine deutlich höhere Akzeptanz in der Bevölkerung – und übrigens auch bei den Mitgliedern der CDU.“

Im Laschet-Lager verweisen sie nun darauf, dass es keine echte Abstimmung gewesen sei

44 Abgeordnete hatten sich bei der turbulenten Unions-Fraktionssitzung am Dienstag dafür ausgesprochen, dass sich Söder um die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel bewirbt. 28 dieser Wortmeldungen für den CSU-Chef kamen aus den Reihen der CDU.

Für Laschet sprachen sich nur 22 Parlamentarier aus, alle aus der CDU und 16 davon aus seiner Heimat Nordrhein-Westfalen. Die „Hinrichtung für Laschet“, wie es ein altgedienter CDU-Mann nennt, hatte sich in etlichen CDU-Landesgruppensitzungen mit klaren Bekenntnissen für Söder angekündigt.

Im Laschet-Lager verweisen sie nun darauf, dass es keine echte Abstimmung gewesen sei, weil sich ja nicht alle der 245 Unions-Abgeordneten geäußert hätten. Und selbst wenn sie es gewesen wäre, hätte sie, formal gesehen, keine Bedeutung.

„Wenn es um den Erfolg der Union geht, darf es doch nicht entscheidend sein, ob jemand der CDU oder der CSU angehört.“

Auf die Kanzlerkandidatur hat Laschet traditionell den ersten Zugriff als Chef der größeren CDU. Am Montag hatte ihm die Parteispitze ihre volle Unterstützung zugesagt. Die Sache schien klar für den Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen zu laufen.

Doch Abgeordnete wie Throm fürchten, mit ihm an der Spitze bei der Bundestagswahl im September deutlich schlechter abzuschneiden, als mit dem laut Umfragen weit populäreren Bayern. Throm: „Was würden wir als CDU denn machen, wenn Markus Söder der CDU angehören würde und erfolgreicher Ministerpräsident eines großen Bundeslandes wäre? Dann würden wir ihn bitten, Kanzlerkandidat zu werden.“ Der Heilbronner ist sich sicher: „Wenn es um den Erfolg der Union geht, darf es doch nicht entscheidend sein, ob jemand der CDU oder der CSU angehört.“

Kollektives Schulterzucken in beiden Lagern

Laschet und Söder haben angekündigt, sich bald auszusprechen, doch in welchem Format und wann das geschehen soll, ist weiter unklar. Die Parteispitzen schotten sich ab. Selbst Abgeordnete mit jahrzehntelanger Erfahrung wissen nicht, wie der Machtkampf gelöst werden könnte, ohne dass das Bündnis der zwei C-Parteien zerbricht.

Kollektives Schulterzucken in beiden Lagern. Selbst alte Veteranen wie Norbert Lammert winken ab, weil sie nicht wissen, wie man aus dem Schlamassel halbwegs heil herauskommen kann.

Alle Neuigkeiten zur K-Frage in der Union finden Sie in unserem Live-Blog: Markus Söder über die Kanzlerkandidatur: Ausgang ist völlig offen

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