Weiter mit Tracking durch Dritte

Besuchen Sie unsere Website mit personalisierter Werbung und Werbetracking durch Dritte. Details und Informationen zu Cookies, Verarbeitungszwecken sowie Ihrer jederzeitigen Widerrufsmöglichkeit finden Sie in der Datenschutzerklärung und in den Privatsphäre-Einstellungen.

Weiter mit dem PUR-Abo

Nutzen Sie unser Angebot ohne Werbetracking durch Dritte für 4,99 Euro/Monat. Kunden mit einem bestehenden Abo (Tageszeitung, e-Paper oder PLUS) zahlen nur 0,99 Euro/Monat. Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des PUR-Abos finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Zum Angebot Bereits PUR-Abonnent? Hier anmelden

Tracking durch Dritte: Zur Finanzierung unseres journalistischen Angebots spielen wir Ihnen Werbung aus, die von Drittanbietern kommt. Zu diesem Zweck setzen diese Dienste Tracking-Technologien ein. Hierbei werden auf Ihrem Gerät Cookies gespeichert und ausgelesen oder Informationen wie die Gerätekennung abgerufen, um Anzeigen und Inhalte über verschiedene Websites hinweg basierend auf einem Profil und der Nutzungshistorie personalisiert auszuspielen.

Verarbeitungszwecke:
Informationen auf einem Gerät speichern und/oder abrufen

Für die Ihnen angezeigten Verarbeitungszwecke können Cookies, Gerätekennungen oder andere Informationen auf Ihrem Gerät gespeichert oder abgerufen werden.

Personalisierte Anzeigen und Inhalte, Anzeigen und Inhaltsmessungen, Erkenntnisse über Zielgruppen und Produktentwicklungen

Anzeigen und Inhalte können basierend auf einem Profil personalisiert werden. Es können mehr Daten hinzugefügt werden, um Anzeigen und Inhalte besser zu personalisieren. Die Performance von Anzeigen und Inhalten kann gemessen werden. Erkenntnisse über Zielgruppen, die die Anzeigen und Inhalte betrachtet haben, können abgeleitet werden. Daten können verwendet werden, um Benutzerfreundlichkeit, Systeme und Software aufzubauen oder zu verbessern.

▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌ ▉▌▌▉▍▉▌▌▉▍▉▍▉▍ ;▌▉▍▉▉▍▉▌▌▉▍▉▌
Newsticker
Angela Merkel räumt im Umgang mit Russland Versäumnisse ein
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Kommentar: Wird Boris Johnson der europäische Trump?

Wird Boris Johnson der europäische Trump?

Kommentar Von Michael Stifter
20.12.2019

Boris Johnson ist ein gnadenloser Selbstdarsteller. Das macht ihn nicht automatisch zum Dünnbrettbohrer. Doch nach dem Brexit muss er gestalten statt spalten.

Boris Johnson übt nicht nur auf die Briten eine große Faszination aus. In einer Welt, in der Fußballer nur noch hinter vorgehaltener Hand sprechen, in der Wirtschaftsbosse auf Floskelwolken durch Interviews schweben und Politiker-Zitate so vorhersehbar sind, wie der Ausgang eines Elfmeterschießens mit englischer Beteiligung, wirkt der britische Premierminister herrlich unkonventionell. Die Methode Johnson ist erfolgreich. Der Exzentriker aus London hat nicht nur die Parlamentswahl haushoch gewonnen, sondern auch seinen Brexit-Deal gegen alle Widerstände durchgeboxt. Ein guter Politiker ist er dadurch noch lange nicht.

„Boris Johnson hat all das, was Merkel fehlt“, titelte die enthusiasmierte Bild nach dessen Wahlsieg und warnte davor, den Briten als Witzfigur abzutun. Es ist kein Zufall, dass der Mann gerade bei den Boulevardmedien gut ankommt. Seine Eskapaden auf und neben der politischen Bühne liefern verlässlich Schlagzeilen. Und es ist ja richtig, dass es dem Typus Johnson viel besser als anderen gelingt, Massen zu mobilisieren – so oder so. Ähnlich wie Donald Trump in den USA stößt auch er in eine fabrikhallengroße Lücke, die eine emotionslose, merkelhafte Politikergeneration eröffnet hat. Wer in ihm aber ein Vorbild für die bröckelnden Volksparteien sieht, ignoriert einen ganz entscheidenden Punkt: Johnson hat keinerlei Skrupel, Lügen, Halbwahrheiten und populistisches Geschwätz als politisches Mittel einzusetzen.

Ob man sich auf Boris Johnson verlassen kann? Eher fraglich!

Nein, wer sich so gnadenlos in Szene setzt wie Brexit-Boris, ist nicht automatisch ein Dünnbrettbohrer. Aber Charisma und Unterhaltungswert sind eben auch kein Ersatz für verlässliche und verantwortungsvolle Politik. Um das klar zu sagen: Johnson gilt eben nicht als unseriös, weil er sich für keine kamerataugliche Peinlichkeit zu schade ist. Sondern weil er bislang den Beweis schuldig geblieben ist, dass man sich auf sein Wort verlassen kann.

Im Gegensatz zum US-Präsidenten, ist der neue Chef in der Downing Street immerhin kein hoffnungsloser Fall. Wenn aus dem Populisten Johnson ein guter Premier werden soll, muss er allerdings seine destruktive Attitüde überwinden. Ins Amt gelangt ist er ja ironischerweise vor allem deshalb, weil die Menschen das Chaos leid waren, das er selbst mit angerichtet hatte. Am Ziel angekommen, muss er nun gestalten, statt spalten. Ein „neues Kapitel in der Geschichte Großbritanniens“ will er schreiben, versprach er am Freitag im Unterhaus. Doch nur wenn der Brachialpolitiker in Zukunft der Versuchung widersteht, seinen Kontrahenten mit der ihm eigenen Mischung aus Aggression und Spott zu begegnen, kann ihm das gelingen.

Boris Johnson ist ein Zocker, für die Briten steht viel auf dem Spiel

Für seine Brexit-Strategie hat er nun eine klare Mehrheit, aber noch ist völlig unklar, was danach kommt. Johnson ist ein Zocker, und für die Insel steht viel auf dem Spiel. Die Schotten entdecken ihre Liebe zu Europa – und zur Unabhängigkeit von London – gerade neu. Die EU hat zwar großes Interesse an einer engen Zusammenarbeit mit Großbritannien, wird sich Johnsons Rüpeleien aber nicht auf Dauer gefallen lassen.

Entwickelt sich der kompromisslose Selbstdarsteller nun, da er die Macht in Händen hält, doch noch zu einem seriösen Partner? Viele hatten das auch von Donald Trump gedacht, als er ins Weiße Haus einzog. Welch ein Irrtum! Wiederholt sich die Geschichte in Großbritannien? Nicht unbedingt. Johnson ist schließlich ein ungewöhnlich wandlungsfähiger Mensch. Wer vom Brexit-Gegner zum Brexit-Fanatiker wird, kann auch vom Rabauken zum Staatsmann werden. Für diese Metamorphose fehlt Johnson allerdings bislang all das, was Merkel hat.

News zum Brexit lesen Sie hier.

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um die Umfrage von Civey anzuzeigen

Hier kann mit Ihrer Einwilligung ein externer Inhalt angezeigt werden, der den redaktionellen Text ergänzt. Indem Sie den Inhalt über „Akzeptieren und anzeigen“ aktivieren, kann die Civey GmbH Informationen auf Ihrem Gerät speichern oder abrufen und Ihre personenbezogenen Daten erheben und verarbeiten. Die Einwilligung kann jederzeit von Ihnen über den Schieberegler wieder entzogen werden. Datenschutzerklärung

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

20.12.2019

Boris Johnson der europäische Trump?
B. Johnson hat mit Europa so viel zu tun wie England mit einer guter Küche.