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Wertach

01.07.2014

Ein Fluss wird barrierefrei

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Ein Beispiel für die geplanten Maßnahmen zur Renaturierung der Wertach gibt es bereits an einem 70 Meter langen Teilstück nördlich der Schwabmünchner Wertachsiedlung. Die Böschungen werden flach, der Zugang zum Ufer erleichtert.

Fische können in der Wertach wieder von der Quelle bis zur Lechmündung wandern. Und auch für Menschen soll er noch stärker zum Erholungsraum werden. Renaturierung geht weiter

Die Wertach ist barrierefrei für Fische geworden. Dafür sorgen vier große Anlagen an den Wasserkraftwerken zwischen Schwabmünchen und Bobingen. Sechs Millionen Euro haben die sogenannten Aufstiegshilfen, Fischtreppen und Umgehungsbäche gekostet. Sie sind Teil eines noch größeren Projektes, welches den Fluss renaturieren und für Hochwasser aufnahmefähiger machen soll.

Bayerns Umweltstaatsminister Marcel Huber feierte dies in Großaitingen mit den Bauherren der Bayerischen Elektrizitätswerke (BEW), einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der Lechelektrizitätswerke (LEW). „Das ist ein guter Tag für die Wertach und ihre Bewohner“, fand Huber, denn nun können Fische und andere Wasserlebewesen wieder vom Quellgebiet bis zur Mündung und zurück wandern. Eine entsprechende Anlage am Bobinger Stausee war bereits im Rahmen des Wertach-Vital-Projekts vor zwei Jahren fertiggestellt worden.

Dr. Oliver Born, Leiter der Fischereifachberatung Schwaben, machte den Zweck der Fischtreppen deutlich: „Wir können nun wieder Fische ansiedeln, die in der Wertach aufgrund der Querbauten lange Zeit keinen Lebensraum mehr hatten.“ Dazu hatte er auch gleich eine Wanne mit verschiedenen Fischsorten mitgebracht. Daraus wurden unter anderem die als gefährdete Tierart geltende Mühlkoppe und die auf hohe Wasserqualität angewiesene Elritzen freigelassen.

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Die Fischwanderhilfen sind erst der Startschuss für die BEW. Gemeinsam mit Bürgern, Behörden, Gemeinden und Vereinen soll bis Ende des Jahres ein Plan zur Renaturierung der Wertach zwischen Hiltenfingen und Inningen entstehen, der dann nach einer EG-Richtlinie bis 2027 umgesetzt werden muss. An Diskussionsabenden der BEW in den Anliegergemeinden der Wertach haben Bürger, Vereine und Kommunalpolitiker Ideen und Wünsche auf die Themenliste setzen lassen. Einige Vorschläge sind schon als Einzelprojekt beschlossen: ein Wasserspielplatz zum Beispiel, ein Projekt Bibermanagement oder eine Blumenwiese für Imker.

LEW-Vorstandsmitglied Norbert Schürmann versicherte: „Die neu entstandenen Umgehungsgewässer sind nicht nur Wanderhilfen für die Fische. Hier entstehen darüber hinaus neue Lebensräume für zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten. Und diese Biotope kommen auch dem Menschen als Erholungsraum zugute.“

Bayerns Umweltminister Marcel Huber begrüßt vor allem die Offenheit bei der Planung der Maßnahmen durch die BEW: „Wenn man rechtzeitig mit den Leuten redet, dann geht’s auch.“ Landrat Sailer lobte das Engagement der Bürgerschaft, die mit ihren Ideen die Planungen fördern. Er dankte aber auch der LEW, die nicht nur den gesetzlichen Vorgaben folge, sondern sich gemeinsam mit den Bürgern weit darüber hinaus engagiere. Das Wasserwirtschaftsamt sei als Genehmigungsbehörde dabei ein verlässlicher Partner.

Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert bezeichnete sich selbst als „Kind der Wertach“, der früher im Fluss gebadet habe und heute mit dem Fahrrad daran entlangfahre: „Wir kommen wieder ran an die Wertach, sehen wieder Fische, Blumen und Vögel“, freut er sich über das bereits abgeschlossene Projekt Wertach Vital und die Renaturierung der unteren Wertach.

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