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Untermeitingen

08.09.2019

Gewerbe im eigenen Haus: Wer darf was?

Jürgen Pech wird von Bürgermeister Simon Schropp als neuer Gemeinderat vereidigt.
Bild: Daniel Weber

Der Gemeinderat Untermeitingen entscheidet über mehrere Fälle, in denen Betriebe in Wohnhäusern eingerichtet werden sollen. Mit einem Antrag tun sich die Räte besonders schwer.

Eine Untermeitingerin brachte den Gemeinderat in eine schwierige Situation: Sie will im neuen Wohngebiet an der Ortsgrenze zu Obermeitingen ein Einfamilienhaus mit einem kleinen Friseursalon bauen. Die Räte hatten vollstes Verständnis für ihr Anliegen und hätten es gerne sofort bewilligt – aber der Bebauungsplan machte es ihnen schwer.

Der Frau war ihr Salon in der Mitte Untermeitingens zu groß geworden, nun will sie nur noch auf 22 Quadratmetern im eigenen Wohnhaus arbeiten. Der Bebauungsplan des neuen Baugebiets verbietet allerdings ausdrücklich auch solche nicht-störenden Handwerksbetriebe. Der Gemeinderat könnte jedoch eine Ausnahmegenehmigung erteilen.

Eher ein Dienstleistungsbetrieb

Bürgermeister Simon Schropp (CSU) machte darauf aufmerksam, dass auf so engem Raum höchstens zwei Personen arbeiten könnten und deshalb nicht viel Kundenverkehr zu erwarten sei. Sonja Storch (CSU) zeigte sich überrascht, weil zwar Gaststätten erlaubt sind, aber ein kleiner Friseur als störend gilt. Andreas Halscheidt (SPD/FDP) stellte fest, dass der Friseur ohne laute Maschinen und dergleichen eher ein Dienstleistungs- als ein Handwerksbetrieb sei. Alle waren überzeugt, dass der kleine Salon die Nachbarn nicht stören würde. Aber Karl Strass (CSU) sprach die Sorge mehrerer Räte aus, dass sich die anderen Anwohner beim Kauf ihrer Grundstücke auf die Vorschriften im Bebauungsplan verlassen hatten. Sie würden nun zu Recht davon ausgehen, dass keine Handwerksbetriebe in der Nähe entstehen. Genehmige man aber den Friseur, könne man anderen Betrieben nur schwer etwas entgegensetzen. Mit sieben Für- und ebenso vielen Gegenstimmen lehnte der Gemeinderat den Antrag schließlich ab.

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Fahrschule darf im Wohnhaus eröffnen, Friseur nicht

Fahrschule Ein weiterer Unternehmer will seinen Betrieb ebenfalls in einem Wohnhaus einrichten: In der Lechfelder Straße 21 soll im Erdgeschoss eine Fahrschule einziehen. Hier spricht kein Bebauungsplan dagegen, jedoch waren die Parkplätze ein Thema im Gemeinderat. Schropp erklärte, dass die Mitarbeiter der Fahrschule die Fahrzeuge nach Feierabend wohl mit nach Hause nehmen würden. Laut Maximilian Osterried (CSU) sehe man an einem anderen Standort der Fahrschule tatsächlich kaum Fahrzeuge herumstehen. Schließlich gab sich das Gremium mit den fünf nachgewiesenen Parkplätzen zufrieden und nahm den Antrag einstimmig an.

Versandhalle Wer ein Haus bauen will und dabei den Bebauungsplan ausnahmslos einhält, kann ein sogenanntes Genehmigungsfreistellungsverfahren beantragen. Dann geht das Projekt ohne den Umweg über den Gemeinderat direkt an das Landratsamt. Diese Möglichkeit hatte der Bauherr einer Lagerhalle in der Gutenbergstraße nicht, obwohl er nicht vom Bebauungsplan abweicht. Wegen der schieren Größe des geplanten Gebäudes gilt es als Sonderbau und muss vom Gemeinderat bewilligt werden. Der hatte allerdings nichts gegen die 68 mal 35 Meter große Halle einzuwenden, die vor allem für den Online-Handel bestimmt ist. Der Bauherr betreibt in Schwabmünchen einen Angler-Laden.

Jürgen Pech wird als neuer Gemeinderat vereidigt

Neues Ratsmitglied Der Gemeinderat Untermeitingen vereidigte Jürgen Pech als neues Mitglied. Der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr sitzt nun für die CSU im Gremium und schließt dort die Lücke, die der kürzlich verstorbene Franz Hanauer hinterlassen hat. Der saß zudem im Rechnungsprüfungsausschuss, im Abwasserzweckverband Lechfeld und war Vertreter im Bau- und Umweltausschuss. Auch diese Aufgaben übernimmt Pech – zumindest bis zur nächsten Kommunalwahl am 15. März 2020. Mit 21 Mitgliedern ist der Gemeinderat nun wieder vollzählig.

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