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Augsburger Land

09.02.2020

Orkantief "Sabine": Züge fahren wieder

In Untermeitingen wurde eine Photovoltaik-Anlage bei der Firma Tip Top vom Dach gerissen.
Bild: Hieronymus Schneider

Orkantief "Sabine" ist in unserer Region angekommen. In den Schulen sollen am Dienstag wieder unterrichtet werden. Einige Straßen sind gesperrt.

Sabine wirbelt gewaltig: Im gesamtem Landkreis sind deshalb viele Strecken durch Wälder gesperrt. „Jetzt ist auf den Straßen generell höchste Vorsicht geboten“, sagt ein Sprecher der Polizei in Schwabmünchen.

  • B300 Die Sperrung auf der B300 zwischen Ustersbach und Maingründel ist mittlerweile wieder aufgehoben. Der Grund hierfür war ein querliegendes Stromkabel auf der Straße.
  • Zusamzell-Welden Die Verbindungsstraße zwischen Zusamzell und Welden ist wegen umgeknickter Bäume gesperrt.
  • Dinkelscherben-Burtenbach Auch auf dieser Strecke ist gesperrt, weil umgeknickte Bäume die Straße blockieren.
  • Mittelneufnach-Scherstetten Nicht befahrbar ist derzeit die Staatsstraße 2027 zwischen Mittelneufnach und Scherstetten. Dort liegen mehrere umgestürzte Bäume.
  • Birkach-Schwabmünchen Hier war einem Autofahrer die Weiterfahrt versperrt. Eine lebensbedrohliche Situation: Ständig stürzten auf der "Rennstrecke" weitere Bäume um. Gemeinsam mit den Feuerwehren Birkach und Mickhausen arbeiteten sich die Schwabmünchner Kräfte mit der Motorsäge durch. Die Straße wurde komplett gesperrt.
  • Mickhausen-Bobingen Nachdem am Morgen etliche Bäume umgestürzt waren, sperrte die Feuerwehr die Strecke zwischen Bobingen und Mickhausen komplett. Dort war am Vormittag ein Auto gegen einen am Boden liegenden Baum geprallt – der Fahrer erlitt leichte Verletzungen.
  • Hiltenfingen-Gennach Die Straße bleibt voraussichtlich bis Dienstagvormittag gesperrt.

Wolfgang Baumeister, Kommandant der Feuerwehr in Gersthofen, berichtet von einer Reihe an kleineren Einsätzen. Zum Beispiel wegen umgeknickter Bäume oder verwehten Werbetafeln. „Derzeit sieht es danach aus, dass wir mit einem blauen Auge davon kommen“, meint Baumeister. Auch der Kommandant der Neusässer Wehr, Christian Kannler, spricht von einer „relativ entspannten Lage“. Die Wehr sei allerdings stets in Alarmbereitschaft.

Seit nachts um etwa 3.30 Uhr mussten die Feuerwehrleute aus Neusäß zu bislang etwa zehn Einsätzen ausrücken – vor allem wegen Verwehungen oder kleineren Überflutungen. Die Beamten der Polizei Gersthofen mussten bis zum Montagvormittag wegen des Unwetters ebenfalls zu einer Vielzahl an kleineren Einsätzen ausrücken, berichtet Polizeihauptkommissar Gerhard Miehle:

  • Königsbrunn Hier knickte der Maibaum um. In der Haunstetter Straße wurde auch ein Bauzaun umgedrückt. Von 6.15 bis 10.15 hatte die Feuerwehr 23 Einsätze: vier Bäume waren im Stromleitungen gefallen und mehrere Bäume auf Fahrbahn gestürzt. Beim Rewe-Supermarkt im Süden von Königsbrunn wurde ein Häuschen für die Einkaufswagen umgerissen.
  • Gersthofen In der Gersthofer Dieselstraße hatte sich wegen des Sturms an einer Waschanlage ein Blechteil vom Dach geöst. Verletzt wurde niemand.
  • Gablingen Gegen neun Uhr musste die Verbindungsstraße zwischen Lützelburg und Peterhof kurzzeitig gesperrt werden. Der Grund: Eine Tanne krachte um und versperrte den Weg.
  • Langweid Zu Verkehrsbehinderungen kam es am Montag gegen 8 Uhr außerdem auf der B2 auf Höhe Langweid Nord. Laut Polizei hatten sich wegen des starken Windes zwei Solarpaneele von einem Solarpark gelockert. Diese landeten schließlich auf der Fahrbahn, konnten von den Beamten aber schnell entfernt werden.
  • Schwabmünchen Auch hier wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war, durch die Luft gewirbelt: Vom Dixie-Toilette bis hin Baustellen-Dämmplatten und Gelben Säcken, deren Inhalt dann durch die Schwabmünchner Fuggerstraße flog.

Die Feuerwehr musste auch in der Hauptstraße in Langerringen einen Baum beseitigen. In der Türkheimer Straße in Hiltenfingen krachte ein Baum in eine Stromleitung.

Orkantief "Sabine": Schule fiel am Montag aus

Im Landkreis Augsburg fiel am Montag, 10. Februar, die Schule für Schüler und Lehrer ausfallen. Dies galt für alle Schularten. Auch in der Stadt Augsburg bleiben die Schulen geschlossen. Für Kinder, die dennoch zur Schule kommen, weil die Information über den Schulausfall nicht bis zu ihrem Elternhaus durchgedrungen ist, stehe in den jeweiligen Schulen eine Aufsicht zur Verfügung, bis die Eltern in der Lage sind, ihre Kinder wieder abzuholen. Wie der Landkreis weiter mitteilt, werden auch die Busse, die im Auftrag des Landkreises außerhalb des AVV für den Schülerverkehr zuständig sind, nicht fahren. Sollte sich die Wettersituation über Nacht nicht wieder verschlechtern, findet am Dienstag wieder Unterricht statt, teilte das Staatliche Schulamt mit.

In Hiltenfingen stürzte an der Türkheimer Straße am Gennachufer ein Baum in eine Stromleitung.
22 Bilder
So wütet Orkantief "Sabine" im Augsburger Land
Bild: Hieronymus Schneider

Bahn und Busse fahren nach Sturm "Sabine" wieder

Der Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) ist am Montagnachmittag auch in Bayern wieder freigegeben worden. Das gilt auch für die Strecke Augsburg-Buchloe beziehungsweise Augsburg-Landsberg, die zum Großteil von der privaten Gesellschaft Bayerische Regiobahn (BRB) befahren wird. "In diesem Bereich läuft es schon fast wieder normal. Es gibt noch eine Streckensperrung zwischen Marktoberdorf ind Lengenwang, in deren Folge es auch zu leichten Verspätungen auf der Strecke zwischen Buchloe und Augsburg kommen könnte. Aber im großen und ganzen läuft es jetzt wieder", sagt BRB-Sprecher Christopher Raabe.

Das sah am Montag noch ganz anders aus. Die BRB hat am Morgen versucht, von Füssen aus eine Probefahrt zu machen. Dabei ist nur der Lokführer in der Bahn und der Zug fährt sehr langsam. Nach wenigen Kilometern lagen schon Bäume im Gleis, so dass man das abbrechen musste. Bis gegen 17 Uhr fiel der Großteil der Züge am Montag aus.

Auch die Busse des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds (AVV) fuhren am Montagvormittag nicht. Nach Absprache mit der Feuerwehr wurde der Verkehr vorerst eingestellt, sagte eine AVV-Sprecherin. Seit 12 Uhr fährt ein Großteil der Busse wieder. Lediglich dort, wo es noch Straßensperrungen gibt, können keine Busse fahren, so die AVV-Sprecherin.

Sturm "Sabine": Stromausfälle im Augsburger Land

Im Landkreis Augsburg war ein Gebiet westlich von Augsburg von Stromausfällen betroffen, teilten die Lechwerke (LEW) mit. Durch Äste oder Bäume in Leitungen kam es zwischen 5 und 6 Uhr zu Stromausfällen in Teilen von Horgau, Kutzenhausen, Ustersbach, Aretsried und Breitenbronn. Durch Umschaltungen auf andere Leitungen konnten die Ingenieure in der Netzleitstelle in Augsburg zusammen mit Mitarbeitern der Betriebsstelle Horgau die Stromversorgung in den betroffenen Ortschaften ab 6.30 Uhr nach und nach wieder herstellen, bis 8 Uhr waren die meisten Haushalte wieder mit Strom versorgt. Von 7 bis 8.30 Uhr fiel in Langerringen und weiteren Ortsteilen in Richtung Schwabmühlhausen der Strom aus. Am Montagvormittag wurden im Landkreis noch einige Haushalte in Ustersbach sowie der Ortsteil Mödishofen mit Strom versorgt; vorübergehend kamen mobile Stromaggregate zum Einsatz. "Beschädigte Leitungen werden frühestens ab heute und dann in den kommenden Tagen repariert. Die Stromversorgung wird bis dahin über andere Leitungen gewährleistet", so die LEW in einer Mitteilung. Der gesamte Landkreis war gegen Mittag wieder am Netz.

Weitere aktuelle Infos zum Orkantief Sabine finden Sie auch hier in unserem Newsblog.

„Es ist dringend geboten, in den nächsten Tagen nicht in den Wald zu gehen“, sagt Hubert Droste von den Bayerischen Staatsforsten. Er leitet den Forstbetrieb Zusmarshausen, der sich im Landkreis um 14 000 Hektar Waldfläche und 600 Kilometer Forstwege kümmert. Orkan Sabine habe so weit bekannt nur einzelne Bäume oder kleine Baumgruppen umgeworfen. „Wir sind wohl glimpflich davongekommen“, sagt Droste. Er rechnet mit wenigen Tausend Festmetern Wurfholz nach dem Extremwetter.

Menschen sollten sich vor herabfallenden Gegenständen in Acht nehmen, so der DWD. Durch orkanartige Böen isei mit entwurzelten Bäumen oder abgebrochenen Ästen auf Straßen und Schienen zu rechnen. Auch Häuser könnten beschädigt werden.

Welche Schwierigkeiten es beim Weg zur Arbeit gab, hat unsere Kollegin Felicitas Lachmayr mit einem Augenzwinken kommentiert: Sabine beschert einen stürmischen Arbeitsweg

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