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Bobingen/Königsbrunn

10.04.2015

Polizei: Weniger Straftaten – aber mehr Unfälle in 2014

Unfälle mit Radlern haben 2014 im Bereich der Polizeiinspektion Bobingen deutlich zugenommen. Dieser ereignete sich am 1. August bei Bobingen.
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Unfälle mit Radlern haben 2014 im Bereich der Polizeiinspektion Bobingen deutlich zugenommen. Dieser ereignete sich am 1. August bei Bobingen.
Bild: Polizei

Die Inspektion Bobingen legt ihre Statistik für 2014 vor. Einbrüche nehmen zu, aber der PI-Chef sieht auch positive Tendenzen, auch für Königsbrunn.

Zwei ganz unterschiedliche Entwicklungen zeigt die Kriminal- und Unfallstatistik der Polizeiinspektion (PI) Bobingen für das Jahr 2014. Die Zahl der Straftaten im Dienstbereich – er umfasst die Städte Bobingen und Königsbrunn sowie die Gemeinden Wehringen und Oberottmarshausen – ist um knapp zwölf Prozent auf 1813 zurückgegangen. „Das ist der zweitniedrigste Stand seit 2004“, stellt Erster Polizeihauptkommissar Maximilian Wellner, der Leiter der Inspektion, fest. Seit 2004 sinkt die Zahl der Straftaten kontinuierlich, 2012 ist sie allerdings erheblich abgesackt und hatte 2013 wieder zugenommen. „Die Aufklärungsquote ging leider ebenfalls zurück und liegt bei 62,8 Prozent“, so Wellner. Für 2013 konnte er mit 81,5 Prozent noch einen Spitzenwert vorweisen. Hier machen sich nicht abgeschlossene Ermittlungsverfahren bemerkbar.

Überregional vergleichbar wird die Statistik durch die Kriminalitätshäufigkeitszahl, mit der die Zahl der Straftaten auf 100000 Einwohner umgerechnet wird. Sie ist für die Inspektion von 4270 auf 3730 gesunken und liegt damit deutlich unter den Werten des Präsidiums Schwaben Nord (4820) und für den Freistaat (5164).

In einigen Bereichen der Kriminalitätsstatistik muss Wellner allerdings auch Zuwächse vermelden. Schwere Körperverletzungen im häuslichen Bereich stiegen um fast ein Drittel auf 48 Fälle an, die Sexualdelikte sogar von zehn auf 27. Davon wurden 22 in Königsbrunn registriert. Sie gliedern sich auf in eine angezeigte Vergewaltigung im häuslichen Bereich, sechs Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und zehn von Exhibitionismus.

Bei der Straßenkriminalität nahmen die Sachbeschädigungen an Kfz um 33 Prozent zu. Dass dies nicht nur ein Delikt junger Täter ist, belegt die Ermittlung eines Rentners, der im Norden von Königsbrunn aus Wut darüber, dass er oft keinen Parkplatz am Straßenrand fand, die Karosserien von zwölf Autos zerkratzt hat.

Auch wenn die Zahl der Wohnungseinbrüche um 50 Prozent auf 33 gestiegen ist, so sieht Wellner hier doch eine positive Entwicklung. In über der Hälfte der Fälle blieb es beim Versuch. Und die Beamten seiner Inspektion konnten fast 58 Prozent der Fälle aufklären (der Durchschnitt in Bayern liegt bei 15 Prozent). „Die Bürger geben uns mehr Hinweise“, so Wellner, „auch auf verdächtige Personen.“

Im vergangenen Jahr mussten die Beamten der PI mit 973 Verkehrsunfällen so viele aufnehmen wie noch nie. In Bobingen ging die Gesamtzahl leicht zurück, in Königsbrunn stieg sie von 502 auf 580 an. Zwar sank die Summe des geschätzten Sachschadens, doch die Zahl der Verletzten stieg deutlich an von 169 auf 214 Personen. Wieder ist ein Verkehrstoter zu beklagen – ein Radfahrer in Bobingen.

Sorgen bereiten dem PI-Leiter dabei die Zahl der verletzten Radler, die sich fast verdoppelt hat. Bei der Hälfte der Unfälle waren nach Einschätzung der Polizeibeamten die Radler die Verursacher. „Wir müssen uns die Radler noch mehr zur Brust nehmen“, erklärt Wellner im Gespräch mit unserer Zeitung. Er weiß, dass dann die Klagen aus der Bevölkerung zunehmen, aber er ist auch überzeugt: Verkehrserziehung geht in diesem Fall nur „über den Geldbeutel“.

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