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Exklusiv-Umfrage

14.01.2020

Fast jeder zweite Bayer lehnt einen muslimischen Bürgermeister ab

Bei den Kommunalwahlen im März 2020 werden vielerorts Bürgermeister neu gewählt. Kandidaten mit muslimischem Glauben hätten es da schwer, wie eine repräsentative Umfrage zeigt.
Bild: Peter Fastl (Symbolbild)

Exklusiv Nur knapp die Hälfte der Bayern äußert keine Bedenken gegen einen Moslem als Oberhaupt der eigenen Kommune. CSU-Wähler sind in der Frage gespalten.

Der Fall des Sener Sahin, der nach Protesten wegen seines muslimischen Glaubens als Bürgermeisterkandidat der CSU in Wallerstein zurückgetreten ist, hat bundesweit hohe Wellen geschlagen. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für unsere Redaktion zeigt nun, dass fast jeder Zweite in Bayern ein Problem damit hätte, wenn der Bürgermeister der eigenen Stadt oder Gemeinde Moslem wäre.

Sener Sahins Rücktritt als CSU-Kandidat für den Bürgermeisterposten in Wallerstein hat bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.
Bild: Walter Brugger

43,5 Prozent hätten Problem mit muslimischem Bürgermeister

43,5 Prozent der Befragten bejahen die Frage „Hätten Sie ein Problem damit, wenn der Bürgermeister Ihrer Stadt oder Gemeinde muslimischen Glaubens wäre?“. 27,8 Prozent der Teilnehmer beantworten sie sogar mit „Ja, auf jeden Fall“.

Zeitgleich geben 48,9 Prozent der 4788 Befragten an, kein Problem mit einem muslimischen Bürgermeister zu haben. 7,6 Prozent der Befragten sind unentschieden.

 

AfD-Anhänger wünschen sich mehrheitlich kein muslimisches Gemeindeoberhaupt

Am deutlichsten lehnen Anhänger der AfD ein muslimisches Gemeindeoberhaupt ab: Fast neun von zehn AfD-Wählern vertreten diese Ansicht. Unter CSU-Anhängern sind es knapp 50 Prozent. Am offensten stehen Anhänger der Grünen einem muslimischen Bürgermeister gegenüber: Rund 85 Prozent geben an, kein Problem mit dem Glauben zu haben.

 

Da die Online-Umfrage vollständig anonym beantwortet wurde, kann eine Verzerrung aufgrund sozialer Erwünschtheit als gering angenommen werden. Soziale Erwünschtheit ist ein Störfaktor bei Befragungen und führt daher zu Verzerrungen in Umfragen. Sie entsteht, wenn Befragte Antworten geben, mit denen sie eher auf Zustimmung hoffen können als dies bei der wahrheitsgemäßen Antwort der Fall wäre. Der Effekt der sozialen Erwünschtheit ist in der Regel höher, wenn die soziale Distanz geringer ist - wie es zum Beispiel in einem persönlichen Interview der Fall wäre.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey zählt für seine repräsentativen Umfragen nur die Stimmen registrierter und verifizierter Internetnutzer, die Daten wie Alter, Wohnort und Geschlecht angegeben haben. Die Stimmen werden nach einem wissenschaftlichen Verfahren gemäß der Zusammensetzung von Bayerns Bevölkerung gewichtet. Für die Frage wurden im Zeitraum vom 06.1.20 bis 13.1.20 die Antworten von 4788 Teilnehmern aus Bayern berücksichtigt. Der statistische Fehler liegt bei 2,5 Prozent.

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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