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FC Bayern
13.12.2021

Nagelsmann lobt Kimmich - und muss im Mittelfeld erneut umplanen

Im Interview mit dem ZDF äußerte sich Joshua Kimmich erstmals zur Diskussion um seinen Impfstatus – und betonte, sich bald impfen lassen zu wollen. Die gesellschaftliche Debatte habe ihn belastet, so der Nationalspieler. Hier ein Bild des Interviews.
Foto: ZDF/dpa

Bayern-Star Joshua Kimmich spricht darüber, wie er die Debatte um seinen Impfstatus erlebt hat und gibt Fehler zu. Im Mittelfeld des FCB spitzt sich die Lage zu.

Im von Corona bestimmten Dezember des Jahres 2021 gehört es zu den Eigenheiten, dass es beim FC Bayern ständig um einen Spieler geht, der vor über einem Monat sein letztes Spiel bestritten hat und erst im neuen Jahr sein Comeback geben wird: Joshua Kimmich. Der Nationalspieler hatte sich bekanntlich zuerst nicht impfen lassen, war dann als Kontaktperson in Quarantäne geraten und hatte sich schließlich selbst mit dem Virus infiziert.

Wegen der Spätfolgen der Infektion fehlt Kimmich noch, will sich aber alsbald impfen lassen. Dies sagte der Nationalspieler dem ZDF. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann freute sich über den Schritt, wie er vor dem Spiel beim VfB Stuttgart am Dienstagabend (18.30 Uhr, Sky) sagte: "Er hat das Heft des Handelns in die Hand genommen. Ich finde es gut, dass er seine Situation so ausführlich geschildert hat."

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Kimmich hatte in dem TV-Interview gesagt, warum er Vorbehalte gegen die Impfung hatte: "Es war für mich einfach schwierig, mit meinen Ängsten und Bedenken umzugehen. Deshalb war ich auch so lange unentschlossen." Letztlich empfinde er, so Kimmich, ein schlechtes Gewissen gegenüber seinen Mitspielern, da er dem Team nun insgesamt zwei Monate fehlen würde. "Vielleicht musste ich auch erst das durchleben, was ich jetzt durchlebt habe. Rückblickend gesehen, würde ich gerne die Entscheidung des Impfens früher treffen."

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Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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Für ihn sei die Diskussion um seinen Impfstatus belastend gewesen, so Kimmich: "Da wurden einfach Grenzen überschritten, wo manche aufgesprungen sind auf diesen Zug, um sich da zu profilieren, um die ganze Diskussion für sich selbst zu nutzen, und das verurteile ich absolut." Kimmich ist nicht der einzige Fußballer, der von einer Corona-Infektion beeinträchtigt wurde. Deutlich schlimmer hat es etwa den Hertha-Keeper Rune Jarstein erwischt, der zwischenzeitlich im Rollstuhl saß. Auch Freiburgs Jonathan Schmid hat wegen der Spätfolgen seit August kein Spiel mehr bestritten.

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Ein fitter Kimmich – das wäre wohl auch Julian Nagelsmann am liebsten gewesen. Schließlich tut sich vor der Partie gegen den VfB ein Engpass auf Kimmichs Position im zentralen Mittelfeld auf. Während Leon Goretzka weiterhin Knieprobleme plagen und eine Muskelverletzung den Einsatz von Corentin Tolisso in Stuttgart verhindern könnte, gab es von Jamal Musiala schlechte Nachrichten: Der 18-Jährige Offensivspieler, der zuletzt in der Mittelfeld-Zentrale spielte und sogar das Siegtor gegen Mainz erzielte, brach sich im Spiel am Wochenende den Mittelhandknochen. Das ergab eine Untersuchung am Samstag. Ob der Deutsch-Engländer mit der geschienten Hand spielen könne, sei schmerzabhängig, so Nagelsmann. Der Trainer schränkte aber ein: "Das tut richtig weh." Immerhin: Der zuletzt lange verletzte Marcel Sabitzer könnte wieder eine Option sein. Auch der Spanier Marc Roca, der am Samstag seine ersten Bundesliga-Minuten unter Nagelsmann bestritt, sei eine Möglichkeit.

Der Unterton, der bei jeder dieser Personalaufzählungen mitschwang: Wie wichtig wäre ein fitter Kimmich doch als 1A-Lösung in dieser Situation. Nagelsmann sagte, dass er nicht explizit Überzeugungsarbeit bei seinem Spieler geleistet habe: "Ich habe ihm meine Meinung gesagt und wie ich zum Impfen stehe." Letztlich seien es andere Personen im Verein gewesen, die versucht hätten auf Kimmich einzuwirken: "Dafür sind wir ein großer Verein. Bei mir geht es um die Leistung auf dem Feld, weniger um das Drumherum." Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn hatte zuletzt betont, wie intensiv der Verein seinen Angestellten die Vorteile einer Impfung im Vergleich zu einer Corona-Infektion dargestellt hatte.

Auch wenn das Mittelfeldpersonal mit jedem weiteren Trainingstag dünner zu werden scheint: Schon ein Remis gegen Stuttgart würde reichen, um die Herbstmeisterschaft perfekt zu machen. Der Bayern-Anspruch ist aber natürlich ein Sieg. Das Spiel ist zudem ein Wiedersehen alter Bekannter: VfB-Coach Pellegrino Matarazzo machte mit Nagelsmann den Trainerschein und arbeitete in Hoffenheim als dessen Co-Trainer. Vier Bayern-Spieler haben außerdem eine VfB-Vergangenheit: Sven Ulreich, Benjamin Pavard, Serge Gnabry und – Joshua Kimmich.

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