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FC Bayern München

01.10.2020

Pokal, Meisterschaft, Supercup & Co.: Nimmersatte Bayern hören einfach nicht auf

Joshua Kimmich (Mitte) freut sich mit Joshua Zirkzee (li) und Alphonso Davies auch über den Supercup.
Bild: Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa

Der FC Bayern ist heiß auf jeden noch so nichtigen Pokal. Nach dem Supercup ist vor dem Weltpokal. Im Kader der Unersättlichen zeigen sich aber erste Ermüdungserscheinungen.

Vor einigen Jahren hätte Robert Lewandowski einen Haken geschlagen. Oder einfach abgezogen. Möglicherweise wäre der Ball im Tor gelandet – vielleicht auch nicht. Lewandowski hätte sich feiern lassen oder den Kopf geschüttelt. Vor einigen Jahren war Lewandowski einer der besten Stürmer Europas. Mittlerweile aber ist er der beste Spieler des Kontinents.

Lewandowski hat nun am späten Mittwochabend den Ball eben nicht kraftvoll in Richtung des Dortmunder Tores geschickt. Er servierte ihn Joshua Kimmich, der ihn artistisch zum 3:2-Siegtreffer im Netz unterbrachte. Die Münchner hatten sich so Titel Nummer fünf in diesem Jahr gesichert. Nach Pokal, Meisterschaft, Champions League und europäischem Supercup war jener nationale Supercup die lässlichste Trophäe. Keine Sahne auf der Torte, eher ein Keks zum Kaffee.

Flick und Favre nehmen die Partie nicht vollkommen ernst

Die Trainer der beiden Mannschaften ließen keine Zweifel daran, welche Bedeutung sie der Partie beimaßen. Lucien Favre schonte etwa Jaden Sancho und Roman Bürki, dafür ließ Hansi Flick Serge Gnabry vorerst auf der Bank. Als das Spiel beim Stand von 2:2 auf die Zielgerade einbog, wechselte Favre unter anderem Erling Haaland, Marco Reus und Mats Hummels aus. Flick brachte mit Chris Richards und Jamal Musiala Nachwuchskräfte.

In der Schlussphase aber zeigte sich auch, dass sich die Münchner jedes noch so nichtige Stück Zierschmuck ins Vereinsmuseum stellen wollen. Es war am Ende nicht spielerisches Können, das den Bayern den Supercup bescherte, sondern ein selten ausgeprägtes Maß an Gier. „Das zeigt die Mentalität, aber auch die Klasse der Mannschaft“, sagte Flick nach dem Spiel. Neben überbordender fußballerischer Qualität birgt der Kader der Münchner eben auch eine Ansammlung erfolgssüchtiger Charaktere.

Nimmersatte Bayern machen einfach weiter, immer weiter

Manuel Neuer etwa war bisher von keinem Trainer zu überzeugen, doch mal dem Ersatzkeeper weniger wichtige Spiele zu überlassen. Kimmich schrie nach seinem Treffer unbändige Freude heraus. Thomas Müller hat schon alles gewonnen und möchte noch mehr Silberware. Als sein Team 2:0 führte, stauchte er etwa Javi Martínez zusammen. "Raus aus der Kette, du bist Mittelfeldspieler", rügte Müller den Spanier bei einem scheinbar unwichtigen Einwurf der Dortmunder.

Gegen den BVB aber zeigte sich auch, woran es den Münchnern im Verlauf der weiteren Saison fehlen könnte. Es lässt sich auf Dauer nicht jeder Meter mit reiner Willensleistung zulaufen. Flick bemängelte die fehlende „Tiefenstaffelung“ in der Defensive. „Es gibt genaue Abläufe und das haben wir diesmal nicht optimal gelöst.“ Abläufe, die die Münchner in den vergangenen Monaten im höchsten Tempo abspulten, werden nun sichtbar zu harter Arbeit. Für die meisten Ligaspiele genügt das. Aber die Münchner wollen mehr. „In der Kabine war die Klub-WM schon ein Thema“, berichtete Flick. Seine Spieler würden dieses Turnier gerne spielen. Allein: Im dichten Terminkalender hat sich dafür bislang noch keine Lücke dafür aufgetan.

Der FC Bayern braucht noch Verstärkungen

Allein mit Nachwuchskräften wird Flick den Stars keine Pausen gönnen können – ohne dass es zu einem Leistungsabfall kommt. Kurzzeitig tauchte Andrej Kramaric an der Gerüchtebörse als möglicher Neuzugang auf. Nun aber berichtet der Boulevard, die Münchner hätten doch wieder Abstand von der Verpflichtung des Hoffenheimer Torjägers genommen. Bis zum 5. Oktober hat Sportvorstand Hasan Salihamidzic noch Zeit, seinem Trainer Alternativen zu beschaffen. Andernfalls dürften die Münchner Feierbiester im kommenden Jahr seltener Grund für eine Party haben.

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