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Wo das Sieger-Gen des FC Bayern überall zu finden ist

Glosse Von Tilmann Mehl
12.02.2021

Sechs Titel in einer Saison, Wahnsinn! Ein Lob gebührt daher den Scouts des FC Bayern, die sich auf die Spuren des Homo Bavaricus gemacht haben.

Der Homo Bavaricus scheint ein ziemlich neugieriges Bürschchen gewesen zu sein. Ganz offensichtlich hat er sich weder von Mammuts noch von rauer See oder Gebirgsmassiven schrecken lassen und sich weit über die Grenzen des wunderbaren Bayernlandes hinaus vermehrt. Noch heute finden sich weltweit Nachfahren des Homo Bavaricus. Sie tragen alle das so genannte Bayern-Gen in ihrer DNA.

Überdeutlich ausgeprägt war es im gebürtigen Karlsruher Oliver Kahn, der es auch als erstes schaffte, das nur schwer zu entschlüsselnde Gen in eine leicht verständliche Formel zu gießen: "Weiter, immer weiter." Prominente Träger des Gens sind unter anderem Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder auch Arjen Robben (schön zu sehen: wie das mutierte Gen zu einer latenten Fallsucht gesorgt hat).

Von Pähl bis Ghana: Homo Bavaricus ist weit herumgekommen

Die Scouts des FC Bayern haben es zur Meisterschaft darin gebracht, Spieler ausfindig zu machen, die besagtes Gen in sich tragen. Sie wurden vor der Haustür (Thomas Müller, Pähl) ebenso fündig wie in Kanada beim gebürtigen Ghanaer Alphonso Davies. Selbstverständlich lagen auch die Münchner Gen-Forscher ab und an daneben (bei Brasiliens Breno ließen sie sich von dessen feuriger Persönlichkeitsausprägung täuschen) – oft aber liegen sie richtig.

Wer behauptet, Hasan Salihamidzic fälle seine Entscheidungen eher selten aufgrund akademischer Vorkenntnisse und dafür häufiger seinem Instinkt folgend, tritt dem Sportvorstand nicht zu nahe. Er hat eine Mannschaft zusammengestellt, die sich einig ist in ihrem unbedingten Willen zu gewinnen.

Sechs Trophäen sammelte sie nun binnen eines Jahres ein und mögen auch Außenstehende Supercups und Weltpokal als zu vernachlässigend betrachten, so beweist es doch nur, dass sie nicht im Besitz des Bayern-Gens sind.

Der FC Bayern schnappt sich auch noch den Titel des Vielfliegers

Die Lust auf’s Gewinnen hört allerdings nicht auf dem Rasen auf. Kein anderer Bundesligist schafft es beispielsweise die Miles-and-More-Karte derart zum Glühen zu bringen wie die bayerische Reisegesellschaft. Einfach mal im Februar in ein Corona-Risikogebiet zu reisen, Respekt! Glückwunsch auch, an Karl-Heinz Rummenigge. Muss man ja auch erst mal schaffen, diese innere Zerrissenheit auszuhalten. Auf der einen Seite auf die Vorbildfunktion der Fußballer hinweisen und auf der anderen auch noch ein Jahr nach Beginn der Pandemie die Maske unter der Nase zu tragen. Einen Homo Bavaricus ficht das nicht an.

Er siegt und siegt und siegt. Das macht ihn nicht sympathischer, dafür gibt es allerdings auch keine Preise.

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