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Unterschriftenaktion

22.09.2014

Betroffen machen, um Tieren zu helfen

Sie möchten die Menschen informieren, damit Tiere weniger leiden müssen. Was wiederum der Gesundheit der Menschen zugute kommt. Auf dem Bild (von links): Brigitte Straub, Steve und Kathrin Smith, Heidi Terpoorten, Ursula Kneissl-Eder, Joachim Hien, Volker Terpoorten, Petra Hien und Gabi Reitenauer.
Bild: Bunk

Das Aktionsbündnis „Stoppt den Saustall“ hofft auf Unterstützung durch Landrat Leo Schrell

Die Aktiven des Aktionsbündnisses „Stoppt den Saustall“ wollen betroffen machen. „Es ist kein Hobby, das ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Joachim Hien aus Dillingen. „Wie Menschen mit Tieren umgehen, so gehen sie auch mit Menschen um“, ergänzt die Grünen-Kreisrätin Heidi Terpoorten aus Binswangen besorgt. „Massentierhaltung: Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser!“ steht auf den Unterschriftenlisten, die sie am 8. November in Dillingen an Landrat Leo Schrell übergeben möchten.

Weitere Infomaterialien haben die elf Gleichgesinnten vor sich liegen beim Infotreffen am vergangenen Freitagabend im Nebenzimmer des Gasthofs zum Schwanen in Wertingen. Doch die erhofften Gäste bleiben aus. „Die möchten sich wohl nicht outen, trauen sich wohl nicht durch ein gut besuchtes Speiselokal, um zu solch einer Veranstaltung zu gehen“, überlegt Terpoorten. „Es funktioniert nur, wenn man die Menschen direkt anspricht“, hat Hien gemerkt. Denn an den Infoständen kommen die Aktiven mit vielen Passanten ins Gespräch, merken ehrliches Interesse an der Sache.

Doch hat Terpoorten erfahren müssen: „In einigen Gaststätten und Wochenmärkten sind wir nicht erwünscht.“ Die Enttäuschung ist ihr anzumerken. „Vor allem find’ ich es heftig, wenn Leute anonym bedroht werden“, meint sie, als sie vom Anruf in einem Geschäft erzählt, wo eine Unterschriftenliste lag.

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Würden Bauern regional produzieren und nicht für den Export, wäre das ein riesiger Fortschritt. Der Umgang mit Antibiotika, mit den landwirtschaftlichen Flächen... „Wie sollen wir uns künftig ernähren, wenn alles zerstört wird“, fragt sich die Gruppe.

Je mehr sie sich mit dem Thema befassen, sehen sie die Notwendigkeit, über den Umgang mit sogenannten Nutztieren zu informieren. Den Begriff „Nutztiere“ an sich finden sie schrecklich für Lebewesen. Sie wollen Landrat Leo Schrell dazu bewegen, wenigstens hier im Landkreis Dillingen etwas zu ändern. „Er könnte bei der Regierung von Schwaben als übergeordneter Behörde anfragen, dass mehr Mitarbeiter eingestellt werden“, erläutert Hien. Der Landrat könnte Gelder locker machen und dafür sorgen, dass unangemeldet und zu anderen Zeiten kontrolliert wird, nicht von Menschen, die selbst Stallbesitzer sind. Dass Kontrolleure aus anderen Landkreisen kommen sollten, um neutraler zu sein, sehen sie als einen weiteren sinnvollen Ansatz. Und Förderpreise für Biobauern anzubieten ebenfalls.

„Über das Thema reden, hoffen, dass immer mehr am Tiefkühlregal die Hand zurückziehen mit dem Gedanken ‚nein, das kauf’ ich nicht’“, nennt Hien ein großes Ziel des Aktionsbündnisses. Und mit den Unterschriften auf den Listen soll der Landrat sehen, wie viele Wähler nicht einverstanden sind mit dem Umgang mit den Tieren in den Agrarfabriken, wie sie die Ställe nennen. Dabei erwarten sie nicht, dass alle vegan leben und somit kein Tier mehr sterben muss. „Kleine Schritte sind nötig, um das Ziel zu erreichen. Das wird mindestens eine Generation dauern“, denkt Hien. Terpoorten entgegnet: „Millionen Lebewesen zahlen mit dem Leben dafür.“Die Vertreter des Aktionsbündnisses „Stoppt den Saustall“ sind gespannt darauf, ob Landrat Leo Schtrell kommt, um die Unterschriftenlisten entgegen zu nehmen. Die Aktiven sehen sein Dilemma. „Er will von den Bauern wieder gewählt werden, hat aber die schwierige Aufgabe, staatliche Aufgaben zu erfüllen.“

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