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22.03.2010

Eltern sehen Probleme für doppelten Abitur-Jahrgang

Dillingen Für Abiturienten in Bayern beginnt 2011 ein Kampf um Studienplätze. Der letzte Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums und die Schüler des neuen G8 werden im selben Jahr ihre Reifeprüfung ablegen. Für sie hat Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch bei der Mitgliederversammlung der Landes-Eltern-Vereinigung (LEV) an Gymnasien in Bayern am vergangenen Samstag in Dillingen eine gute Nachricht dabei: "Es wird kein Studienbewerber vor der Tür stehen bleiben." Bis Ende 2012 seien 38 000 zusätzliche Studienplätze im Freistaat nötig. Heubisch versichert: "Sie werden geschaffen, das Geld steht zur Verfügung." Bayern werde eine Milliarde Euro in den Ausbau der Hochschulen investieren.

Eltern haken bei der zweitägigen Versammlung, die der Elternbeirat des Sailer-Gymnasiums um Vorsitzenden Bernhard Uhl perfekt organisiert hat, kritisch nach. Ursula Off-Melcher (Königsbrunn) sieht Engpässe auf die Studenten zukommen: Zu wenig Platz an Universitäten und Fachhochschulen, zu wenig Bücher in den Bibliotheken, zu wenig Professoren für den Unterricht: "Die schlechte Vorbereitung und die Beschwichtigungspolitik machen uns Sorgen." Klaus Weber vom Diesel-Gymnasium in Augsburg formuliert es drastischer: "Man hat seit Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) geschlafen." Heike Mechelhoff ist 272 Kilometer von Berchtesgaden nach Dillingen gefahren, um bei der Tagung im Sailer-Gymnasium dabei zu sein. Angesichts des Konkurrenzkampfs müsse man das Mobbing bekämpfen: "Wir müssen die soziale Komponente unserer Schüler stärken und schauen, dass sie nicht seelisch verkrüppelt ins Studium kommen."

Die LEV-Tagung hat das Thema "Bayerische Abiturienten konkurrenzfähig in Deutschland?" Heubisch stellt die Frage umfassender, es gehe um die Konkurrenzfähigkeit in Europa. Und er beantwortet die Frage mit einem "ganz klaren Ja". 85 Prozent der bayerischen Abiturienten nehmen ein Studium auf, in Nordrhein-Westfalen seien es nur 60 Prozent, so Heubisch. Der letzte G9-Abiturjahrgang könne bereits im Sommersemester 2011 studieren.

LEV-Vorsitzender Thomas Lillig fordert die Chancengleichheit für den doppelten Abiturjahrgang ("die versprochenen Studienplätze müssen kommen") und die Bildungsgerechtigkeit für Abiturienten in Deutschland ein. In Bayern sei das Abitur schwerer. Wenn Gymnasiasten beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern besser bewertet würden, hätten sie beim Kampf um Studienplätze in den harten Numerus-Clausus-Studiengängen (Medizin, Zahn- und Tiermedizin etc.) Vorteile. "Wir brauchen mehr Abiturienten in Bayern", sagt Lillig. Nur 20 Prozent eines Jahrgangs machen in Bayern Abitur. In anderen Bundesländern liege die Quote bei bis zu 35 Prozent. Die Sailer-Elternbeiräte Wolfgang Trittner und Marianne Reichhardt sind von der zweitägigen Versammlung angetan: "An diese Informationen kommst du sonst nicht ran, da wird Klartext gesprochen", sagt Marianne Reichhardt.

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