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01.02.2020

„Jedes Jahr eine pfundige Sache“

Seit 2016 führt Hubert Gerblinger den Schützengau Wertingen. Vor wenigen Wochen wurde er im Amt als Gauschützenmeister bestätigt.

Was der Geratshofer Hubert Gerblinger in seiner ersten Amtsperiode als Gauschützenmeister erlebt hat und weshalb er sich so sehr auf den heutigen Gauschützenball in der Wertinger Stadthalle freut

Nicht nur in seiner eigenen Familie hat der sechsfache Vater viele Leute um sich, auch in seinem Ehrenamt im Schützengau Wertingen ist Hubert Gerblinger gerne in größerer Gesellschaft. Seit vier Jahren leitet der 56-Jährige als Nachfolger von Leonhard Wöger eine Organisation, deren Grenzen nahezu denen des ehemaligen Landkreises Wertingen (bis 1978) entspricht. Vor wenigen Wochen wurde Gerblinger als Gauschützenmeister in seinem Amt bestätigt. Hauptberuflich arbeitet er als Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik im Atomkraftwerk in Gundremmingen, zudem ist er auch noch erster Vorsitzender der „Gemütlichkeit“-Schützen in seinem Heimatort Geratshofen. Vor dem heutigen Gauschützenball in der Wertinger Stadthalle stand der passionierte Hobbymusiker im Interview mit unserer Zeitung Rede und Antwort.

Hallo Herr Gerblinger, wenn Sie auf die erste Periode ihrer Amtszeit als Gauschützenmeister zurückblicken, welche Höhen und Tiefen fallen Ihnen da ein?

Ich war kaum im Amt, schon musste ich eine aktive Schützin disqualifizieren, da sie gegen das Reglement im Rundenwettkampf verstoßen hatte. Mehr möchte ich zu dieser Angelegenheit allerdings nicht sagen. Die betroffene Person schießt inzwischen wieder, aber nur noch für einen Verein. Höhepunkt habe ich in diesen ersten vier Jahren viele erlebt. Einer davon ist die Entwicklung der Jugendarbeit. Als wir das erste Mal bei der Aktion „GuSchu“ (Gut Schuss) teilgenommen haben, waren wir 30 Teilnehmer, im vergangenen Jahr sind wir mit 100 Jugendlichen zum Wettbewerb nach München gefahren.

„Jedes Jahr eine pfundige Sache“

Mit Dieter Töltsch aus Meitingen und Marianne Kuchenbaur aus Emersacker wurden Ihnen zwei neue Stellvertreter als Gauschützenmeister an die Seite gestellt. Welche Aufgaben hat so ein Vize?

Sowohl Dieter Töltsch als bisheriger Sportleiter als auch Marianne Kuchenbaur als Damenleiterin waren schon mit Führungsaufgaben vertraut. Als meine Stellvertreter stehen sie mir nun noch etwas näher zur Seite. Wir sprechen vieles gemeinsam ab und repräsentieren unseren Gau zum Beispiel beim schwäbischen Bezirksschützentag als Trio.

Mit Bianca Kallenbach aus Hettlingen wurde eine neue Damenleiterin installiert. Was ist denn deren Aufgabe?

Sie organisiert und leitet den eigenen Damenrundenwettkampf mit insgesamt 18 Mannschaften und führt auch einmal im Jahr den Wettkampf „Damen über 40“ durch. Da hat eine Damenleiterin doch einiges zu tun. Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn die Zahl der Damenmannschaften unter der Ägide von Bianca Kallenbach in den nächsten Jahren noch etwas zunehmen würde.

Apropos Zunahme. Sind die Mitgliederzahlen im Gau Wertingen rückläufig oder steigen sie an?

Ende 2018 hatten unsere 47 Vereine gegenüber dem Vorjahr ein plus von 34 Mitgliedern. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel der Gau Donau-Ries im gleichen Zeitraum einen Rückgang von 80 Mitgliedern zu verzeichnen hatte. Derzeit haben wir im Schützengau Wertingen 5065 Mitglieder, so viele Menschen wie in einer Kleinstadt.

Sie selbst sind ja auch noch Vorsitzender beim Verein „Gemütlichkeit“ Geratshofen. Wie oft pro Woche sind Sie im Schützenheim anzutreffen und wie oft nehmen Sie selbst ein Gewehr in die Hand?

Als Vorsitzender eines Vereins musst du natürlich immer nach dem Rechten schauen. Einmal die Woche bin ich mindestens im Schützenheim, oft sogar zwei- oder dreimal. Je nach Bedürfnis. Mit dem Luftgewehr schieße ich nicht sehr oft. Ich bin nämlich Pistolenschütze. Fragen Sie mich aber nicht nach meinen Fähigkeiten.

Doch. Raus mit der Sprache.

Na gut. Wenn ich schieße, komme ich bei einem 15-Schuss-Wettbewerb von 150 möglichen Ringen maximal auf 130. Mit so einem Ergebnis werde ich nie für die erste Mannschaft gewertet. Meine Leistungen reichen gerade mal für die dritte Mannschaft.

Wie oft im Monat besuchen Sie als Gauschützenmeister Wettkämpfe von Mannschaften, an denen Ihr Heimatverein Geratshofen nicht beteiligt ist?

Vereine besuche ich, wenn diese Feste feiern oder Versammlungen haben. Da gehört ein Gauschützenmeister hin. Für Rundenwettkämpfe bleibt da kaum Zeit übrig. Wenn ich diese noch habe, schaue ich mir allenfalls die Wettkämpfe der Binswanger Luftgewehrmannschaft und der Zusamzeller Pistolenschützen an. Beide Teams sind in Schwabenliga-Wettkämpfen unterwegs.

Die Grenzen des Schützengaus Wertingen sind nahezu identisch mit denen des Altlandkreises Wertingen. Was glauben Sie, wie lange das noch so ein wird?

Das ginge so lange, bis der Bayerische Sportschützenbund eine Art Gebietsreform wie einst in der Kommunalpolitik vornehmen würde. Ich hoffe und denke nicht, dass es so weit kommt.

An diesem Samstag, 1. Februar, steht der nächste Gauschützenball in der Wertinger Stadthalle an. Was macht denn diese Veranstaltung eigentlich so attraktiv?

Ja, der Gauschützenball ist jedes Jahr eine pfundige Sache. Er ist auch heuer mit 720 Gästen längst ausverkauft. 40 Personen stehen am Samstag auf der Warteliste, allerdings ohne große Erfolgsaussichten. Mich freut es immer, dass hier alle Generationen vertreten sind. Von zwölf bis 85 Jahren. Dieses Jahr richten die „Alpenrose“-Schützen aus Emersacker die Veranstaltung aus. Der Einzug der Schützenkönige mit ihren Begleiterinnen und Begleitern ist natürlich ein Höhepunkt. Besonders freue ich mich, wenn ich ins Publikum blicke und dabei feststelle, wie sauber unsere Gäste angezogen sind. Ein Dirndl und eine Lederhose machen doch so einiges her.

Interview: Günther Herdin

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