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Aichach-Friedberg: Baulandpreise im Kreis Aichach-Friedberg gehen durch die Decke

Aichach-Friedberg

Baulandpreise im Kreis Aichach-Friedberg gehen durch die Decke

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    Die Preise für Wohnbauland im Landkreis Aichach-Friedberg gehen geradezu durch die Decke.
    Die Preise für Wohnbauland im Landkreis Aichach-Friedberg gehen geradezu durch die Decke. Foto: Marcus Merk

    Adelzhausen: Von 248 auf 386. Aichach: Von 302 auf 445. Friedberg: Von 441 auf 615. Steindorf: Von 286 auf 456. Nein, diese Zahlensprünge sind nicht die Steigerungen der Jahres-Niederschlagsmengen in Litern nach den vielen Unwettern in den vergangenen Wochen im Wittelsbacher Land. Das sind die Steigerungen bei den durchschnittlichen Richtwerten für einen Quadratmeter Wohnbauland in Euro innerhalb von nur zwei Jahren.

    Von Ende 2018 bis Ende 2020 sind die Preise für Wohnbauflächen im Durchschnitt im ganzen Landkreis um 160 Euro pro Quadratmeter nach oben geschnellt. Von 235 auf 395 Euro – das sind fast 70 Prozent mehr. Im Zweijahreszeitraum zuvor (2016 bis 2018) waren es noch 70 Euro mehr. Was jeder, der auf der Suche nach einer Immobilie oder einem Bauplatz ist, längst weiß, bekommt es jetzt durch den Gutachterausschuss des Landkreises bestätigt: Die Bodenpreise in Aichach-Friedberg gehen durch die Decke.

    Auch Gewerbeflächen (im Schnitt acht Euro mehr pro Quadratmeter) und Ackerland (ein Euro mehr) haben seit 2018 zugelegt – aber nicht so extrem wie Bauland. Das wird überall teurer, doch die Tendenz ist eindeutig: Je näher es Richtung Alpen geht, desto höher sind die Grundstückspreise. Ganz im Norden des Landkreises in Baar wird der Quadratmeter noch für 120 bis 190 Euro gehandelt. Im ähnlich großen Schmiechen ganz im Süden des Wittelsbacher Landes liegt die Spanne zwischen 340 und 460 Euro für ein Stück unbebauten Boden von einem Meter auf einen Meter. In der Friedberger Altstadt kostet das bis zu 880 Euro.

    Aichach-Friedberg: Bauland wird immer teurer

    Alle zwei Jahre werden vom Gutachterausschuss am Landratsamt die Kaufpreise der notariell beurkundeten Immobiliengeschäfte von unbebauten Grundstücken ausgewertet und die sogenannten Bodenrichtwerte (BRW) ermittelt. In Gebieten ohne oder mit nur wenigen Grundstücksverkäufen helfen statistische Rechenverfahren und an der Landkreisgrenze zusätzlich der Blick über den Tellerrand, um die Marktlage zu bewerten, teilt das Landratsamt mit.

    Immobilienmarkt-Daten für Aichach-Friedberg

    Verkäufe Die Zahl der Verkäufe von Immobilien in allen Teilmärkten (Wohnungen, Häuser, Grundstücke) schwankte im Landkreis im vergangenen Jahrzehnt immer um den Wert 1500. Im Jahr 2010 wurden 1510 Kauffälle gemeldet, 2019 waren es 1446 Verkäufe.

    Fläche Im Schnitt werden jährlich Immobilien mit einer Gesamtfläche von 350 Hektar verkauft. Das sind 3,5 Millionen Quadratmeter. Ein Großteil davon für land- und forstwirtschaftliche Flächen (290 Hektar).

    Umsatz Für alle im Kreis gekauften Immobilien wurden 2019 insgesamt 469 Millionen Euro bezahlt. Das ist nahezu exakt doppelt so viel wie 2010 (235 Millionen Euro).

    Käufer unbebaute Grundstücke Drei Viertel aller Käufer von unbebauten Grundstücken (Zeitraum: 2015 bis 2019) stammt aus dem Kreis. Weitere Verteilung: Stadt Augsburg (acht Prozent), Kreis Augsburg (vier), Stadt München (drei). Der Rest (zehn Prozent) verteilt sich auf die umliegende Region.

    Käufer bebaute Grundstücke Die Verteilung: Aichach-Friedberg (53 Prozent), Stadt Augsburg (15), Stadt München (zehn), Landkreis Augsburg (fünf), Rest (17). (cli)

    Die Bodenrichtwerte dienen zur Orientierung und der Wertermittlung einer Immobilie oder eines Grundstücks. Für den Verkehrswert spielen aber noch weitere Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel Bebaubarkeit, Umfeld, Altlasten, Grunddienstbarkeiten und vieles mehr. Bodenrichtwerte sind nicht nur wichtig für Verkäufe, sondern auch für Schenkungen, Erbschaften und die steuerliche Bewertung.

    Aichach-Friedberg: Aktualisierung der Baulandpreis kommt schon 2022

    Die nächsten Bodenrichtwerte werden ausnahmsweise bereits Mitte des Jahres 2022 mit dem Stand Ende 2021 veröffentlicht. Das ist aber nicht der rasanten Entwicklung geschuldet, sondern der Reform der Grundsteuer, berichtet Kreisbaumeister Andres Richter. Und auch diese Zahlen werden nur eine Richtung kennen – es geht weiter nach oben. Das zeige allein schon der weitere Preisanstieg in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, sagt Richter: „Das ist ein unglaublich dynamischer Prozess.“ Seine Prognose: „Das geht so weiter. Das ist der Markt und es ist nicht absehbar, dass der einbricht.“

    Das Wittelsbacher Land reiht sich dabei ein in die Entwicklung nahezu im gesamten südbayerischen Raum. In der Nachbarschaft in Richtung München gehe es teils noch dramatischer nach oben, beobachtet der Kreisbaumeister. Das zeige ein Blick über die Kreisgrenze ins nahe Altomünster (Kreis Dachau). Dort gibt es einen S-Bahn-Anschluss und gute Infrastruktur treibt generell die Preise. Dagegen gebe es in Aichach-Friedberg zumindest noch einige günstigere Regionen, vergleicht Richter, wobei er natürlich klar sieht, wie schwierig es für junge Menschen wird, die ein Grundstück suchen: „Das ist schon brutal.“

    Bodenrichtwerte im Landkreis Aichach-Friedberg abrufen

    Überblick Die Bodenrichtwerte wurden für alle 24 Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises mit ihren Ortsteilen überarbeitet. Insbesondere die Bodenrichtwertzonen wurden hinsichtlich der Lage und Nutzung feiner abgegrenzt. Einen Überblick über die Entwicklung und ein interaktives Tool gibt es auf der Homepage des Landratsamtes unter der Adressehttps://lra-aic-fdb.de/landratsamt/fachbereiche/stabsstellen/gutachterausschuss/bodenrichtwerte-1

    Detailauskunft Neu ist, dass man die Bodenrichtwerte mit Stand 31.12.2020 jetzt direkt über Boris-Bayern jederzeit online abrufen und erwerben kann. Die Einzelauskunft kostet 25 Euro und die Dauerauskunft 200 Euro. Interessenten registrieren sich unter der Adresse http://boris-bayern.de.

    Kommunen In den nächsten vier Wochen können die neuen Bodenrichtwerte auch bei den Gemeinden eingesehen werden.

    Ältere Richtwerte Für Auskünfte über ältere Bodenrichtwert mit Stand bis zum 31.12.2018, findet sich auf der Homepage des Landratsamtes ein Antragsformular, das ausgefüllt übermittelt werden muss. (cli)

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