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15.04.2015

Am Windpark wird ab Mai gebaut

Im Blumenthaler Forst wird ab Mai am geplanten Windpark der Energiebauern GmbH weitergearbeitet, hier eine der Flächen für die sechs Windräder.
Bild: Erich Echter

Energie Die sechs Windkraftanlagen im Blumenthaler Forst sollen parallel montiert werden. Etwa 80 Bürger aus Aichach, Dasing und Sielenbach haben Interesse gezeigt, zu investieren

Aichach/Dasing/Sielenbach Im Blumenthaler Forst ist über den Winter Ruhe eingekehrt. Nach den Baumfällarbeiten im Herbst ist dort zunächst nichts mehr passiert. Ab Mai wird aber wieder gearbeitet an dem umstrittenen Windpark, den die Energiebauern GmbH dort plant. Das bestätigt Florian Bichler, einer der Geschäftsführer der Energiebauern, gegenüber unserer Zeitung.

Los geht es mit dem Wegebau, der Kabelverlegung und der Vorbereitung der Montageflächen und der Fundamente. Dann beginnt der Bau der eigentlichen Windräder. Sie sind baugleich zu den fünf Anlagen im Brugger Forst nahe Adelzhausen. Wie diese werden auch die Windräder im Blumenthaler Forst eine Nabenhöhe von 141 Metern haben. Mit den Rotoren, die gut 58 Meter lang sind, werden sie insgesamt 199 Meter hoch. Der untere Teil der sogenannten Hybrid-Türme besteht bis zu einer Höhe von 80 Metern aus Beton, darüber kommt Stahl. Die Betonfertigteile kommen aus der Oberpfalz. Das Bauunternehmen Max Bögl stellt sie her, bringt sie in den Blumenthaler Forst und setzt sie vor Ort zusammen.

Dann übernimmt der Windradhersteller. Mit Hilfe großer Kräne montiert er acht sogenannte Großelemente auf jeden Betonturm: zwei Stahlsegmente über die restliche Höhe, das Maschinenhaus mit dem Triebstrang und der Nabe, an der die drei Rotoren befestigt werden. Danach folgt noch der Innenausbau mit der Technik. Ende des Jahres sollen die Windkraftanlagen in Betrieb und damit ans Netz gehen. Die Energiebauern gehen davon aus, dass die sechs Windräder dann 35 bis 36 Millionen Kilowattstunden Energie im Jahr erzeugen.

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Das bezweifelt dagegen die Interessengemeinschaft „Bürger für Transparenz & Gesundheit Laimering-Rieden-Gallenbach“ (BTG). In dieser haben sich Gegner des Projekts aus den nächstgelegenen Ortschaften zusammengefunden. Sie fürchten um ihre Gesundheit und ihr Eigentum, aber auch um das Landschaftsbild, Natur und Tierwelt. Zur Wirtschaftlichkeit hat die BTG ein Gutachten präsentiert, das im Widerspruch zum Bayerischen Windatlas steht.

Die Energiebauern dagegen sind von der Wirtschaftlichkeit des Projekts überzeugt. Für den Betrieb der Windräder haben sie drei Kommanditgesellschaften gegründet, aufgeteilt nach Gemeindegebiet. An diesen Gesellschaften können sich Bürger aus den drei Kommunen finanziell beteiligen. Bis Ende Dezember 2014 konnten potenzielle Investoren ihr Interesse bekunden. Mit der Resonanz sind die Energiebauern laut Bichler „sehr zufrieden“. Knapp 80 Aichacher, Dasinger und Sielenbach haben das getan. Die drei Kommunen selbst sind nicht dabei, bestätigt Florian Bichler. Interessiert ist dagegen die Bürgerenergiegenossenschaft (BEG) Neuburg-Schrobenhausen-Aichach.

Für die Interessenten sollte eigentlich bereits Ende Februar eine Informationsveranstaltung abgehalten werden. Diese wird jetzt Ende April stattfinden. Dabei erfahren die Teilnehmer mehr über das Projekt und den Zeitplan sowie über Mindest- und Maximalhöhe der möglichen Einlagen. Danach erst geht es konkret um die Beteiligungen. Das wird wohl bis August dauern. Eilig haben es die Energiebauern damit nicht. Sie gehen finanziell beim Bau in Vorleistung. Man wolle mögliche Investoren hier keinem Druck aussetzen, so Bichler.

Um das Projekt wird juristisch gestritten. Wie berichtet, liegen gegen alle sechs Windräder Klagen von Anwohnern vor: aus Blumenthal (Stadt Aichach) und den Dasinger Ortsteilen Laimering und Rieden. Unterstützt werden sie von der BTG. Laut Bichler liegen mittlerweile die Klagebegründungen vor. Jetzt müssen die Energiebauern dazu Stellung nehmen. Ein Verhandlungstermin ist noch nicht in Sicht, wie Katharina Kempf vom Verwaltungsgericht bestätigt. Auf die Bauarbeiten haben die Verfahren zunächst keinen Einfluss. Wie berichtet, wurde mit der Baugenehmigung der Sofortvollzug bewilligt. Gegen diesen ist die BTG bislang nicht vorgegangen.

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