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Meitingen

16.01.2020

60 Meitinger Schüler sind Abgeordnete für einen Tag

Schüler der Klassen 10 a und b nehmen am Planspiel „Der Landtag sind wir!“ teil, die Schüler im Bild vertreten die Partei „Die Freien“, Raphael Gritschmeier (CAP) leitet die Jugendlichen an
Bild: Andreas Lode

Schüler aus Meitingen beraten unter dem Motto „Der Landtag sind wir“ über ein fiktives Gesetz. Vier Politiker beantworten ihre Fragen zu ihrem Leben und ihrem Beruf.

„Ich hoffe, heute einen Einblick in das politische Geschehen zu bekommen und meine Fragen von den Abgeordneten beantwortet zu kriegen“, sagt Julian Riedelsheimer, Zehntklässler der Dr.-Max-Josef-Metzger-Realschule in Meitingen. Er ist einer von etwa 60 Schülern, die sich im Rahmen des Planspiels „Der Landtag sind wir“ einmal in der Rolle des Politikers ausprobieren dürfen.

Der Parlamentsbetrieb wird bei einem Planspiel simuliert

Das Planspiel wird durch den Bayerischen Landtag finanziert und vom „Centrum für angewandte Politikforschung“ (CAP) organisiert und betreut. Es handelt sich dabei um eine Simulation des Parlamentsbetriebs im Maximilianeum in München. Entwickelt wurde es, um jungen Menschen in Bayern spielerisch parlamentarische Demokratie und bayerische Landespolitik zu vermitteln.

Jeder Schüler wird hierfür zunächst einer Partei zugeteilt: Sie werden zu Abgeordneten der Freien, der Sozialen, der Ökologen und der Konservativen. Drei Schüler schlüpfen dabei auch in die Rolle der Presse. Danach wird in mehreren Fraktions-, Ausschuss- und Plenarsitzungen ein fiktiver Gesetzesentwurf zum Thema „Verbraucherschutz“ diskutiert.

60 Meitinger Schüler sind Abgeordnete für einen Tag

Soll es in Bayern mehr Lebensmittelkontrollen geben?

Zur Debatte stehen unter anderem die Fragen, ob die Anzahl der Lebensmittelkontrolleure und die Bußgelder bei Verstößen gegen die Lebensmittelhygiene in bayerischen Betrieben erhöht werden sollte. Auch wird die Idee diskutiert, ob es sinnvoll wäre, das Prüfergebnis der Lebensmittelkontrolleure in Supermärkten oder Restaurants durch Smileysymbole erkenntlich zu machen. Die Referenten, Studierende und Mitarbeiter des CAP, versuchen hierbei, sich immer mehr herauszunehmen, um die „Abgeordneten“ zum eigenständigen Diskutieren zu bewegen.

Ob es für die Schüler schwer ist, vor ihren Mitschülern Reden zu halten und ihre Position zu vertreten? „Nein, das Reden vor den Anderen ist mir leichtgefallen und in den Ausschusssitzungen wurde sachlich diskutiert“, meint Simon Buchschuster, im Planspiel Abgeordneter der Fraktion der Sozialen.

"Als Opposition muss man Kompromisse eingehen"

Der Gesetzesentwurf wird in der abschließenden Plenarsitzung mit überragender Mehrheit angenommen. In der darauffolgenden Gesprächsrunde teilen die Schüler ihre Eindrücke mit. Ein Zehntklässler, der einer kleineren Partei zugeteilt wurde, stellt fest: „Als Opposition hat man es schwer, mit seinen Anliegen durchzukommen. Man muss Kompromisse eingehen.“

CSU, Freie Wähler und SPD stellen sich den Fragen der Schüler

Zum Abschluss des Vormittages kommen dann noch vier echte Landtagsabgeordnete, Georg Winter (CSU), Harald Güller (SPD), Johann Häusler (Freie Wähler) und Stephanie Schuhknecht von den Grünen in die Schule und beantworten den Schülern ihre Fragen.

Zum Thema Klimawandel und der Frage, wie umweltverträglich sie denn selbst lebe, meint Schuhknecht: „Ich habe kein Auto, ich fahre viel Fahrrad und Zug oder benutze Carsharing“. Sie sehe aber natürlich auch, dass das in der Stadt sehr viel einfacher sei als auf dem Land, woran die Politik arbeiten müsse. Auch Georg Winter fährt so oft wie möglich Zug: „Sogar in den Urlaub nach Frankreich oder Italien fahren wir seit einigen Jahren immer mit der Bahn“, sagt der CSU-Politiker Georg Winter.

Ein Schüler fühlt sich bestärkt, selbst in die Politik zu gehen

Auch bei persönlichen Fragen zeigen sich die Politiker transparent: Sehr offen beantworten sie den Schülern Fragen zu ihrem Gehalt oder dazu, wie ihr Beruf mit der Familie vereinbar ist. Dabei wird klar, dass der Beruf des Politikers mit sehr viel Verantwortung und einem hohen Zeitaufwand verbunden ist.

Trotzdem kann sich der 16-jährige Andreas Leroch durchaus vorstellen, auch selbst mal in die Politik zu gehen: „Ich überlege mir das schon länger und der heutige Tag hat mich darin sehr bestärkt, vor allem, weil die Politiker uns erzählt haben, dass man nicht unbedingt studiert haben muss, um Politiker zu werden.“

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