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Gersthofen
26.01.2024

So setzen Schüler aus Gersthofen ein Zeichen gegen Antisemitismus

Schüler aus Gersthofen haben Stolpersteine gereinigt und der Opfer gedacht.
Foto: Marcus Merk

Der Lehrerverband berichtet von steigendem Antisemitismus an Schulen. Jugendliche aus Gersthofen stellen sich dagegen. Viele von ihnen wissen, wie sich Ausgrenzung anfühlt.

An deutschen Schulen nimmt der offen geäußerte Antisemitismus zu, sagt Stefan Düll, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbandes, im Herbst vergangenen Jahres. Die Lage werde regional immer angespannter, so der Schulleiter am Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß damals in der Neuen Osnabrücker Zeitung. Schülerinnen und Schüler zweier Gersthofer Schulen haben nun - einen Tag vor dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialsmus' am 27. Januar - bewusst ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. Ihre Projekte haben sie mehr als berührt. 

Gersthofer Schüler reinigen Stolpersteine.
Foto: Marcus Merk

Es ist kalt, morgens um 8 Uhr in der Gersthofer Industriestraße. Ganz in Schwarz, passend zum Anlass angezogen, steht die Klasse der Gersthofer Mittelschule mit gesenkten Köpfen im Halbkreis um Amira. Die Schülerin berichtet von den Zwangsarbeitern der Jahre 1942 und 1945 in den Farbwerken Hoechst und der Chemiefabrik Transehe. Emir geht in die Knie und gießt vorsichtig heißes Wasser über den Stolperstein. Es dampft, bis Maryam Backpulver darüber gießt, das leicht schäumt. Amira putzt den Stein sauber, er wird getrocknet und poliert. Johannes legt eine weiße Rose nieder. Begleitet wird die Aktion von Historiker Bernhard Lehmann. Er hat die vorgestellten Biografien erforscht und die Steine-Aktion mitinitiiert.

Vorne im Bild ein bereits gereinigter Stein. Laut Lehmann dunkeln sie schnell nach, daher lohne sich die Arbeit durchaus öfter.
Foto: Cordula Homann

Antisemitismus ist die eine Art von Ausgrenzung, eine ähnliche ist Rassismus. In der Gruppe ist eine junge Schülerin, die selbst schon beleidigt wurde. "Verpiss dich zurück in dein Land", hätten die Fremden gesagt. Aus dem Nichts beleidigt zu werden, habe sie anfangs getroffen. "Aber inzwischen denke ich mir, ich bin auch ein Mensch und habe das Recht, frei zu leben." Ein Klassenkamerad ist in Hemd und Anzug erschienen, aus Respekt vor den Opfern. Ein anderer spricht von Rassismus, etwa in der Pause. "Wenn man so einen Spruch hört, ist das nie ernst gemeint. Aber lustig ist es natürlich auch nicht. Ich bin früher selbst gemobbt worden, als ich noch nicht so gut Deutsch konnte", erzählt er.

Vom geheimen Treffen der AfD in Brandenburg haben die Schülerinnen und Schüler gehört. "Ein Bekannter meint, die haben einen Plan. Und der ist gar nicht gut", sagt Emir. 

Schüler reinigen die Stolpersteine in Gersthofen.
Foto: Marcus Merk

Darum hat ein Gersthofer Klassenleiter das Projekt initiiert

Klassenleiter Serkan Erol will mit diesem Projekt dafür sensibilisieren, dass der Druck von rechts zunimmt. Er sieht sich als Mentor und möchte im Klassenzimmer die "Frustrationstoleranz ankurbeln." Dass die Jugendlichen die Schule als mündige Bürger verlassen, die Zivilcourage und Mut haben, sei ihm viel wichtiger als jeder Schulabschluss. "Trotz aller Gedenkkultur sollten wir den Blick auf heute nicht verlieren." Aus der Stolperstein-Aktion soll ein Film entstehen. Später an diesem Tag wird an der Mittelschule mit einer weiteren Aktion den Opfern des Nationalsozialismus gedacht; dabei werden die Biografien von Anna Pröll und Johann Mayer präsentiert. 

Gersthofer Gymnasiasten mussten intensiv recherchieren

Auch am Gersthofer Paul-Klee-Gymnasium haben sich Schülerinnen und Schüler der Kollegstufe mit den Biografien von Naziopfern beschäftigt: Aus der Liste von Heinz Auernhamer, Mitarbeiter der Schulleitung, haben sie im Kurs Geschichte Namen von Opfern gewählt und dann deren Geschichte recherchiert. Am Donnerstagabend stellten sie ihr W-Seminar Mitschülern, Eltern und Lehrerinnen vor.

Am Gersthofer Gymnasium haben Schülerinnen und Schüler die Biographien von Nazi-Opfern recherchiert.
Foto: Marcus Merk

Die jungen Leute haben Staats- und Stadtarchive angeschrieben und besucht, mussten sich mit Sütterlin und altdeutscher Schrift auseinandersetzen. Aus den klassischen 15 Seiten einer Seminararbeit wurden so auch mal 147. Einen Schüler hat seine Arbeit besonders berührt. Er hatte als einziger die Geschichte eines Kindes gezogen – und hat selbst eine kleine Schwester, an die er bei der Recherchearbeit denken musste. Jeder in seinem Freundeskreis wisse, wie sehr ihn das beschäftigt hat, sagt Panagiotis. Für Meryem, die jüdische Vorfahren hat, war die Arbeit eine große Ehre.

Die Schüler erkennen Parallelen zur AfD

Dana erinnert sich: "Als wir mit der Arbeit vor zwei Jahren angefangen haben, stand nicht im Raum, wie sich die aktuelle Geschichte entwickelt." Akos sieht die Nachrichten inzwischen ganz anders, erkennt Gemeinsamkeiten in der Wortwahl von Nazis und AfD. Doch in Deutschland, meint Dana, sei noch gar nicht richtig angekommen, was bei dem geheimen AfD-Treffen im Detail passiert ist. "Sonst würden sie gar nicht in so eine rechte Richtung tendieren." Panagiotis ergänzt, viele wüssten nicht, wohin das rechte Gedankengut führen könne. Welche Partei er wählen würde? "Das ist ganz einfach. Es gibt eine, die ganz genau das Gegenteil von dem vertritt, was ich möchte. Alle anderen sind sich ähnlich, da findet sich dann schon was." 

Der Vortrag schließt mit den Worten: "Die Verbrechen der Nazis waren die grausamsten, die Deutschland, Europa und vielleicht die ganze Welt je gesehen haben. Es ist unsere Verantwortung durch Erinnerung dafür zu sorgen, dass sich so etwas niemals wiederholt."

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