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Diedorf

24.11.2019

Acht Einbrüche im Herbst: Warum Diedorf ins Visier von Einbrechern gerät

Mit mitgebrachtem Werkzeug werden Terrassentüren, Fenster im Erdgeschoß oder im Keller aufgehebelt und kaum fünf Minuten später sind die Täter mit der Beute verschwunden.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus Seit Herbst hat es in der Marktgemeinde acht Einbrüche gegeben. Polizeichef Raimund Pauli weiß, wie die Täter ticken und wie sich die Bewohner schützen können.

Nur wenige Minuten waren die Bewohner außer Haus. Doch bei der Rückkehr ist nichts mehr so, wie es beim Verlassen war. Der Inhalt sämtlicher Schränke ist auf dem Boden verstreut, Schubladen sind ausgeleert, Schranktüren aufgebrochen und das gesamte Bargeld, das eigentlich doch so sicher in einer Zuckerdose versteckt war, ist weg. Der typische Fall eines Dämmerungseinbruchs, wie er sich aktuell im Raum Diedorf häuft.

„Von den elf Einbruchsdelikten seit Herbst in unserem Zuständigkeitsbereich, waren allein acht Taten in der Marktgemeinde“, sagt Zusmarshausens Polizeichef Raimund Pauli. Der Schaden beläuft sich mittlerweile auf einen vierstelligen Bereich und die Masche der Einbrecher ist stets die gleiche. Mit mitgebrachtem Werkzeug werden Terrassentüren, Fenster im Erdgeschoss oder im Keller aufgehebelt und kaum fünf Minuten später sind die Täter mit der Beute verschwunden. „Die Einbrecher haben ihr Equipment dabei und gehen entsprechend vorbereitet ans Werk“, sagt Pauli. Und immer wieder macht es die Nachlässigkeit der Bewohner den Einbrechern nur allzu leicht.

Schutz vor Einbrüchen: Oft reichen den Tätern fünf Minuten

„Wer denkt, er sei ja nur ein paar Minuten weg und brauche die Tür nur zuzuziehen, macht einen großen Fehler“, betont Pauli. „Oft reichen den Tätern fünf Minuten, um ein Haus vom Keller bis zum Dach zu durchsuchen.“ Objekte der Begierde seien in erster Linie Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände, die leicht zu transportieren sind. Doch warum häufen sich aktuell vor allem im Raum Diedorf die Einbrüche?

Für Polizeichef Pauli spielen mehrere Faktoren eine Rolle. „Der Raum Diedorf zählt mit zum Augsburger Speckgürtel und hat gut situierte Einwohner.“ Ähnlich sei die Situation in Gersthofen oder Neusäß. Zudem sei Diedorf über die B300 gut angebunden und verfüge fast schon über städtische Strukturen. Dies sichere den Einbrechern eine gewisse Anonymität zu, etwa beim Ausspähen geeigneter Objekte. In einem kleinen Dorf hingegen, falle ein Fremder sofort auf.

Wer ist für die Einbruchsserie in Diedorf verantwortlich?

Auch Häuser mit Gärten und großen Grundstücke, die gute Versteckmöglichkeiten bieten, geraten immer wieder in den Fokus der Einbrecher. Dies mussten beispielsweise die Bewohner in Neusäß-Westheim vor einigen Jahren erfahren. Mit einem bis dahin ungeahnten Maß an Brutalität gingen die Täter im Jahr 2012 vor. Obwohl die Bewohner daheim waren, stiegen die Einbrecher ins Haus ein, verprügelten und überwältigten die Eigentümer und raubten sie aus. Fünf Männer gehörten zu der Bande, die glücklicherweise gefasst zu langen Haftstrafen verurteilt wurden.

Ob es sich bei der aktuellen Einbruchsserie in Diedorf ebenfalls um eine Bande handelt, will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Anhand der Spurenlage bei einem der vergangenen Einbrüche seien laut Pauli aber auf jeden Fall zwei Täter aktiv gewesen.

So schützen Sie ihr Haus vor Einbrechern

Erste Erfolge zeigen jedoch die Präventionsmaßnahmen der Polizei. Pauli hatte bereits Anfang des Jahres einige Informationsveranstaltungen unter anderem in Zusmarshausen, Altenmünster und Diedorf organisiert, bei denen die Profis der Kriminaltechnischen Beratungsstelle wichtige Tipps zum Schutz vor Einbrechern gaben. Wie gut diese Mechanismen tatsächlich funktionieren, zeigt laut Pauli die Tatsache, dass bei der jüngsten Serie in Diedorf fünf Einbrüche gescheitert seien. Pauli unterteilt die Maßnahmen in zwei Bereiche.

  • Verhalten „Auch wenn man nur kurz das Haus verlässt – immer den Eindruck erwecken, dass noch jemand in der Wohnung ist.“ Also beispielsweise das Licht brennen lassen, Radio oder Fernseher laufen lassen und auf die Rollläden achten. „Diese sollten regelmäßig bewegt werden.“ Seien Rollläden längere Zeit auch tagsüber geschlossen, beziehungsweise nachts geöffnet, könne dies auf eine Abwesenheit der Bewohner hinweisen. Wichtig sei zudem, stets die Türen abzusperren und nicht nur einfach zuzuziehen. „Diese Maßnahmen kosten kein Geld und kann jeder sofort umsetzen“, so Pauli.
  • Technische Sicherung Angefangen von einer Sicherung, die verhindert, dass Rollläden hochgeschoben werden können, über Bewegungsmelder bis hin zur Alarmanlage und Überwachungskameras habe der Handel ein umfangreiches Angebot. „Bester Ansprechpartner für den optimalen Schutz ist die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Präsidiums in Augsburg.“ Hier gibt es kostenlose Informationen zum Schutz und auch zum Kauf diverser Sicherungen. Zu erreichen ist die Beratungsstelle unter der Telefonnummer 0821/323-3737.

„Wer an seinem Haus oder beim Nachbarn etwas verdächtiges wahrnimmt, sollte auf alle Fälle sofort die Polizei rufen“. Schnelligkeit sei dabei von großer Wichtigkeit. Wer die Nummer der zuständigen Inspektion gerade nicht zur Hand habe, solle daher unverzüglich die 110 wählen.

Zur Internetseite der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle geht es hier.

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