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Westheim

26.10.2020

Beim Fußball müssen die Zuschauer draußen bleiben

Nachdem die Corona-Ampel im Landkreis Augsburg am Sonntag auf „dunkelrot“ gesprungen ist, waren nur noch 50 Zuschauer bei Sportveranstaltungen zugelassen. Auf dem Westheimer Kobel drängten beim Derby gegen den TSV Dinkelscherben mindestens genauso viele am Zaun rund ums Sportgelände.
Bild: Oliver Reiser

Plus In Wertingen werden viele Besucher wieder nach Hause geschickt, weil wegen Corona nur 200 Zuschauer zugelassen sind, in Westheim drängen sie sich am Zaun.

Bereits eine knappe halbe Stunde vor Beginn des Bezirksliga-Derbys zwischen dem TSV Wertingen und dem TSV Meitingen war auf dem Wertinger Judenberg die maximal erlaubte Zuschaueranzahl von 200 Fans erreicht. Nicht nur Wertingens Abteilungsleiter Christoph Krebs ärgerte sich, dass zahlreiche Zuschauer nach Hause geschickt werden mussten. Mehr Fans sind aber in Corona-Zeiten nicht zugelassen. Der Sportliche Leiter des Kreisligisten SV Holzheim, Tobias Ott, der sich dieses Duell nicht entgehen lassen wollte, ging kein Risiko ein und reiste deshalb schon 45 Minuten vor Spielbeginn an. Während der Partie trug er den vorgeschriebenen Mundschutz, wie auch Christoph Krebs. Sein Meitinger Kollege Torsten Vrazic legte diesen während der Partie übrigens ab. Im Gegensatz zu Krebs verfolgte Vrazic auf der Bank neben Trainer Pavlos Mavros das Geschehen auf dem grünen Rasen und stürmte diesen, als Denis Buja mit einem Traumtor per Kopf das zwischenzeitliche 0:2 erzielte.

Im Bezirksligaderby zwischen dem TSV Wertingen und dem TSV Meitingen haben die Gäste den Aufsteiger mit 3:1 niedergerungen, wie im Bild beim Zweikampf zwischen Wertingens Max Gallenmiller (unten) und Meitingens Kapitän Matthias Schuster deutlich zu sehen ist.
Bild: Georg Fischer

Meitingen war heute klar besser“, erkannte Christoph Krebs die reife Leistung des Tabellenzweiten neidlos an. Vor allem im Mittelfeld, so der Wertinger Funktionär, habe der Gegner ein klares Übergewicht gehabt. Was auch der Matchwinner, Meitingens zweifacher Torschütze Denis Buja, so sah: „Wir haben vieles gut gemacht und vor allem über die Außen gespielt.“ Diese Taktik sei aufgegangen. Schließlich, so Buja, habe man in der Vorbereitung des Derbys gewusst, wo die Wertinger anfällig sind.

Mit 13 Punkten aus den sechs Spielen nach dem Re-Start ist der 33-Jährige absolut zufrieden. Schließlich habe man vier Spiele gewonnen, einmal unentschieden gespielt und nur das andere Derby, das beim SC Altenmünster, mit 1:2 verloren. Im Kampf um Platz zwei sieht Buja seinen TSV Meitingen gegenüber der Konkurrenz durchaus im Vorteil. An Spitzenreiter TSV Gersthofen noch heranzukommen sei hingegen ein schweres Unterfangen. „Die sind einfach zu konstant“, schiebt der Angreifer im Titelkampf den Ballonstädtern die Favoritenrolle zu.

Schon vor dem Anpfiff ausverkauft

Während im Landkreis Dillingen am Sonntag noch 200 Zuschauer erlaubt waren, hatte der Landkreis Augsburg die 100er-Marke bei der Inzidenzzahl gerissen und damit die Stufe „dunkelrot“ der Corona-Maßnahmen zur Ausbreitung der Pandemie erreicht. Da hieß es auf dem Westheimer Kobel bereits vor dem Anpfiff „ausverkauft“. Nur noch 50 Schaulustige durften zum Duell zwischen der SpVgg Westheim und dem TSV Dinkelscherben das Areal betreten. Etwa genauso viele verteilten sich außerhalb der Umzäunung. Während die Zuschauer auf dem Sportgelände vorbildlich Abstand hielten und Maske trugen, drängten sich die Zaungäste auf dem Fußweg größtenteils ohne Mund-Nasen-Schutz.

Die letzte Niederlage des SSV Anhausen ist über ein Jahr her. Zuletzt verlor die Truppe um die beiden kickenden Coaches Benedikt Schmid und Martin Wenni am 20. Oktober 2019 beim FC Horgau. Seitdem blieb der SSV in neun Spielen hintereinander ungeschlagen. Der tollen Vorrunde folgten zehn Punkte aus den ersten vier Spielen nach dem Re-Start. Aus der einstigen grauen Maus war spätestens seit dem 2:1-Sieg im Verfolgerduell gegen die SpVgg Langerringen ein ernsthafter Aufstiegsanwärter geworden. Im zehnten Spiel musste man nun wieder eine Niederlage hinnehmen. 0:2 beim FC Königsbrunn, der eher den Abstiegskandidaten zuzuordnen ist. Dabei konnten sich die Anhauser in 90 Minuten keine einzige Torchance erspielen. Trotz alledem hat die Mannschaften die Erwartungen weit übertroffen. Prunkstück ist nach wie vor die Hintermannschaft, die erst 23 Gegentreffer hinnehmen musste.

Die Abwehrreihen sind die Prunkstücke

Übertroffen werden die Anhauser nur noch vom FC Horgau. Torhüter Felix Häberl musste im Spiel gegen den Kissinger SC im 21. Spiel erst zum 18. Mal den Ball aus dem Netz holen. Das war einmal zu viel. Da die Offensivabteilung ihre Chancen nicht nutzen konnte, gab es für die beste Heimmannschaft der Kreisliga Augsburg mit 0:1 die erste Niederlage dieser Saison auf eigenem Terrain. Da der FCH aber auch die Auswärtsbilanz anführt, beträgt der Vorsprung weiterhin komfortable acht Punkte auf den TSV Dinkelscherben, der nach dem 5:0-Auswärtssieg in Westheim auf Rang zwei geklettert ist.

Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Saison unterbrochen wird. Auch Reinhold Mießl, Spielleiter im Kreis Augsburg, rechnet eher damit: „Drei Landesverbände haben schon unterbrochen, und auch in unserem Verband gibt es entsprechende Überlegungen. Eine Entscheidung, wie es weitergehen soll, soll Anfang der Woche gefällt werden. So, wie es momentan läuft, macht es keinen Sinn, denn wir haben ja mehr Absagen als Spiele. Klar ist das blöd, wenn unterbrochen wird, aber die Gesundheit geht einfach vor.“ (mit her)

Die Tops & Flops des Spieltages

Spieler des Tages: Giuseppe Carangelo

Die beiden Treffer im Spiel gegen den TSV Leitershofen II waren die Saisontore Nummer 24 und 25 von Giuseppe Carangelo, den sie „Peppe“ nennen. Trotzdem dürfte der Torjäger des Hainhofener SV, der Dank seiner Treffer an der Spitze der B-Klasse Nordwest steht, nicht zufrieden gewesen sein. Denn für den Tabellenführer reichten die Tore des 32-jährigen Italieners, der auch schon für den TSV Neusäß, TSG Augsburg, Stadtwerke Augsburg, DJK West und BCA Oberhausen am Ball war, nicht zum Sieg. Die Partie endete 2:2.

Torreichste Spiele

Die Schützenfeste haben erneut in der Schießbude der B-Klasse West stattgefunden: 13 Treffer beim 8:5 des FC Hochzoll II gegen den VfL Westendorf II, elf beim 6:5 der SG Nordendorf/Ellgau II gegen die DJK West II. Zehn waren es beim 6:4 des TSV Steppach II gegen den TSV Welden II in der B-Klasse Nordwest.

Beste Torschützen

Julian Sedlmeir vom TSV Steppach II war mit drei Treffern der erfolgreichste Goalgetter des ausgedünnten Nachholspieltages. In der Bezirksliga Nord traf Denis Buja beim 3:1-Sieg des TSV Meitingen beim TSV Wertingen doppelt. Doppel-Torschützen waren auch Giuseppe Carangelo (Hainhofener SV), Stefan Maier (TSV Welden II), Samid Mujagic (SG Nordendorf/Ellgau II) und Sebastian Nawrath (CSC Batzenhofen II).

Pechvogel des Tages

Nur vier Minuten war Daniel Wiener vom TSV Dinkelscherben im Derby bei der SpVgg Westheim auf dem Platz. bereits nach der ersten Aktion zwickte es im Oberschenkel und er musste ausgewechselt werden. „Es geht ja auch ohne mich“, lachte der 29-Jährige.

Die meisten Zuschauer

200 Zuschauer – mehr geht bei den momentanen Corona-Auflagen nicht – sahen das Bezirksliga-Derby TSV Wertingen – TSV Meitingen, das bereits eine halbe Stunde vor dem Anpfiff ausverkauft war. 100 Zuschauer sahen bereits vorher das Ligapokalspiel zwischen dem TSV Wertingen II und dem SV Ehingen/Ortlfingen. 80 Besucher wurden am Samstag beim Kreisliga-Spiel FC Königsbrunn gegen SSV Anhausen gezählt. Am Sonntag waren dann im Landkreis Augsburg nur noch 50 Zuschauer erlaubt.

Top des Tages

Bis auf eine Niederlage beim SC Altenmünster ist der TSV Meitingen nach dem Re-Start hervorragend über die Runden gekommen. Und dies, obwohl Trainer Paolo Mavros Woche für Woche als Improvisationskünstler seine Mannschaft zusammenstellen musste. Mit dem 3:1-Sieg beim TSV Wertingen haben die Lechtaler nicht nur Platz zwei in der Bezirksliga Nord zementiert, sondern auch demonstriert, dass sie nicht umsonst zu den Aufstiegskandidaten gezählt wurden.

Flop des Tages

Der TSV Diedorf ist nach dem Re-Start in der Kreisklasse Nordwest nicht mehr in die Spur gekommen. Das 2:3 gegen die SpVgg Auerbach-Streitheim war die fünfte Niederlage im fünften Spiel.

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