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Fischach/Diedorf

23.05.2019

Echte Polizei bremst Pseudo-Polizisten aus

Die Polizei hat einen 22-Jährigen aus dem Verkehr gezogen, der sich als Polizist ausgab. 
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Ein 22-Jähriger bremst zwischen Diedorf und Fischach andere Autofahrer aus. Im Auto hatte er ein Blaulicht, Drogen und ein Softair-Schnellfeuergewehr.

Er fühlte sich offenbar als Ordnungshüter, der andere im Straßenverkehr zurechtweisen wollte: Ein 22-Jähriger hatte am Mittwoch mehrere Autofahrer zwischen Diedorf und Fischach genötigt. Als die echten Beamten seinen schwarzen Mercedes C-Klasse kontrollierten, trauten sie ihren Augen nicht.

Im Kofferraum lag ein Softair- Schnellfeuergewehr, eine sogenannte Anscheinswaffe. Im Fahrzeug entdeckten die Beamten außerdem Betäubungsmittel und Utensilien für den Konsum. Der Autofahrer gab zu, am vergangenen Wochenende Drogen genommen zu haben. Weil er offenbar noch unter dem Einfluss der Betäubungsmittel stand, musste er zu Blutprobe. Die Polizisten schauten sich auch in der Wohnung des jungen Manns um: Dort fanden sie einen verbotenen Schlagring. Aufgefallen war der Verkehrsrowdy gegen 15 Uhr im Raum Diedorf, Gessertshausen und Fischach. Der 22-Jährige soll mehrere Fahrzeuge trotz Verbots überholt haben. Zwischen Gessertshausen und Fischach bremste er einen Verkehrsteilnehmer nach einem Überholvorgang mehrfach aus.

Blaulicht auf dem Armaturenbrett

Um den Eindruck eines Polizisten zu erwecken, hatte er auf dem Armaturenbrett ein Blaulicht montiert. Kaum zu glauben: Das Blaulicht platzierte er später auf dem Dach seines Mercedes. Zusätzlich zeigte er einem Autofahrer einen Schlüsselanhänger mit der Aufschrift Polizei, als er diesen überholte. An der Frontscheibe hatte der Mann laut Polizei auch eine so genannte Dashcam – also eine Kamera, die während der Fahrt Videos machen kann. Sie soll jetzt untersucht werden. Ob sie Bilder vom Pseudo-Polizisten in Aktion zeigen?

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Die echten Polizisten, die von genötigten Verkehrsteilnehmern alarmiert wurden und das Kennzeichen des schwarzen Mercedes notiert hatten, griffen den 22-Jährigen schließlich in Fischach auf und kontrollierten ihn. Ihm drohen nun einige Anzeigen: Unter anderem wegen Straßenverkehrsgefährdung, Nötigung und auch Amtsanmaßung. Seinen Führerschein dürfte der 22-Jährige vermutlich abgeben.

Die Straße als ein Ort, an dem Aggressionen ausgelebt werden: Das ist ein Phänomen, das nicht nur tagtäglich die Polizei beschäftigt, sondern auch die Gerichte.

Provokationen auf der B 2

Anfang des Jahres wurde ein Kraftfahrer zu einer Geldstrafe von 2800 Euro und einem einmonatigen Fahrverbot verurteilt, weil er in Gersthofen einen Autofahrer mit einem Fußtritt verletzt hatte. Vorausgegangen waren Provokationen auf der B 2: Der Milchlasterfahrer wurde von einem Mann in einem BMW mehrfach zwischen Meitingen und Gersthofen ausgebremst. Mit der hin und her schwappenden Flüssigkeit im Tank hätte der Laster ins Schlingern geraten und dann umkippen können. Noch gefährlicher ging es vor einem Jahr auf der A 8 zu.

Fast an einen Actionfilm erinnerte die Fahrt eines anderen Verkehrsrowdys, die ebenfalls ein juristisches Nachspiel hatte. Auf der A 8 lieferte sich ein 19-Jähriger mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd – fast eineinhalb Stunden lang, ab Augsburg über 100 Kilometer bis in den Raum Göppingen. Der junge Mann überholte auf allen Spuren und versuchte, ein Polizeiauto zu rammen, bis die Raserei an einer Leitplanke endete – mit Blechschaden, aber unverletzt. Vor Gericht räumte der Fahrer die Verfolgungsjagd ein. Sein Verhalten konnte er nur mit Partydrogen erklären, die er eingenommen hatte. Er wurde zu einer Jugendstrafe, Führerscheinentzug und Hilfsdiensten verurteilt.

Polizei sucht nach Zeugen

Wer selbst einmal von einem Verkehrsrowdy provoziert wird: „Besonnen bleiben und nicht zu Gegenaktionen hinreißen lassen“, rät Josef Sitterer von der Autobahnpolizei. Besser sei es, sich das Kennzeichen zu notieren und dann einen Vorfall anzuzeigen.

Wer wurde ebenfalls von dem schwarzen Mercedes der C-Klasse im Raum Diedorf und Fischach bedrängt? Hinweise nimmt die Polizei Telefon 08291/18900 entgegen. (AL)

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