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Dinkelscherben

24.11.2017

Ein Paradies für Maria und Josef

Im Gartenhäuschen von Günter Kriebel warten Dutzende Krippen auf die Adventsmarkt-Saison. Der Rentner hat sie alle selbst gebaut.
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Im Gartenhäuschen von Günter Kriebel warten Dutzende Krippen auf die Adventsmarkt-Saison. Der Rentner hat sie alle selbst gebaut.
Bild: Marcus Merk

Günther Kriebel aus Dinkelscherben baut jedes Jahr Dutzende Krippen. Am Sonntag startet er in Horgau in die Weihnachtsmarkt-Saison. Adventlich wird es für ihn aber schon im Sommer.

Bei Günther Kriebel hätte die Heilige Familie kein Problem mit der Herbergssuche. In seinem Gartenhäuschen stehen Dutzende Krippen. Kuschelig-klein oder mehrstöckig, mit großzügigem Garten oder auf einem übersichtlichen Gelände: Hier würden Maria und Josef bestimmt eine passende Unterkunft finden. Günther Kriebel ist Krippenbauer aus Leidenschaft. Jedes Jahr bastelt er unzählige Krippen und verkauft sie auf den Adventsmärkten in der Region.

Am Sonntag beginnt für ihn die Saison: Er präsentiert seine Krippen auf dem Hobbykünstlermarkt in Horgau, an den folgenden Wochenenden dann auf den Weihnachtsmärkten in Neusäß und Oberschönenfeld. Doch weihnachtlich wird es bei der Familie in Dinkelscherben schon immer im Sommer: An Pfingsten beginnt Kriebel mit dem Basteln. Schließlich müssen Dutzende Exemplare bis Ende November verkaufsfertig sein.

Dicht an dicht stehen die Krippen nun in der Gartenhütte. Auf den ersten Blick sehen viele der Häuschen ganz ähnlich aus. Wer aber genau hinsieht, der erkennt, dass jedes anders ist: ein Giebel da, ein Balkon dort. „Die Ideen kommen mir beim Bauen“, erzählt Kriebel. Und dann gibt es noch ein paar Spezialkonstruktionen: Die Krippen, die genau in die Zimmerecke passen. Die kleinen Exemplare, die besonders bei Senioren beliebt sind, weil sie zum Beispiel auch im kleinen Zimmer des Wohnheims problemlos Platz haben. Die Krippen, die er in eine Weinkiste, in eine Laterne oder auf eine Baumscheibe gebaut hat. Wurzelkrippen seien derzeit dagegen nicht mehr so gefragt. Am beliebtesten ist einfach der klassische Stall.

Seit mehr als 20 Jahren baut Günther Kriebel Krippen. Die erste konstruierte er für die Familie. Doch dann hat sie ein Bekannter gesehen und wollte auch eine. So hat sich Kriebels Talent herum gesprochen. Im Keller hat er sich eine große Werkstatt eingerichtet – Enkel Fabian hilft da mittlerweile gerne mit.

In den vergangenen Jahren hat der Rentner schon Hunderte Krippen gebaut. Eine sei sogar nach Amerika geschickt worden, erzählt er stolz. Durch sein Hobby hat er zahlreiche Christkindlesmärkte kennen gelernt. Welchen er am liebsten hat? Ganz klar: den in Oberschönenfeld. „Da ist am meisten los“, sagt Kriebel. Denn es geht ja nicht nur darum, die Krippen zu verkaufen. Der Dinkelscherber verlässt gerne den Verkaufsstand, stellt sich zu den Besuchern, kommt mit ihnen ins Gespräch. „Da trifft man richtig viele Leute“, sagt er und erzählt von lustigen Begegnungen und solchen, die ihn nachdenklich machten.

Der Trubel auf dem Weihnachtsmarkt ist ein krasser Gegensatz zur Ruhe in seiner Werkstatt. „Das ist schön zum Abschalten“, findet Kriebel. Vor allem früher, als er noch als Koch in der Kantine der Stadt Augsburg gearbeitet hat. Der Feierabend gehörte da oft den Krippen. Mittlerweile ist er im Ruhestand, doch die Liebe zum Handwerken ist immer noch da. Viele Bekannte bringen ihm Material wie Holz, Schindeln und Kisten vorbei, Moos und Wurzeln sammelt er im Wald. Jede Krippe besteht aus ungefähr 85 Einzelteilen. Die Figuren kauft Kriebel – oder seine Kunden stellen sie selbst hinein. Eine Beleuchtung installiert der Hobbybastler allerdings nicht: „Irgendwas sollen die Leute schon noch selber machen.“ Eine eigene Krippe hat Kriebel übrigens nicht. Die Haustiere – Hund und Katze – würden sich nicht mit der Heiligen Familie vertragen.

Der Hobbykünstlermarkt in Horgau findet am Sonntag, 26. November, von 10 bis 17 Uhr in der Rothtalhalle statt.

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