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Feuerwehren

16.07.2018

Rund um die Uhr im Einsatz

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Mädchen und Buben sind bei der Jugendfeuerwehr im Dienst.

Fast ein halbes Jahr lang bereiten die Wehren eine 24-Stunden-Großübung für den Nachwuchs vor

Freitagabend, 16.40 Uhr: Noch ahnt man in Gessertshausen nicht, was sich gleich in der Ortsmitte abspielen wird. Innerhalb weniger Minuten bahnen sich mehrere Feuerwehrfahrzeuge von allen Seiten mit Blaulicht und Sirene ihren Weg durch den dichten Verkehr auf der B300 zur Brauerei Schimpfle. Im Nu haben sich auch viele Schaulustige auf der gegenüberliegenden Straßenseite versammelt. Doch schnell waren die Gemüter beruhigt: Der „Brand“ bei der Brauerei war nur der Auftakt einer 24-Stunden-Übung von acht Jugendfeuerwehren aus den Gemeinden Gessertshausen und Diedorf.

Gleichzeitig zeigte die Aktion, welch großes Themenfeld die Freiwillige Feuerwehr zu bewältigen hat. Dazu zählt gute Nachwuchsarbeit, denn die Jugendlichen von heute sind die Retter von morgen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass sich das Erscheinungsbild der Feuerwehr ganz im Sinne der Gleichberechtigung gewandelt hat. Waren früher nur Jungs in den Wehren anzutreffen, hat sich die Quote mittlerweile auf fast 50/50 geändert. Immer mehr Mädchen haben ebenfalls Gefallen an Rettung, Technik und Teamarbeit bei der Feuerwehr.

Fast ein halbes Jahr planten und organisierten die Verantwortlichen der einzelnen Feuerwehren aus Biburg, Deubach, Diedorf, Döpshofen, Gessertshausen, Margertshausen, Steppach und Willishausen diese gemeinsame Großübung, berichtet Thomas Ring, Kommandant aus Diedorf, am Rande des Geschehens. Seine Feuerwehr hat hier auch die größte Erfahrung: Bereits seit 2006 ist so eine 24-Stunden-Übung ein fester jährlicher Programmteil bei der Ausbildung.

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„Es ist einfach wichtig, dass die Jungs und Mädchen von Anfang an die Handgriffe richtig lernen und trainieren, um im Echtfall auch schnell und gekonnt das Richtige zu machen“, erklärt Ring weiter. Neben ihm steht Christina Müller aus Deubach. Sie ist seit ihrem 15. Lebensjahr dabei und ist mittlerweile Zweite Kommandantin. Sie freut es, dass alle mit so viel Eifer dabei sind: „Es macht uns und den Jugendlichen riesig Spaß, zusammen die Stationen zu bewältigen. Da lohnt sich die gemeinsame Anstrengung der vergangenen Monate. Insgesamt sind fast fünfzig Personen im Hintergrund für die sechzig Jugendlichen in dieser Übung involviert.“

Vor allem im Einsatz muss das Zusammenspiel zwischen den Rettern und Helfern klappen. Der 16-jährige Benedikt Kaes aus Margertshausen verbindet dies auch mit dem Dorfleben: „Bei uns auf dem Land bist du einfach in allen Vereinen dabei. Du triffst dich mit deinen Freunden beim Schießen, Sportverein oder eben bei der Feuerwehr. Das macht richtig Spaß und außerdem lernst du auch noch, bei Gefahr und im Notfall zu helfen.“

Die verschiedenen Einsätze im Zuge der 24-Stunden-Übung wurden auf die ganze Region verteilt. Von den Stützpunkten Margertshausen und Diedorf aus wurden die jungen Feuerwehrleute in unregelmäßigen Abständen zu den Einsätzen gerufen. So ging es nach dem Brand in Gessertshausen nur kurze Zeit später für einen Teil der jungen Retter nach Deubach zu einem Verkehrsunfall. Dort lernen sie, die Verunglückten zu bergen, Erste Hilfe zu leisten und grundlegende Wiederbelebungsmaßnahmen inklusive Defibrillator anzuwenden. Dabei wurden die Feuerwehren von den Rettungskräften der HVO (Hilfe-vor-Ort) Schmuttertal tatkräftig unterstützt.

Später werden dann unter anderem diverse Feuerarten wie Zimmer-, Wald- oder sogar Industriebrand (Keimfarben) simuliert und bekämpft, Personensuchen und -rettungen organisiert sowie durchgeführt.

Fast alles geschah unter der Aufsicht von Jugendwart und Hauptorganisator Armin Grün. Er und seine Kollegen hielten im Anschluss an jede Übung noch eine Einsatznachbesprechung, bei der nochmals Fehler angesprochen wurden, aber auch viel Lob verteilt wurde. In den Pausen blieb schließlich etwas Zeit für gemeinsames Essen und Spiele, um die Gemeinschaft weiter zu stärken. Geschlafen wurde in extra organisierten Feldbetten – so lange, bis wieder die Alarmglocken für den nächsten Einsatz läuteten.

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