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Landkreis Augsburg

20.10.2020

TSV Gersthofen steht seit einem Jahr an der Tabellenspitze

Auf Platz eins thront seit geraumer Zeit der TSV Gersthofen. Daran wird sich nach dem 3:1-Heimsieg gegen den SV Holzkirchen auch über den Jahreswechsel 2020/21 nichts ändern.
Bild: Oliver Reiser

Plus Corona verhilft dem SV Cosmos Aystetten und dem TSV Gersthofen zu Rekorden. Ärger gibt es bei der SpVgg Deuringen. Nachlese eines ereignisreichen Fußball-Spieltages.

Nicht nur in der Stadt Augsburg, wo am Wochenende bei sämtlichen Sportveranstaltungen keine Zuschauer zugelassen waren, steigt der Sieben-Tage-Inzidenzwert in der Coronakrise ständig an. Auch in den umliegenden Landkreisen schossen die Zahlen zuletzt durch die Decke. Sollte diese dazu führen, dass auch in den ländlichen Regionen Zuschauer nicht mehr willkommen sind, droht auf den Fußballplätzen bereits im Oktober der November-Blues.

Dabei steht am kommenden Sonntag in der Bezirksliga Nord das Derby zwischen dem TSV Wertingen und dem TSV Meitingen auf dem Programm. „Schade drum. Unter normalen Umständen kommen zu diesem Spiel zwischen 400 und 500 Besucher“, meint Torsten Vrazic. Zugelassen sind derzeit aber nur 200. So mussten am Sonntag in den Meitinger Lechauen sogar Zuschauer abgewiesen werden, obwohl nach Vrazics Meinung genügend Platz um den Platz herum vorhanden wäre, um den Abstand einzuhalten. „Die Hygienemaßnahmen laufen reibungslos“, konstatierte Vrazic, dass auch alle Zuschauer eine Maske zumindestens bei sich gehabt hätten.

Auf Platz eins thront seit geraumer Zeit der TSV Gersthofen

Wer keine Einlass bekam, hat nicht nur acht Tore sondern auch ein spannendes Spiel versäumt. „Bis zum 3:1 hatten wir alles im Griff“, so Meitingens Fußball-Boss, „dann haben wir unnötiger Weise einen Krimi daraus gemacht.“ Doch das Zittern macht ihm derzeit nichts aus. Mit zwei Siegen in Folge und zwei gleichzeitigen Niederlagen des SC Bubesheim hat der TSV Meitingen Platz zwei erobert.

Auf Platz eins thront seit geraumer Zeit der TSV Gersthofen. Genauer gesagt, seit dem 17. Spieltag. Der war vor fast genau einem Jahr, genauer gesagt am 3. November 2019, als man beim SC Altenmünster 1:1 spielte. Daran wird sich nach dem 3:1-Heimsieg gegen den SV Holzkirchen auch über den Jahreswechsel 2020/21 nichts ändern. Was die Verantwortlichen bei den Ballonstädtern am meisten freut, ist die tatsache, dass man zehn Spieler im Kader hat, die aus der eigenen Jugendkommen.

Der Titel für die Mannschaft, die am längsten an der Tabellenspitze ihrer Liga steht, geht allerdings an der SV Cosmos Aystetten, der seit dem 13. Spieltag am 6. Oktober 2019 (2:1-Sieg bei Türkgücü Königsbrunn) den Platz an der Sonne in der Bezirksliga Süd einnimmt. Am Samstag gab es die erst vierte Niederlage der Saison, eine 1:5-Klatsche beim FC Thalhofen.

Zum Abwinken. Eine derbe Klatsche musste der SV Cosmos Aystetten (von links Thomas Hanselka, Xhevalin Berisha und Trainer Marco Löring) in Thalhofen hinnehmen.
Bild: Oliver Reiser

„Das war verdient, aber zu hoch“, blickte Trainer Marco Löring zurück. „Das war einfach nicht gut. Da waren viele Kleinigkeiten, die nicht gepasst haben“, hat er individuelle Fehler wie unnötige Ballverluste und dumme Fouls registriert.

Altenmünster musste Heimspiel wegen Corona-Verdachtsfall absagen

Dazu ein Elfmeter, „der eigentlich ein Stürmerfoul an Benni Schmoll gewesen ist.“ Außerdem habe man es verpasst, in Führung zu gehen. „Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen. Es schwuppt allen nicht mehr so einfach in dieser gerade für Amateure schwierigen Situation“, spricht er die zuletzt eingelegten unfreiwilligen Pausen an und hofft, dass wenigstens das Nachholspiel bei der TG Viktoria Augsburg stattfinden kann. Da in Augsburg keine Zuschauer zugelassen sind, hat man einen Tausch des Heimrechts angeboten. Noch darf im Landkreis vor Zuschauern gespielt werden.

Trotzdem hat der SV Cosmos in den letzten Wochen eher gewonnen. Das weiß auch Löring: „Man darf sich nicht darauf verlassen, dass die anderen immer verlieren“, spricht er die Ausrutscher der Konkurrenz an. Außerdem gab es einen Neuzugang: Yildirim Dönmez vom Bayernligisten Türkspor Augsburg hat sich den Cosmonauten angeschlossen. „Ein Zukunftstransfer“, freut sich Löring über den 27-jährigen Mittelfeldspieler, der vor kurzem nach Hammel gezogen ist und einen Kreuzbandriss auskuriert hat.

Wegen eines Verdachtsfalls in den eigenen Reihen musste der SC Altenmünster sein Heimspiel gegen den VfL Ecknach absagen. Ein Testergebnis der betroffenen Person lag bis gestern Mittag laut Abteilungsleiter Oliver Osterhoff noch nicht vor. Mit nur 22 Spielen hat der SC Altenmünster die wenigsten Begegnungen aller 16 Bezirksligisten bestritten. Die ausgefallenen Heimpartien gegen Stätzling, Nördlingen II und Ecknach sollen noch alle in diesem Kalenderjahr nachgeholt werden.

Schon zum dritten Mal nach dem Re-Start fünf Gegentore kassiert

Schon zum dritten Male haben die Fußballer des SV Ehingen/Ortlfingen nach dem Re-Start fünf Gegentore kassiert. Schuldzuweisungen etwa bei der Abwehrarbeit kommen für Florian Pfitzner überhaupt nicht infrage: „Die Mannschaft hat alles gegeben“, betont der Sportliche Leiter und fasst den misslungenen Ligapokalstart (4:5 gegen Oberndorf) kurz und knapp zusammen: „Wir gewinnen zusammen und wir verlieren zusammen. Punkt.“ Schließlich vermerkt er doch, dass seine Mannschaft noch sehr jung ist und bei den Standardtoren des Gegners wohl etwas die Abgeklärtheit vermissen ließ. Dennoch ist man stolz auf die Talentschmiede beim SVE/O: Mit sechs Juniorenkicker aus der JFG Lech-Schmutter kann Trainer Holger Bosch wahrlich aus dem Vollen schöpfen. „Wir brauchen keine AH-Spieler aktivieren“, betont der 35-jährige Funktionär.

Auch die Ehinger Reserve hätte in den laufenden Ligapokalwettbewerb eingreifen sollen und ihre Partie gegen den TSV Bäumenheim II auf dem Nebenplatz am Ehinger Berg austragen sollen. Wenn nicht jüngst „Chaoten“, wie es Pfitzner nennt, darauf gewütet hätten. So aber wurde das Spiel der „Zweiten“ gecancelt. „Zwei Spiele wären für unseren Hauptplatz einfach zu viel gewesen“, begründet der Pfitzner die Absage.

SpVgg Deuringen hätte noch gute Chancen auf den Aufstieg gehabt

Mit einem Sieg im Spitzenspiel bei der TSG Augsburg hätte sich die SpVgg Deuringen noch gute Chancen auf den Aufstieg ausgerechnet. Doch es gab eine 0:1-Niederlage, die Spielertrainer Maximilian Schlicker völlig aus dem Häuschen brachte. „Der Unparteiische war mit dieser brisanten Partie komplett überfordert“, haderte er. Er soll der SpVgg nicht nur einen Elfmeter versagt und ein Tor aberkannt haben. „Ein Spieler wurde mit Verdacht auf Augenhöhlenbruch noch in der Nacht ins Krankenhaus gebracht. Da wurde nicht mal Foul gepfiffen. Einen Elfer für TSG, wenn auch berechtigt, gab es erst 30 Sekunden nach dem Foul, als die halbe TSG-Bank auf den Platz gestürmt war“, will man sich offiziell beschweren.

Anscheinend haben die Deuringer Spieler grundsätzlich die Lust am Fußball verloren. „Die ersten wollen angesichts der steigenden Corona-Zahlen nicht mehr spielen“, glaubt Schlicker nicht, dass der Ligapokal noch zur Austragung kommt. (mit her/dirg)

Die Tops & Flops des Spieltages


  • Spieler des Tages: Mateo Duvnjak Der Liebe wegen ist Mateo Duvnjak im Winter 2018 nach Augsburg gezogen. Neben dem TSV Meitingen waren auch der SV Cosmos Aystetten und Türkgücü Königsbrunn an der Verpflichtung des Kroaten, der in der hessischen Verbandsliga für den SV 1920 Steinbach und zuvor für den SV Neuhof gespielt hatte.
    Pavlos Mavros (links) und Mateo Duvnjak.
    Bild: Karin Tautz

    „Unser Trainer Paolo Mavros hat bei den Verhandlungen den Ouzo für seine ganz guten Freunde ausgepackt“, grinst Torsten Vrazic noch immer über diesen gelungen Coup. Meitingens Fußball-Boss bezeichnet den 28-Jährigen, der beim 5:3-Sieg gegen den FC Günzburg seine Saisontreffer Nummer zwölf und 13 erzielt hat, nicht nur als sehr guten Fußballer und Mensch, sondern auch als „kopflastigen“ Spieler, der in seinem Leistungen ziemlich launisch sein kann. „Da haben wir schon oft mit ihm gehadert“, sagt Vrazic. Nach der überragenden Vorstellung gegen Stätzling aber hatten sie ihn alle lieb.
  • Torreichste Spiele Ein wahres Wettschießen haben sich in der B-Klasse West der TSV Gersthofen II (16:0 gegen gegen SV Adelsried II) und der SV Gablingen II (15:0 gegen die SG Nordendorf/Ellgau II) geliefert. Neun Treffer gab es im Ligapokal-Spiel zwischen dem SV Ehingen/Ortlfingen und dem SV Genderkingen. Acht Tore fielen beim 7:1-Sieg des SC Biberbach beim SV Nordendorf.
  • Beste Torschützen Das Wettschießen in der B-Klasse West hat gleich zwei fünffache Torschützen hervorgebracht: Matthias Buckow (TSV Gersthofen II) und Ahmad Al Ali Alabed (SV Gablingen II). Vierfach war Lukas Topic (TSV Gersthofen II) erfolgreich. Je drei Treffer gelangen Martin Schnierle (TSV Lützelburg), Leon Rössle (TSV Steppach), Robert Wruck (TSV Zusmarshausen II), Daniel Grmoja (SV Gablingen II) und Tassilo Göppel (TSV Gersthofen II).
  • Pechvogel des Tages War Nico Baumeister vom TSV Gersthofen. Der 21-Jährige vergab im Spiel gegen den SV Holzkirchen gleich reihenweise beste Gelegenheiten. Trotzdem gewann seine Mannschaften mit 3:1.
  • Die meisten Zuschauer Nachdem aufgrund der momentanen Corona-Auflagen nur 200 Zuschauer erlaubt sind, mussten beim Bezirksligaspiel TSV MeitingenFC Günzburg mussten sogar rund 50 Zuschauer wieder nach Hause geschickt werden.
    Trotz des 2:0-Sieges scheint Horgaus Trainer Franz Stroh nicht immer zufrieden gewesen zu sein.
    Bild: Andreas Lode

    „Ausverkauft!“ hieß es auch beim Spiel FC Thalhofen – SV Cosmos Aystetten (Bezirksliga Süd) und auf der Leitershofer Alm, wo 200 Schaulustige das Kreisklassen-Duell des heimischen TSV gegen den SV Ottmarshausen verfolgten. Jeweils 170 waren es bei SV Thierhaupten – BC Aichach (Kreisliga Ost) und beim A-Klassen-Nachbarschaftsderby SV ErlingenTSV Herbertshofen. Auch der Ligapokal, der im Kreis Donau bereits begonnen hat, zog Zuschauer an: 90 Besucher verfolgten die 4:5-Heimniederlage des SV Ehingen/Ortlfingen gegen den VfB Oberndorf.
  • Top des Tages Der FC Horgau scheint aus der 2:4-Niederlage in Dinkelscherben seine Lehren gezogen zu haben.
    Beim 2:0 gegen den TSV Göggingen feierten die Schützlinge von Spielertrainer Franz Stroh den dritten Sieg in Folge und Torhüter Felix Häberl blieb dabei zum dritten mal hintereinander ohne Gegentreffer. Mit zehn Punkten Vorsprung dürfte die Rückkehr in die Bezirksliga nur noch Formsache sein.
  • Flop des Tages Auch der SV Cosmos Aystetten hat den Fahrschein nach oben in die Landesliga so gut wie in der Tasche. So billig wie bei der 1:5-Schlappe beim FC Thalhofen darf sich die Mannschaften dort allerdings nicht verkaufen.

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