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Aystetten

23.07.2020

Das Ende der Entzugserscheinungen rückt näher

Endlich wieder ein Trikot überziehen! Das wünschen sich nicht nur Maximilian Köhler und Trainer Marco Löring vom SV Cosmos Aystetten.
Bild: Oliver Reiser

Wie die Fußball-Bezirksligisten aus dem Augsburger Land mit Re-Start umgehen. Ein Verein tanzt auf drei Hochzeiten

Ein, zwei Monate hat Florian Fischer die neuen Freiheiten und die unverplanten Wochenenden genossen. „Aber irgendwann nervt es gewaltig, wenn der Wettkampf und die seit Jahren gewohnte Struktur fehlt!“ Am kommenden Montag ist für Fischer, der zusammen mit Mario Schmidt den TSV Gersthofen trainiert, die Leidenszeit ohne Fußball vorbei. Dann startet der Bezirksligist, der seit acht Monaten die Tabellenspitze ziert, nach der fast endlos langen Winter- und Corona-Pause wieder mit dem Training.

TSV Gersthofen Dass Fischer und Schmidt dieses leiten, war so nicht vorgesehen, denn das Engagement des Trainerduos bei den Ballonstädtern sollte im Sommer nach zwei Jahren enden. „Eigentlich war der Plan, dass wir nach dieser Saison ein halbes Jahr Pause machen. Die mussten wir aber jetzt durch Corona unfreiwillig einlegen“, blickt Florian Fischer zurück. „Jetzt freuen wir uns, dass es weitergehen soll. Alle sind froh, dass sie wieder Fußball spielen dürfen.“

Der momentane Spitzenreiter der Bezirksliga Nord geht mit unverändertem Kader in die Restsaison. Also auch mit Christoph Wagemann, der ja im Sommer als Spielertrainer zum A-Klassisten SV Gessertshausen wechseln wollte. Mit Philipp Toth, Manuel Rosner und Soubin Khongdy sollen drei Spieler aus der eigenen A-Jugend hochgezogen werden. Bereits am Samstag, 1. August, steht das erste Vorbereitungsspiel gegen den enorm verstärkten Bayernligisten TSV Schwaben Augsburg auf dem Programm. „Das ist gleich ein richtiger Test“, sagt Fischer. Eine Woche später erwartet man den FC Ehekirchen. Der Landesligist wird weiterhin von Gerhard Hildmann trainiert, der eigentlich im Sommer den TSV Gersthofen übernehmen sollte.

Das Ende der Entzugserscheinungen rückt näher

Corona hat alles durcheinander- gewirbelt. Florian Fischer und Mario Schmidt sind standfest geblieben. „Wir haben das angefangen, wir werden das auch zu Ende bringen!“ Für die beiden Ex-Profis war klar, dass sie nach der Corona-Pause als Trainergespann beim TSV Gersthofen weitermachen. Und sich am liebsten mit dem Aufstieg verabschieden würden.

SV Cosmos AystettenEin doppelter Re-Start liegt vor Marco Löring. Nach der fußballlosen Zeit endet für den Trainer des SV Cosmos Aystetten auch die Kurzarbeit. „Es war nicht so, dass mir die Decke auf den Kopf gefallen ist“, lacht der 36-Jährige, der im März zum zweiten Mal Vater geworden ist und somit eine verlängerte Elternzeit genießen konnte. „Jetzt freue ich mich aber schon wieder auf die Arbeit und bin heiß auf Fußball“, sagt er. Der Fokus liegt dabei eindeutig auf den restlichen Spielen in der Bezirksliga Süd, der der SV Cosmos mit zwölf Punkten Vorsprung anführt. „Wir wollen in der Liga aufsteigen“, sagt Löring, „da werden wir ab 26. September Vollgas geben.“ Und der Ligapokal? „Das sind auch Pflichtspiele, aber für mich zählt das zur Vorbereitung.“ Obwohl Thomas Hanselka (SpVgg Westheim), Maximilian Klotz (SV Ried) und Xhevalin Berisha (TSV Meitingen) schon bei anderen Vereine zugesagt haben, sind alle bei der Stange geblieben. Am Sonntag, 2. August, will man beim SSV Anhausen testen. „Wenn grünes Licht vom Freistaat kommt“, wartet Löring auf ein Signal der Regierung, dass Freundschaftsspiele wieder erlaubt sind.

SC Altenmünster Kaum erwarten, das der Fußball wieder rollt, kann es auch Oliver Osterhoff. „Als Single waren die letzten Wochen ganz schön hart, da ich ansonsten ja sieben Tage in der Woche auf dem Sportplatz war. Ich wusst wirklich nicht mehr, was ich mit meiner Zeit anfangen sollte“, sagt der Abteilungsleiter des SC Altenmünster. Seit 17. Juli befindet sich der Nord-Bezirksligist wieder im Training. Osterhoff hat nicht für eine Fortsetzung der Saison gestimmt, sieht durch den Ligapokal die Zeit der Überbrückung aber sinnvoll ausgefüllt. Für Torhüter Kevin Abold, der sich zum SV Donaumünster verabschiedet hat, konnte man Mihael Potnar verpflichten. Der ehemalige Meitinger, der ein Jahr pausiert hat, kommt vom TSV Wertingen. Bedingt durch die Corona-Pause hat Thomas Lauter seine Karriere beendet. „Er hat schon länger Probleme mit den Knien, hätte sich aber noch durchgebissen. Zwei Vorbereitungen bis zur Beendigung der Saison, eine jetzt und eine im Frühjahr, wollte er sich aber nicht mehr antun“, so Osterhoff.

TSV MeitingenDer TSV Meitingen muss im restlichen Saisonverlauf auf Mark Huckle verzichten. Der hat bereits seine neuen Spielertrainerstelle beim TSV Rehling angetreten und wird fehlen, wenn der TSV zum Auftakt bereits am Mittwoch, 2. September, das Nachholspiel beim TSV Wertingen bestreitet. Auch bei den Lechtalern sehnt man die Entscheidung der Staatsregierung herbei, dass Testspiele durchgeführt werden dürfen. Dafür würde notfalls sogar auf Zuschauer verzichten, auch wenn am Mittwoch, 5. August, der Nachbarschaftsrivale SV Thierhaupten aufkreuzt. Für den TSV Meitingen, derzeit Dritter der Bezirksliga Nord, könnte der Ligapokal ein durchaus interessantes Hintertürchen zum Aufstieg sein. Mit dem TSV Gersthofen, dem TSV Aindling und dem FC Affing hat man in der Vorrunde allerdings eine wahre „Mördergruppe“ erwischt.

TSV NeusäßAuf sage und schreibe drei Hochzeiten tanzt der TSV Neusäß. Der abstiegsbedrohte Süd-Bezirksligist ist auch noch im Toto-Pokal vertreten, tritt dort im Halbfinale am 5. September beim kissinger SC an. „Das nehmen wir gerne mit. Wir haben schließlich Entzugserscheinungen zu bekämpfen“, lacht Trainer Charly Pecher, der mit seinen Mannen bereits seit Anfang Juni auf dem Trainingsplatz steht. „Nachdem die Teilnahme zunächst freiwillig war und einige Spieler zurecht verzichtet haben, sind die körperlichen Unterschiede ziemlich groß“, so der Coach, der nach wie vor felsenfest davon überzeugt ist, dass man den Klassenerhalt schafft. „Wir haben bisher Pech gehabt ohne Ende. Ich gehe davon aus, dass wir das jetzt zurückgezahlt bekommen.“ Die Personalsituation sei durch die lange Pause nicht besser geworden. Moritz Schiele und Nico Rehm (beide Kreuzbandriss), Niklas Doll und David Golles (berufliche Gründe) fallen weiterhin aus, Philipp Scherer will als junger Papa aus familiären Gründen aufhören. Lediglich Emanuel Blenk konnte seine Wehwehchen auskurien und ist wieder am Start.

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